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Michow wehrt sich gegen RKI-Forderung

Auf die Forderung des RKI, Großveranstaltungen wegen steigender Inzidenzen abzusagen, reagiert die Livebranche mit Unverständnis. "Mehr als die 2G-Beschränkung ist doch derzeit gar nicht möglich", sagt BDKV-Präsident Jens Michow.

15.11.2021 12:58 • von Dietmar Schwenger
Kritisiert die Forderung des RKI: BDKV-Präsident Jens Michow (Bild: Klaus Westermann)

Auf die Forderung des RKI, Großveranstaltungen wegen steigender Inzidenzen abzusagen, reagiert die Livebranche mit Unverständnis. "Mehr als die 2G-Beschränkung ist doch derzeit gar nicht möglich", sagte BDKV-Präsident Jens Michow der dpa. Die Veranstalter seien mit der 2G-Regelung überwiegend einverstanden, fordern nun aber im Gegenzug, von einem Verbot von größeren Veranstaltungen oder von Begrenzungen der Kapazität abzusehen.

"Wir sind imstande, die Einhaltung dieser Regel ausnahmslos sicherzustellen", betont Michow. "Dass nun auch das 2G-Modell wieder nicht ausreichen soll, ist für uns schwer nachvollziehbar." Notfalls könne die Branche auch mit 2G Plus leben, also einem obligatorischen Schnelltest für Geimpfte und Genesene.

Da es eine 100-prozentige Durchimpfung wohl nie geben werde, werde immer in allen öffentlichen Räumen ein Restrisiko bleiben, so Michow weiter. "Daher werden wir auch immer mit dem Restrisiko leben müssen, dass auch Geimpfte noch infektiös sein können. Natürlich ist auch uns an allererster Stelle am Infektionsschutz unserer Besucher gelegen."

Die Branche habe gehofft, endlich weniger von staatlichen Hilfen abhängig zu sein. "Aber wenn wir größere Veranstaltungen jetzt wieder absagen müssen, ist es umso erforderlicher, dass die Überbrückungshilfe III mindestens bis Ende Juni 2022 und dann auch noch in erweitertem Umfang verlängert wird."

Auch der Präsident des Deutschen Bühnenvereins und Hamburger Kultursenator, Carsten Brosda, spricht sich dpa gegenüber für ein striktes 2G-Regime bei Kulturveranstaltungen aus. Damit seien diese derzeit angemessen sicher durchführbar. "Entscheidend ist, dass wir die Impfquote hochbekommen, dass sich wirklich alle impfen und boostern lassen, die es tun können. Das bleibt der Weg raus aus der Pandemie", so Brosda.