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Branchenverbände stellen sich gegen 2G+ in Berlin

Mit "großer Sorge" richten die Branchenverbände DEHOGA, Intoura, Convention Partner Berlin und Berlin Music Commission einen Appell an die Berliner Politik, nachdem der Regierende Bürgermeister Michael Müller 2G+ für Veranstaltungen, Gastronomie und touristische Attraktionen einführen will.

17.11.2021 16:21 • von Dietmar Schwenger
Kritisieren die geplante 2G+-Regelung in Berlin: DEHOGA, Intoura, Convention Partner Berlin und Berlin Music Commission (Bild: DEHOGA, Intoura, Convention Partner Berlin, Berlin Music Commission)

Mit "großer Sorge" richten die Branchenverbände DEHOGA, Intoura, Convention Partner Berlin und Berlin Music Commission einen Appell an die Berliner Politik, nachdem der Regierende Bürgermeister Michael Müller 2G+ für Veranstaltungen, Gastronomie und touristische Attraktionen einführen will. Nachdem bereits zuvor ein Ausschluss aller nicht-geimpften Personen aus weiten Teilen des öffentlichen Lebens erfolgt sei, solle nun bereits in der Woche ab dem 22. November 2021 eine weitere Verschärfung in Kraft treten, bei der Personen geimpft oder genesen sein müssen plus entweder einen Test vorweisen, Maske tragen oder Abstand halten sollen.

"Es ist aus Sicht der Branchenvertreter:innen rechtlich nicht haltbar, dass es irgendwelche wie auch immer gearteten Einschränkungen für gegen Covid-19 geimpfte Personen im beruflichen und privaten Alltag geben kann", teilen nun die Verbände in einem gemeinsamen Statement mit. "Bevor es erneut die immer gleichen Branchen sind, die in Geiselhaft für die Fehler der gesamten Gesellschaft genommen werden", fordern die Verbände von der Berliner Landespolitik, dass zunächst einmal alle sonstigen möglichen Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens ergriffen werden. Dies wäre aus Sicht der Verbände im nächsten Schritt eine flächendeckende Ausweitung der 2G-Regelung auf jegliche gesellschaftlichen Bereiche, in denen dies möglich ist.

Vorher dürfe es aus Sicht der Verbände nicht sein, dass erneut nur einzelne Unternehmen und deren Mitarbeiter, neben dem Gesundheitssektor, die gesamte Last der bisher nicht erreichten ausreichend hohen Impfquote schultern sollen.

Die Verbände haben auch die Befürchtung, dass die zusätzliche Notwendigkeit von Tests oder die alternative Einführung von Einschränkungen für geimpfte Personen, der Impfkampagne nach einem kurzen Auftrieb gleich wieder den Wind aus den Segeln nehmen werde, da hiermit das klare Signal in die Bevölkerung gesendet werde, dass die Impfung, die ebenfalls ein gewisses Gesundheitsrisiko berge, doch nicht die gewünschte Sicherheit und Erleichterung bringe. "Gegebenenfalls müsste man sogar doch über eine allgemeine Impfpflicht nachdenken, was eigentlich nicht im Gesamtinteresse der meisten Bürgerinnen und Bürger liegt."

Darüber hinaus klagen die Verbände, dass bei einem Gesprächstermin mit den Verbänden vor Kurzem trotz Aufforderung lediglich die Wirtschaftsverwaltung, jedoch weder Vertreter des die Beschlüsse vorlegenden Gesundheitssenats noch der Senatskanzlei für einen direkten Austausch bereitstanden.