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Bertelsmann legt Zahlen vor und deutet Deezer-Deal an

Bei der Bertelsmann-Bilanz fürs dritte Quartal standen vor allem die ehrgeizigen Ziele im Streamingbereich im Fokus von CEO Thomas Rabe. Hier will der Konzern unter dem Dach der RTL Group ein crossmediales Angebot schnüren. Wie viel Musik darin steckt und was Deezer damit zu tun haben könnte, blieb zunächst unklar. Zur BMG-Tochter kamen eher allgemein lobende Worte.

04.11.2021 15:22 • von
Plant bei RTL ein crossmediales Angebot samt Musik: Bertelsmann-CEO Thomas Rabe (Bild: Bertelsmann)

Bei der Präsentation der Bertelsmann-Bilanz fürs dritte Quartal standen vor allem die neuen und ehrgeizigen Ziele des Unternehmens im Streamingbereich im Fokus von CEO Thomas Rabe. Hier will der Konzern unter dem Dach der RTL Group in der ersten Jahreshälfte 2022 ein crossmediales Angebot rund um die Marke RTL+ knüpfen, die aktuell an die Stelle des bisherigen TVNow tritt.

Die hier geplante Entertainment-Plattform soll dann neben Videos auch Musik, Podcasts, Hörbücher und E-Magazine umfassen. Wie viel Musik tatsächlich darin stecken soll, blieb zunächst unklar. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet aber bereits von einer "exklusiven Partnerschaft" mit dem Audio-Streamingdienst Deezer.

Mit bereits 3,4 Millionen zahlenden Abonnenten weist die RTL Group in diesem Bereich zum Ende des dritten Quartals im Vorjahresvergleich ein Plus von 91 Prozent aus, die Umsätze von RTL+ und Videoland lagen um 31 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Zu vielen Tochtergesellschaften hält sich der Bertelsmann-Konzern in der Bilanz zum dritten Geschäftsjahresquartal ansonsten mit Zahlen zu Umsätzen und Erträgen bedeckt. Zur Musiktochter BMG kamen so denn auch eher allgemein lobende Worte: BMG habe "ein umfangreiches Rechteportfolio von Tina Turner", erworben, hob Thomas Rabe hervor, auch wenn dieser erst Anfang Oktober verkündete Deal nur sehr bedingt Auswirkungen auf die Bilanz für den Berichtszeitraum von Anfang Juli bis Ende September gehabt haben dürfte. Darüber hinaus habe die Musiktochter "die erfolgreiche Repertoire-Strategie" fortführen können und "weltweite Superstars" wie Bryan Adams, Santana, Soft Cell oder Johnny Marr unter Vertrag genommen, wie es in der Bertelsmann-Mitteilung heißt.

Zum Halbjahr wuchs BMG bei den Umsätzen von 282 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum um 5,2 Prozent auf 296 Millionen Euro. Das Operating EBITDA lag mit 50 Millionen Euro um 3,1 Prozent über den 49 Millionen Euro aus dem ersten Fiskalhalbjahr 2020.

Text: Knut Schlinger