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Michow hält die Situation für "noch verheerender" als zu Beginn

Weil nun schon wieder Tourneen verschoben oder abgesagt werden, befürchtet Jens Michow, dass die Leute "jegliches Vertrauen verlieren, dass Veranstaltungen überhaupt noch zuverlässig stattfinden". Auch spricht der BDKV-Präsident von einer nicht umsetzbaren "Besuchertriage".

26.11.2021 11:36 • von Dietmar Schwenger
Spricht von einer "verheerenden Lage": BDKV-Präsident Jens Michow (Bild: Klaus Westermann)

Weil nun schon wieder Tourneen verschoben oder abgesagt werden, befürchtet Jens Michow, dass die Leute "jegliches Vertrauen verlieren, dass Veranstaltungen überhaupt noch zuverlässig stattfinden". Im Gespräch mit dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND) ist sich der BDKV-Präsident sicher, dass weitere Absagen ganzer Tourneen folgen werden.

Zudem betont Michow: "Kapazitätsbeschränkungen auf etwa 25 Prozent der Zuschauerinnen und Zuschauer, wie wir es jetzt in Bayern erleben, sind wirtschaftlich nicht tragfähig." Bei ausverkauften Konzerten stünden Veranstalter nun vor einer "Besuchertriage". "Da kommen dann hunderte Menschen, die wir wieder nach Hause schicken müssen. Mal abgesehen davon, dass sowas bereits personell gar nicht durchführbar ist, kann man das doch keinem Karteninhaber zumuten. Das geht nicht."

Michow beurteilt die Lage dramatisch: "Die Situation ist noch verheerender, als wir es zu Beginn der Pandemie erlebt haben. Die Tourneen wurden bereits mehrfach verlegt und jetzt müssen die Veranstalter sie ein weiteres Mal absagen." Auch ließen sich bei dem ja nun schon seit langem bestehenden Flickenteppich der je Land unterschiedlichen Regelungen Tourneen nicht durchführen.

Gleichzeitig könne er jedoch verstehen, dass es keine bundeseinheitlichen Regelungen gebe, da die Inzidenzen in den Bundesländern teilweise sehr unterschiedlich seien. Michow wünscht sich, dass die Länder sich auf Kernregeln einigen, damit die Branche zumindest eine gewisse Planungssicherheit erhalte. Ein Beispiel dafür seien als 3G-Veranstaltungen geplante Events, die nun aber mit 2G oder 2G-Plus, Kapazitätsreduktionen und Maskenpflicht durchgeführt werden müssten.

Im Gespräch mit "RND" kommt er auch auf den vom BDKV initiierten Sonderfonds des Bundes zu sprechen, bei dem es aber noch zahlreiche Lücken gebe, die nicht zuletzt durch die ständig wechselnden Verordnungslagen entstünden. "Die wirtschaftliche Situation war noch nie so verheerend wie jetzt. Hinzu kommt die völlige Perspektivlosigkeit und Planungsunsicherheit. Wir waren ein florierender Wirtschaftszweig und sind nun seit über 20 Monaten auf staatliche Hilfen angewiesen. Das ist unglaublich demütigend. Wir wollen endlich wieder Geld verdienen."