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Konferenz Veranstaltungswirtschaft stellt Forderungen an Bundesregierung

Auf der ersten Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft, die am 28. Oktober in der Station Berlin stattgefunden hat, haben die vertretenen Verbände unter Federführung der fwd: Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft ein Forderungsmemorandum an die Bundesregierung übergeben.

28.10.2021 18:23 • von Frank Medwedeff
Bei der Übergabe des Forderungskatalogs: Staatssekretätin Bettina Hagedorn und Konferenzleiter und Moderator Georg Ehrmann (Bild: Alexander Franz)

Auf der ersten Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft, die am 28. Oktober in der Station Berlin stattfand, haben die vertretenen Verbände unter Federführung der fwd: Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft ein Forderungsmemorandum an die Bundesregierung übergeben.

Bettina Hagedorn (SPD), Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, die beim Konferenz-Panel zum Themenblock Politik auf dem Podium saß, nahm den Forderungskatalog in Empfang, der von den Teilnehmern der Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft zuvor beschlossen wurde.

Der Katalog besteht aus 33 politischen Forderungen an die kommende Regierung. Die erste Forderung ist die Anpassung des Überbrückungsprogramms. Um der Veranstaltungswirtschaft eine Perspektive zu geben, soll dieses bis sechs Monate über das Ende aller Covid-19-Einschränkungen hinweg verlängert werden.

Zweitens soll die Neustarthilfe ebenfalls verlängert werden auf über sechs Monate nach Krisenende. Schließlich hätten Veranstaltungen einen Planungsvorlauf von bis zu zwölf Monaten, bevor eigene Umsätze für eine Stabilisierung sorgen könnten. Derzeit sei die Neustarthilfe zu gering und liege unter Mindestlohn und Existenzminimum.

Drittens würde die geplante Beendigung der Kurzarbeit am 31. Dezember 2021 laut den beteiligten Verbänden und Organisationen der Veranstaltungswirtschaft zu weitreichenden Kündigungen ab Herbst führen. Wegen der andauernden Planungsunsicherheit fordert die Bundeskonferenz eine Verlängerung der Kurzarbeit ebenfalls bis sechs Monate nach Beendigung aller Corona-Beschränkungen. Das beinhalte den vereinfachten Zugang, die erhöhten Sätze und die Übernahme von 100 Prozent der Sozialversicherungskosten.

Viertens müsse es einen "Marshallplan" für die Branche geben. Dieser müsse ein Investitionsprogramm für Neustart und Ausfallkosten beinhalten. Fünfte Forderung ist die Schaffung des Postens eines Regierungsbeauftragten für die Branche, nach dem Vorbild des Beauftragten für Tourismus und Mittelstand.

Der gesamte Forderungskatalog findet sich hier.

Auf der Bundeskonferenz wurden elf Vertreterinnen und Vertreter gewählt, die die Veranstaltungswirtschaft gegenüber Regierungsstellen repräsentieren werden. Dies sind Jörg Steffen Balzert (Veranstaltungstechniker), Sandra Beckmann (Selbstständige bei Event Kombinat Castrop-Rauxel), Christian Eichenberger (Vorstandsvorsitzender der Party Rent Gruppe), David Eickelberg (Inhaber der Touchdown! Event Solutions), Marcel Fery (Vorstandsmitglied der TSE AG für Veranstaltungstechnik), Alexander Franz (Kreistagsfraktionsassistent bei den Grünen), Mike P Heisel (Musik- und Medienmanager), Kerstin Meisner (Herausgeberin beim memo-media Verlag), Jennifer Mulinde-Schmid (Inhaberin Schwarze Heidi), Alexander Ostermaier (Mit-Initiator von #AlarmstufeRot und langjähriger Geschäftsführer von Neumann & Müller Veranstaltungstechnik) sowie Bernard vom Bauer (Projektleiter bei Atmosphere Wiesbaden).

Die Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft und die mitwirkenden Akteur*innen engagieren sich für die durch die Corona-Krise "Leidtragenden des sechstgrößten Wirtschaftszweigs Deutschlands", der dennoch in keinem Wahlprogramm der im Bundestag vertretenen Parteien erwähnt worden sei.

Der Sektor - mit mehr als 240.000 Unternehmen, 1,13 Millionen Beschäftigten und einem Jahresumsatz vor der Krise von rund 81 Milliarden Euro - habe während der Covid-19-Pandemie kaum im Blickfeld von Politik und Öffentlichkeit gestanden. Die politischen Forderungen habe die Bundeskonferenz nun "gemeinsam gefunden und ausformuliert, um den Fokus der nächsten Regierung wesentlich stärker auf die Notlage der Veranstaltungswirtschaft zu richten".