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BVMI und VUT treten Themis bei

Die Themis-Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt berät ab Anfang Januar auch Betroffene aus der Musikbranche. Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) und der Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) traten dazu dem Themis-Trägerkreis bei.

16.12.2021 11:19 • von
Nimmt BVMI und VUT auf: Themis (Bild: Themis)

Die unabhängige und überbetriebliche Vertrauensstelle Themis gegen sexuelle Belästigung und Gewalt berät ab Anfang Januar 2022 auch Betroffene aus der Musikbranche. Dazu traten der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) und der Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) dem Trägerkreis der Organisation bei, die im Herbst 2018 ihre Arbeit aufgenommen hatte. Bisher engagierte sich der von verschiedenen Brancheneinrichtungen getragene Verband für Betroffene aus der Film-, Fernseh- und Theaterbranche. Der Trägerkreis erweitert sich ab dem kommenden Jahr von 20 auf 22.

Künftig können sich nun Beschäftigte aus den von BVMI und VUT vertretenen Unternehmen, die sexuelle Belästigungen oder Gewalt an ihrem Arbeitsplatz erlebt haben, vertraulich und, falls gewünscht, anonym an die Vertrauensstelle wenden, um über das Erlebte zu sprechen sowie juristische oder psychologische Beratung zu erhalten.

Um das erwartete Mehraufkommen zu bewältigen, wollen BVMI und VUT mit Hilfe der Gesellschaft für Verwendung von Leistungsschutzrechten (GVL) eine weitere Teilzeitstelle schaffen. Finanzielle Unterstützung kommt von der Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien, Amazon, Netflix und der Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten (VFF).

"Es zeigt sich branchenübergreifend, dass eine unabhängige und überbetriebliche Anlaufstelle für Betroffene sexueller Belästigung oder Gewalt absolut notwendig ist", sagt Themis-Vorständin Eva Hubert. Schließlich würden innerbetriebliche Angebote von Betroffenen häufig nicht so akzeptiert und teils sogar gemieden.

"Natürlich würden wir uns wünschen, dass Belästigung und sexualisierte Gewalt für unsere Mitglieder von Künstler*innen über Labels bis zu Musikvertrieben kein Thema wären. meint die VUT-Vorsitzende Birte Wiemann, "Solange sie aber leider ein Thema bleiben, ist es uns umso wichtiger, eine überbetriebliche und in der Kulturbranche bekannte Anlaufstelle wie Themis an unserer Seite zu haben." Auch der BVMI-Vorstandsvorsitzende Florian Drücke weiß, dass sexuelle Belästigung und sexualisierte Gewalt ein Problem sind, "das alle Bereiche unserer Gesellschaft betrifft, quer durch Strukturen, Institutionen und Branchen." Auch die Musikindustrie sei davor nicht gefeit. Und GVL-Geschäftsführer Guido Evers betont, dass sich die Themis-Vertrauensstelle in den vergangenen gut drei Jahren als Anlaufstelle etabliert habe. Da das Anliegen der Vertrauensstelle die gesamte Kreativbranche betreffe, sei es "sehr wichtig, gemeinsam mit den beiden zentralen Verbänden der Musikindustrie BVMI und VUT die Arbeit und den Ausbau der Themis Vertrauensstelle finanziell zu fördern. Damit leisten wir einen Beitrag, den Kulturwandel und die Sensibilisierung für dieses wichtige Thema auch in der Musikbranche voranzutreiben."

Text: Jana Moritz