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Koalitionsvertrag findet bei Veranstaltungswirtschaft "geteiltes Echo"

In einer ersten Reaktion auf den Koalitionsvertrag beurteilt das Forum Veranstaltungswirtschaft das Papier ambivalent. Zufrieden seien lediglich die Kulturveranstalter. "Weitgehend enttäuscht" sind hingegen die Veranstaltungsunternehmen des B2B-Bereichs.

26.11.2021 17:36 • von Dietmar Schwenger
Beurteilt den Vertrag differenziert: das Forum Veranstaltungswirtschaft (Bild: Forum Veranstaltungswirtschaft)

In einer ersten Reaktion auf den Koalitionsvertrag beurteilt das Forum Veranstaltungswirtschaft das Papier ambivalent. Zufrieden seien lediglich die Kulturveranstalter, heißt es aus Hamburg. "Wir begrüßen es sehr, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft einen eigenen Ansprechpartner in der Regierung erhalten soll", sagt Jens Michow, Präsident BDKV. "Auch die angekündigte Fortführung der Neustart Kultur-Programme - hoffentlich bis in das Jahr 2023 hinein - wird den Kulturveranstaltern die Rückkehr in die Normalität erleichtern."

Sehr erfreulich für den gesamten Kulturbetrieb sei es auch, dass Musikclubs zukünftig als Kulturorte behandelt würden und die internationale Kulturpolitik gestärkt werden soll. Veranstaltungsunternehmen des B2B-Bereichs seien allerdings von dem Vertrag "weitgehend enttäuscht. Obwohl wir von den Eindämmungsmaßnahmen der Corona-Pandemie am härtesteten betroffen sind, wird unser Wirtschaftszweig in dem Regierungskonzept mit keinem Wort erwähnt", betont Randell Greenlee, Bereichsleiter Politik und International des VPLT.

Zum B2B-Bereich der Branche zählen etwa Kongresse, Tagungen, Ausstellungen und Firmenevents sowie der gesamte Dienstleistungssektor der Veranstaltungswirtschaft. Auch der wirtschaftlich besonders bedeutende Messebereich finde keine Erwähnung. Ebenso bedauerlich sei es, dass die für die Branche existenzielle Verlängerung der Überbrückungshilfe 3 bis Ende Juni 2022 nicht geplant zu sein scheint. Ebenso vermisst werde die Ankündigung der dringend erforderlichen Verlängerung der Neustarthilfe Plus sowie die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes.

Der Wirtschaftszweig könne dem Vertrag allerdings auch positive Elemente entnehmen. Dazu zählten zum Beispiel die vorgesehene Ermöglichung flexiblerer Arbeitszeitmodelle und die finanzielle und strukturelle Unterstützung der Kommunen. "Auch die zukünftige Unterstützung von Sportgroßveranstaltungen begrüßen wir außerordentlich und sehen darin ein klares Bekenntnis der neuen Regierung zum Veranstaltungsstandort Deutschland", ergänzt Timo Feuerbach, Geschäftsführer EVVC.

Die Veranstaltungswirtschaft in ihrer Gesamtheit finde aber zu wenig Beachtung, mahnt das Forum an. Veranstaltungsstätten leisteten wichtige Beiträge für zukunftsfähige Innenstädte und die Lebensqualität in Stadt und Land und müssten besser gefördert werden."

"Alle Verbandsvertreter:innen hoffen, dass die oder der vorgesehene Beauftragte für Kultur- und Kreativwirtschaft nicht nur die Interessen der Kulturveranstalter, sondern auch der übrigen Veranstaltungsmärkte hinreichend im Fokus haben wird. Schließlich sei die Branche der entscheidende Motor, ohne dessen Antriebskraft auch der Kulturbetrieb nach den vielen Monaten des Stillstands nicht wieder auf die Beine kommen werde", heißt es abschließend in der Mitteilung.