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Charts KW 46: Abbamania ist zurück

Die "Voyage" von Abba führt schnurstracks auf Platz eins der Top 100 Longplay der Offiziellen Deutschen Charts mit Rekordverkäufen nicht nur für dieses Jahr. Bei den Singles verbucht Katja Krasavice (im Verbund mit Leony) ihren vierten Nummer-eins-Hit 2021.

12.11.2021 16:52 • von Frank Medwedeff
Mit "Voyage" auf Rekordjagd: Abba (Bild: Baillie Walsh)

Abba schwingen sich mit ihrem mit Spannung erwarteten Comebackalbum nach 40 Jahren, "Voyage", sofort an die Tabellenspitze der Offiziellen Deutschen Charts. Es ist der achte Nummer-eins-Longplayer des schwedischen Pop-Quartetts hierzulande. In der Vergangenheit standen Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad in Deutschland mit den Studiowerken "Arrival" (1976), "Voulez-Vous" (1979), "Super Trouper" (1980) und "The Visitors" (1981) sowie mit den Samplern "Greatest Hits - The Best Of Abba" (1975), "A wie Abba" (1981) und "Gold - Greatest Hits" (1992) auf Platz eins.

Abba erreichen laut Universal Music nach nur einer Verkaufswoche Platinstatus mit über 200.000 verkauften Einheiten. "Die komplette Top 100 zusammengenommen wurde nicht so oft verkauft wie Abbas neues Werk", verlautet der Major. Und weltweit habe Deutschland alle anderen Märkte getoppt und sei mit den gesamten "Voyage"-Verkäufen in der Veröffentlichungswoche "absolute Weltspitze".

Außerdem ist "Voyage", wie auch GfK Entertainment bestätigt, hierzulande "der erfolgreichste Album-Start seit über zweieinhalb Jahren" gelungen, und es sei die erfolgreichste erste Woche eines internationalen Acts seit sechs Jahren. Die Chartsermittler aus Baden-Baden ergänzen zudem, dass "Voyage" sich auch sofort an die Spitze der kumulierten Rangliste für die Jahrescharts 2021 im Longplaysegment gesetzt hat.

Das erwähnte Best Of-Album von Abba, "Gold - Greatest Hits" klettert zudem in dieser Woche von Rang 85 auf 16. Es ist mit 369 Wochen laut GfK Entertainment das am häufigsten platzierte internationale Album beziehungsweise das am zweithäufigsten platzierte Album insgesamt seit Start der Offiziellen Deutschen Charts im Jahr 1977. Mit der Box "The Albums" (24) sind Abba noch ein drittes Mal in den Top 100 Longplay präsent; zudem kehren die drei Songs "Don't Shut Me Down" (28), "I Still Have Faith In You" (37) und "Just A Notion" (55) in die Singlescharts zurück.

Frank Briegmann, Chairman & CEO Universal Music Central Europe und Deutsche Grammophon, kommentiert: "Abba knüpfen mit 'Voyage' - selbst 40 Jahre nach ihrem letzten Album - nahtlos an ihre unglaubliche Erfolgsgeschichte als eine der größten Popbands aller Zeiten an. Der beste Album-Start eines internationalen Acts seit sechs Jahren in Deutschland, von null auf eins in den Offiziellen Deutschen Charts und Platin bereits in Woche eins. Besonders freue ich mich, dass Deutschland wohl das Abba-verrückteste Land der Welt ist, zumindest nach den Album-Verkaufszahlen zu beurteilen. Es ist für unser Team - mich eingeschlossen - eine unglaubliche Ehre, einen Beitrag zum neuen Kapitel dieser phänomenalen Weltkarriere zu leisten. Ich gratuliere Agnetha, Anni-Frid, Benny und Björn zum gigantischen Verkaufsstart des neuen Albums und freue mich auf alles, was wir in diesem Kapitel der Abba- Reise noch gemeinsam erreichen wollen."

Helene Fischer, die am 6. November bei "Wetten, dass ...? gemeinsam mit Benny Andersson und Björn Ulvaeus den Abba-Klassiker "SOS" gesungen hatte, bleibt mit "Rausch" auf dem zweiten Platz. Wiedereinsteiger auf Rang drei sind Die Toten Hosen mit "Learning English Lesson 1", ihrem ersten englischsprachigen Album aus dem Jahre 1991, dass jetzt zum 30-jährigen Jubiläum in neuen Editionen vorliegt.

Ed Sheeran fällt mit "=" (Equals) von eins auf vier. Udo Lindenberg katapultiert sich, nachdem er auch bei "Wetten, dass ...?" aufgetreten war, mit "Udopium - Das Beste" als Aufsteiger der Woche von Rang 78 auf fünf.

Im "Fluss" ist Lea und bringt es mit ihrem so benannten Album auf Anhieb auf Rang sechs. Radiohead kommen mit "Kid A Mnesia", dem Doppel-Reissue ihrer Werke "Kid A" und "Amnesiac", auf Platz sieben an. Santianos "Wenn die Kälte kommt" fällt von vier auf acht zurück.

Bullet For My Valentine entern das Terrain mit ihrem gleichnamigen Album auf Platz neun. Und Jethro Tull gelangen mit der Wiederveröffentlichung von "Benefit" 50 Jahre nach dessen ursprünglichem Erscheinen auf Rang zehn.

Universal Music triumphiert dank Abba mit überragenden 76,9 Prozent Marktanteil im Vertriebsranking zu den Top 100 Longplay vor Warner Music (12,7 Prozent), Sony Music (6,2 Prozent), 375 Media (1,8 Prozent) und Believe/GoodToGo (1,4 Prozent).

In den Top 100 Singles lassen Katja Krasavice und Leony mit "Raindrops" der Konkurrenz keine Chance. Krasavice landet damit ihren vierten Nummer-eins-Hit in diesem Jahr.

Ed Sheeran bleibt Zweiter mit "Shivers". Ellton John und Dua Lipa gehen mit "Cold Heart" eine Rangstufe rauf auf die Drei. Steigern können sich auch die Glass Animals und ihr "Heat Waves" (von sechs auf vier) und Lost Frequencies und Calum Scott, deren Kollaboration "Where Are You Now" von neun auf fünf klettert.

Als zweithöchster Neuzugang der Woche findet sich "Gelebt", eine Kollaboration von KC Rebell und Raf Camora, auf Position zehn.

Auch im Singlesbereich liegt Universal Music in der Vertriebswertung vorn anhand eines Wochenanteils von 41,2 Prozent. Sony Music folgt auf dem Fuße (25,6 Prozent). Die Top 5 komplettieren Warner Music (20,2 Prozent), Believe/GoodTo Go (7,0 Prozent) und iGroove (2,0 Prozent).

In den Top 100 Compilations landet "Schlager für Alle - Weihnachten"- Die Neue" direkt auf dem obersten Podestplatz. Die "Bravo Hits 115" behaupten Rang zwei. "Schlager 2021 - Die Hits des Jahres" debütiert an dritter Stelle.

Und Top-10-Einstiege schaffen auch noch "Die ultimative Chart Show - Die erfolgreichsten Hits 2021" (Position vier), die "Ballermann Hits Party 2020" (sieben), die "Bravo Hits X-Mas Party" (neun) sowie die Karnevalskopplung "Kölsch & jot - Top Jeck 2022" (zehn).

Hier weisen die GfK-Zahlen einen spannenden Dreikampf der Distributoren aus, den Sony Music (29,5 Prozent) vor Warner Music (29,3 Prozent) und Universal Music (27,9 Prozent) für sich entscheidet. Den vierten Rang nimmt Pavement Records ein (5,5 Prozent).