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ECSA fordert bessere Vergütung für Autoren

Die European Composer and Songwriter Alliance (ECSA) fordert eine fairere Vergütung von Songwritern beim Musikstreaming, indem sie besser an den Master-Erlösen der Labels beteiligt werden.

24.11.2021 10:26 • von Jonas Kiß
Setzt sich für eine bessere Beteiligung der Songwriter an den Streaming-Einnahmen ein: der Songwriter und Produzent Alexander Freund (Bild: privat)

Die European Composer and Songwriter Alliance (ECSA) hat sogenannte "Songwriters' Fee & Master Point Guidelines" veröffentlicht, und fordert eine fairere Vergütung von Songwritern beim Musikstreaming, indem sie besser an den Master-Erlösen der Labels beteiligt werden.

Denn das "Aufkommen von Streaming als vorherrschende Art und Weise, wie Hörer ihre Musik konsumieren" habe sich als "nachteilig für den Lebensunterhalt von Songwritern erwiesen", lässt der Dachverband von Komponistenverbänden aus ganz Europa wissen.

Dies sei auf eine "unausgewogene Aufteilung zwischen dem Masterrecht, also der Aufnahme, die der Plattenfirma gehört, und dem Urheberrecht, das dem Songwriter gehört", zurückzuführen. Je nach Streamingdienst würde eine Plattenfirma vier- bis zehnmal so viel wie die Songwriter und ihre Verleger erhalten, heißt es aus Brüssel.

Deswegen schlägt die European Composer and Songwriter Alliance (ECSA) vier neue Ansätze zur fairen Vergütung von Songwritern vor.

Mit einer sogenannten "Development Fee" sollen Songwriter und Produzenten für ihre Zeit entschädigt werden, die sie oft Wochen und Monate damit verbringen, "die musikalische Identität, Ästhetik und individuelle Stimme der Künstler und Bands zu entwickeln". Diese Vergütung soll nicht an die Rechte an einem bestimmten Werk gebunden sein, sondern nur an die aufgewendeten Stunden.

Als zweiten Punkt bringt die ECSA "Master Points" ins Spiel. Sie könnten "insbesondere bei Künstlern oder Bands, deren Hauptabsatzmarkt das Streaming ist", dazu beitragen, "das grobe Ungleichgewicht des derzeitigen Streaming-Splits auszugleichen".

Wenn ein Song für einen längeren Zeitraum "auf Eis gelegt" wird, nehmen die Songwriter und Produzenten hinter dem Song ihn nicht nur vom Markt, sondern laufen auch Gefahr, den Schwung oder die Aktualität eines Songs zu verlieren. Das soll mit der sogennanten "Hold Fee" verhindert werden.

Als vierten Punkt nennt die ESCA noch eine "Tracks/Stems Fee", mit der "jede spätere Verwendung einzelner Spuren oder Stems aus der Demo-Session als Vermögenswert behandelt und als solcher vergütet werden".

"In Zeiten stark rückläufiger Urheberrechtseinnahmen wird die Arbeit von Songwritern allein durch Urheberrechtsvergütungen nicht mehr ausreichend entschädigt", sagt Alexander Freund, der sich in der Fachgruppe VERSO - Vereinigung Songwriter des Deutschen Komponistenverbands (DKV) engagiert. "Wir unterstützen nachdrücklich die Stellungnahme der ECSA in dieser Angelegenheit und glauben, dass wir nur gemeinsam mit allen europäischen Songwriter-Verbänden einen Weg finden können, diese Herausforderung zu lösen."