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Midia-Studie sieht Indie-Weltmarktanteil über 43 Prozent

Beim Wintel-Jahresbericht ist Mark Mulligan nicht mehr mit an Bord. Dennoch nimmt der britische Midia-Analyst die Entwicklung der Marktanteile im weltweiten Musikgeschäft weiter unter die Lupe - und kommt zu dem Schluss, dass die Indies ihren globalen Marktanteil am Geschäft mit Recorded Music zuletzt weiter ausbauen konnten.

07.12.2021 10:05 • von
Eine Differenz von rund 2,1 Milliarden Dollar: die Verteilung der Marktanteile im weltweiten Geschäft mit Recorded Music nach Vertriebsanteilen (Kuchengrafik links) und nach Repertoire-Eignerschaft (Bild: Midia Research, Screenshot)

Bei der Produktion des Wintel-Jahresberichts ist Mark Mulligan nicht mehr mit an Bord. Hier hatte sich der internationale Dachverband der unabhängigen Musikwirtschaft Anfang 2021 entschlossen, die weltweite Indie-Szene neu zu vermessen, dabei auch die Effekte der Corona-Krise zu beleuchten und dafür einen neuen Partner für die Datenerhebung gewonnen.

Dennoch nimmt der britische Midia-Analyst die Entwicklung der Marktanteile im weltweiten Musikgeschäft weiter unter die Lupe - und kommt zu dem Schluss, dass die unabhängigen Musikunternehmen ihr Stück vom Kuchen im Geschäft mit Recorded Music zuletzt weiter vergrößern konnten.

Nimmt man als Basis für die Berechnung der Marktanteile die Repertoire-Inhaberschaft, entfielen laut einem aktuellen Blog-Beitrag von Mulligan im Jahr 2020 fast zehn Milliarden Dollar an Umsätzen auf die Indie-Szene, oder auch 43,1 Prozent. Zur Erinnerung: Beim bislang jüngsten offiziellen Wintel-Bericht für das Jahr 2017 hatte Mulligan noch einen weltweiten Marktanteil in Höhe von 39,9 Prozent für die unabhängigen Labels errechnet, im Jahr davor waren es nur 38,4 Prozent. Und als der Wintel-Report auf der Midem 2016 mit Daten für 2015 seine Premiere feierte, kamen die Indies erst auf einen globalen Anteil von 37,6 Prozent.

Nimmt man hingegen die Umsätze auf Vertriebseben als Basis, kommen die international aktiven Musikmajors auf einen Anteil in Höhe von rund 66 Prozent, während den Indies rund 33 Prozent bleiben. Hier fallen dann die Anteile von Indiefirmen, die einen Major als Vertriebspartner haben, der Seite der großen Konzerne zu - in harter Währung taxiert Mark Mulligan die Differenz zwischen den beiden Betrachtungsweisen auf 2,1 Milliarden Dollar.

Text: Knut Schlinger