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Wozu Dion heute fünf Ms braucht

Mit "Stomping Ground" erschien bereits das zweite Album von Dion bei KTBA, dem Label von Joe Bonamassa und dessen Manager Roy Wiseman. Im Gespräch mit MusikWoche erzählt der legendäre Sänger, wie es dazu kam, und wie er die Gitarristen für die Sessions aussuchte.

26.11.2021 10:06 • von Dietmar Schwenger
Hat erneut Gäste für sein Album eingeladen: Dion (Bild: Steve Celi)

Mit "Stomping Ground" erschien bereits das zweite Album von Dion bei KTBA (Rough Trade), dem Label von Joe Bonamassa und dessen Manager Roy Wiseman. Im Gespräch mit MusikWoche erzählt der legendäre Sänger, wie es dazu kam, und wie er die Gitarristen für die Sessions aussuchte.

"Die Zusammenarbeit mit dem Label ist fantastisch", schwärmt Dion, der Ende der 50er-Jahre mit Hits wie "The Wanderer" oder "Runaround Sue" seine Karriere begann. Bereits das Vorgängeralbum, "Blues With Friends", war 2020 bei Keeping The Blues Alive (KTBA) erschienen. "Roy Wiseman, der Manager von Joe Bonamassa, hat mit ihm die Firma J&R Adventures. Und da Roy hier in New York nur fünf Häuser von mir entfernt wohnt, habe ich ihm damals das fertig produzierte Album vorbeigebracht und gefragt, was ich damit nun machen sollte." Dion habe mit dem Gedanken gespielt, zu Rob Santos, dem Vice President A&R von Columbia, zu gehen, wo er früher lange unter Vertrag stand. "Aber Roy hat mich noch am selben Tag zurückgerufen und schlug vor, ein Blues-Label zu gründen - mit mir als erstem Künstler."

Der Vorteil des Set-ups mit KTBA sei auch, dass Wiseman kein Musik-, sondern ein Marketingmann und ein Manager sei, erzählt der 82-Jährige. "Das ist es, was man heute braucht. Roy beherrscht die fünf Ms: das Material, das Merchandise, das Manufacturing, das Marketing und das Management. Er weiß einfach, wie man das umsetzt. Und ich bin absolut glücklich mit dem, was sie erreicht haben."

Beim neuen Album stand für Dion der Gedanke im Vordergrund, dass man jeden Song auch auf der Bühne spielen können müsse, denn er wolle 2022 wieder auf Tour gehen. Die Basic Tracks habe man an zwei Tagen in einem Studio eines Freundes aufgenommen und dann die Bänder vor allem an Gitarristen geschickt. "Beim Anhören der Tracks habe ich mir immer vorgestellt, welcher Musiker dazu spielen könnte." So beteiligten sich unter anderem Boz Scaggs, Mark Knopfler, Eric Clapton, Peter Frampton, Bruce Springsteen, Billy F Gibbons, Keb' Mo' und Joe Bonamassa an dem Album. Ebenfalls involviert war The-Who-Gründer ¬Pete Townshend, der Dions Version des Blues-Klassikers "Spoonful" immer bewundert und nun die Liner Notes für das Album geschrieben habe. "Meine Frau meinte, sein Text sei echt mythisch geworden, und dass ich nun am besten eine Woche lang in einer Toga rumlaufen sollte."