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Österreichische Musikwirtschaft wehrt sich gegen "15 Sekunden Regelung"

Unter dem Motto "Musik ist keine Bagatelle!" hat der österreichische Musikwirtschaftsverband IFPI Austria eine Initiative gestartet, die von der Justizministerin die Streichung der "15 Sekunden Bagatell-Regelung" fordert, nach der Künstler*innen und Labels ihre Rechte an Song-Ausschnitten bis zu 15 Sekunden Länge verlieren sollen.

15.11.2021 14:33 • von Jonas Kiß
Bietet Informationen zur neuen Copyright-Richtlinie der EU: die Webseite von "Musik ist keine Bagatelle!" (Bild: Screenshot, musikistkeinebagatelle.at)

Unter dem Motto "Musik ist keine Bagatelle!" hat der österreichische Musikwirtschaftsverband IFPI Austria eine Initiative gestartet, die von der Justizministerin Alma Zadic die ersatzlose Streichung der sogenannten "15 Sekunden Bagatell-Regelung" fordert.

So sollen Künstler*innen und Labels nach den Plänen des Justizministeriums ihre Rechte an Song-Ausschnitten bis zu 15 Sekunden Länge verlieren. Ursprünglich hatte die EU-Richtlinie vorgesehen, dass Plattformen wie YoutTube oder TikTok urheberrechtliche Verantwortung tragen und Lizenzen für geschützte Inhalte bezahlen sollen.

Doch auf TikTok oder YouTube Shorts seien 15 Sekunden Musik oft "bereits abgeschlossene Nutzungen" und der aktuelle Trend am Online-Markt ginge laut IFPI Austria eindeutig "in Richtung kurze und kürzeste Videos". Nach den Plänen der Justizministerin würden die Sharing-Plattformen mit diesen Ausschnitten "Umsätze und Gewinne in Milliardenhöhe erzielen, während die Kreativen durch die Finger schauen". Daher sei die "15 Sekunden Bagatellgrenze" gefährlich, und würde den Künstler*innen, den Labels und der gesamten Musikbranche enorm schaden.

Unterstützung für die Initiative kommt von österreichischen Künstler*innen wie Conchita, Josh. und Cesar Sampson. In TV-Spots fragen sie die Justizministerin, warum 15 Sekunden ihrer Musik nicht mehr ihnen gehören sollen.