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Neue Allianz der Kultur- und Kreativwirtschaft wirft Hut in den Ring

Einen Soft-Launch der k3d gab es bereits im Sommer, als Florian Drücke die Koalition der Kultur- und Kreativwirtschaft bei einer Konferenz erwähnte. Nun, angesichts der Verhandlungen einer möglichen Ampel-Koalition, trat das Bündnis privatwirtschaftlicher Verbände erstmals offiziell an die Öffentlichkeit. Mit dabei sind unter anderem Organisationen aus den Bereichen Musik, Film, Games und Medien.

02.11.2021 11:36 • von
Offene Koalition anstelle starrer Strukturen eines Dachverbands: die Koalition der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland (k3d) will gegenüber der Politik als Dialogpartner und Impulsgeber auftreten (Bild: k3d)

Einen Soft-Launch gab es bereits im Sommer, als der BVMI-Vorstandsvorsitzende Florian Drücke die neu gegründete Koalition der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland (k3d) bei der Konferenz The New European Bauhaus erstmals erwähnte. Nun, angesichts der laufenden Verhandlungen einer möglichen Ampel-Koalition, trat das Bündnis zahlreicher privatwirtschaftlicher Verbände erstmals auch offiziell an die Öffentlichkeit.

Dem neuen Bündnis soll es darum gehen, als kompetenter Dialogpartner und Impulsgeber aufzutreten - und zwar auf Bundes- und Länderebene, aber auch auf der europäischen Bühne. Dabei will man die Interessen der Kultur- und Kreativwirtschaft in all ihrer Vielfalt bei den Akteur*innen aus der Politik sichtbar machen, und fordert dafür von einer neuen Bundesregierung zunächst einen fixen Ansprechpartner für die Belange der Branchen, oder, um es mit den Worten einer ersten Verlautbarung zu sagen, eine "exponierte Zuständigkeit" in der neuen Bundesregierung.

"Als Branche stehen wir für Kreativität, Innovation, Produktivität und Wirtschaftswachstum. In der Vergangenheit fehlte es an einer politischen Anlaufstelle, die sich für uns zuständig fühlt, die Leistungen und Potenziale unserer Branche versteht und befördert", formulierte der BVMI-Vorstand Florian Drücke in der offiziellen Mitteilung. "Ein echter Verantwortungsbereich für die Kultur- und Kreativwirtschaft in der neuen Bundesregierung sollte die Kräfte bündeln und ein wirtschaftliches Klima schaffen, das die Branche unterstützt."

In einer begleitenden Onlinerunde mit Medienvertreter*innen erinnerte Drücke zudem daran, dass man sich in einer Krisenzeit zusammengefunden habe, als man immer wieder habe feststellen müssen, zwischen den Stühlen der Wirtschafts- und Kulturpolitik zu sitzen. Tatsächlich aber verfüge man "über die Kraft der zwei Herzen" - also Wirtschaft und Kultur - dazu passend müsse eine neue Regierung nun aber auch "die Zuständigkeiten neu denken".

"Eine Stärkung des Rechtsrahmens für unsere Branche ist angesichts ihrer Bedeutung eine marktwirtschaftliche Notwendigkeit", unterstrich VAUNET-Geschäftsführerin Daniela Beaujean in ihrem offiziellen Statement. In der begleitenden Runde strich sie zudem die hohe wirtschaftliche Bedeutung der Branchen heraus, aber auch deren gesellschaftliche Relevanz. Nun müsse man auf die richtigen Rahmenbedingungen drängen, um auch weiterhin Innovationen zeigen zu können.

Mit dabei in der k3d-Koalition sind unter anderem Organisationen aus den Bereichen Musik, Film, Games und Medien. So engagieren sich aus dem Musikbereich der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV), der Bundesverband Musikindustrie (BVMI), der Deutsche Musikverleger-Verband (DMV), die Society Of Music Merchants (SOMM) und der Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT).

Aus Film, Funk und Fernsehen sind die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) und der VAUNET-Verband Privater Medien mit an Bord, hinzu kommen der game-Verband der deutschen Games-Branche sowie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und der Verband Deutscher Bühnen- und Medienverlage sowie darüber hinaus der Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG), der Deutsche Designtag (DT) und das Fashion Council Germany (FCG).

Text: Knut Schlinger