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EVVC fordert Perspektive für Livebranche

In dramatischen Worten spricht EVVC-Präsidentin Ilona Jarabek davon, dass die vierte Welle "wieder einmal pauschal unseren Wirtschaftszweig" treffe. Das sei "unerträglich".

24.11.2021 15:37 • von Dietmar Schwenger
Kritisiert die Politik: EVVC-Präsidentin Ilona Jarabek (Bild: EVVC)

In dramatischen Worten spricht Ilona Jarabek davon, dass die vierte Welle "wieder einmal pauschal unseren Wirtschaftszweig" treffe. Das sei "unerträglich", macht die EVVC-Präsidentin klar: "Mich packt in diesen Tagen Fassungslosigkeit", schreibt Jarabek in einer Mitteilung. "Ich befand mich gerade auf unserem Netzwerktreffen für weibliche Führungskräfte 'Women in Congress & Events' hier in Lübeck, als erste Nachrichten eingingen. Die Botschaft, die ich las, hat mich ebenso entsetzt wie unsere Vizepräsidentin Marion Schöne vom Olympiapark in München. Die Botschaft, mal frei übersetzt: 'Achtung, mit sofortiger Wirkung Rolle rückwärts. Alle Veranstaltungspläne bitte über den Haufen werfen!'"

Dass nun erneut Veranstaltungen abgesagt oder verschoben werden, beklagt die EVVC-Chefin vor allem, weil gerade die Veranstaltungswirtschaft im monatelangen, engen Dialog mit Spitzenpolitikern alle Maßnahmen zum Infektionsschutz eingehalten und ein eigenes, großangelegtes Hygienekonzept habe vorlegen können. "Wir fuhren vorbildlich für andere Branchen alle Sicherheitsaspekte hoch - die kostenlosen Tests und Impfkampagnen zur Aufklärung von Impfkritikern wurden stattdessen heruntergefahren. Was für ein Fehler mit dramatischen Folgen!"

"In der Veranstaltungswirtschaft stehen durch die drastischen Kapazitätsbegrenzungen erneut Existenzen auf dem Spiel. Die aktuellen Auflagen sind wirtschaftlich nicht oder kaum sinnvoll umzusetzen. Ich habe in den vergangenen Tagen mit vielen Kolleginnen und Kollegen gesprochen, denen die Verzweiflung anzuhören ist. Nein, das darf nicht sein, es MÜSSEN unverzüglich Änderungen durch die Politik erfolgen", fordert Jarabek.

Abschließend mahnt sie: "Als EVVC-Präsidentin fordere ich entschieden Veranstaltungen OHNE Kapazitätsbegrenzungen, ob mit 2G oder 3G. Die Hilfsprogramme mit Neustarthilfe sowie Kurzarbeitergeld MÜSSEN verlängert werden. Die künftige Bundesregierung darf uns nicht hinhalten, sie muss sofort handeln. Unsere Branche braucht JETZT eine Perspektive, um weiterem Fachkräfte- oder Servicekräfteschwund entgegenzuwirken."