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Frank Briegmann über Abba, die Börse, Katalogkäufe und Superfans

Am 5. November steht bei Universal Music das neue Album von Abba an. In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" spricht Frank Briegmann vom "größten Comeback" der Musikwelt. Zudem richtet der Spitzenmanager seinen Fokus auf den Börsengang des Unternehmens, auf millionenschwere Kataloge oder die Chancen, auch jenseits des Streamings Trends zu setzen.

29.10.2021 12:28 • von
Sieht noch reichlich Potenzial im Streaming, aber auch darin, sogenannte Superfans mit Produkten rund um ihre Stars zu erreichen: Frank Briegmann (Bild: Universal Music, Laurence Chaperon)

Am 5. November 2021 steht bei Universal Music die Veröffentlichung des neuen Albums von Abba an: "Das ist wohl das größte Comeback, das in der Musikwelt heute noch möglich war", sagt Frank Briegmann in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 29. Oktober 2021. Allerdings sei es auch "ein echtes Abenteuer für alle Beteiligten", nach Jahrzehnten noch einmal ins Studio zu gehen, ergänzt der Chairman & CEO von Universal Music Central Europe und der Deutschen Grammophon.

Den Abba-Katalog halte Universal Music bereits seit gut 50 Jahren: "Und ob zu Hochzeiten der Schallplatte, der CD, der Downloads oder nun im Streaming-Zeitalter: Ihre Musik hat nie an Wert verloren", wie Briegmann mit Verweis auf die zuletzt bei einem Streamingdienst um 40 Prozent gestiegene Zahl der monatlichen Hörer von Abba erläutert.

Der unter anderem von Investoren befeuerte Wettbewerb um Musikkataloge bereite ihm keine Sorgen, betont Briegmann: Schließlich komme es auch auf eine auf lange Sicht gute Vermarktung und den respektvollen Umgang mit Musikrechten an: "Ein Musikkatalog ist kein Selbstläufer und wirft daher nicht automatisch Millionen ab. Er muss vielmehr mit Sorgfalt und Sachverstand gemanagt werden."

Den jüngst erfolgten Börsengang der Universal Music Group wertet Briegmann als "ein großes Kompliment für unsere Arbeit und die unserer Künstlerinnen und Künstler", und verweist - angesichts einer Quote von bislang bloß 20 Prozent der Erwachsenen in Deutschland, die über ein kostenpflichtiges Musikabo verfügen würden - auf weiteres Potenzial im nationalen und internationalen Musikmarkt, im Streamingbereich ebenso wie im physischen Geschäft oder im Merchandising: "Superfans sind absolut bereit, mehr Geld für ihren Star auszugeben als für ein heutiges Streaming-Abo", sagt Briegmann: "Zumindest, solange sie einen Mehrwert darin erkennen. Und daran arbeiten wir intensiv."