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Neue Großarena für München wird konkreter

In München will die Gesellschaft SWMUNICH Real Estate eine neue Arena für mehr als 20.000 Besucher in der Nähe des Flughafens bauen. Dies könnte vor allem zu Lasten der Olympiahalle gehen.

28.10.2021 13:01 • von Frank Medwedeff
In Planung am Münchner Flughafen: das MUCcc (Bild: Screenshot muc-cc.cpm)

In München wollen private Investoren, die in der Gesellschaft SWMUNICH Real Estate zusammengeschlossen sind, für 250 Millionen Euro eine neue Arena für mehr als 20.000 Besucher in der Nähe des Flughafens bauen. Erste Schritte dazu gab es bereits im Sommer und im Herbst 2020. Wie die "Süddeutsche Zeitung" nun berichtet, wollen der Bund und der Freistaat Bayern das Geschäft absegnen.

Von der Stadt München sei zwar Widerstand zu konstatieren, doch fehle den Verantwortlichen die Handhabe. Die Münchner Grünen präferieren eine neue Halle im Olympiapark, und auch der Münchner Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner von der CSU habe Pläne für ein Projekt dieser Art auf dem Gelände des Eissportzentrums bestätigt.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hält einen Arena-Neubau weit außerhalb der Stadt ebenfalls für ein "falsches Signal", auch was die Nachhaltigkeit betreffe. Seine Partei wolle ein Gesamtkonzept für die Konzertlandschaft der Stadt errichten und sich dabei auf die bestehenden Standorte und das Potenzial für deren zukünftige Entwicklungen fokussieren. "Eine eigene Eventhalle am Münchner Flughafen gehört für uns nicht zu diesem Konzept", wie die "SZ" die Kultursprecherin der SPD-Stadtratsfraktion, Julia Schönfeld-Knor, zitiert.

Ein Sprecher von SWMUNICH Real Estate habe indes laut "SZ" dargelegt, dass die Investorengruppe in München "einen weißen Fleck" in Sachen moderner Konzertarenen festgestellt habe.

Eine Kurzstudie stelle der Olympiahalle ein schlechtes Zeugnis aus, da diese zu wenig Kapazität besitze, logistische und bauliche Schwächen habe und über keine exklusiven Logen verfüge.

Das Areal am Flughafen im Erdinger Moos sei geeignet, da hier keine Wohnungen in der Nähe seien, eine gute Infrastruktur bestehe, und die S-Bahn-Station "Besucherzentrum" zu Fuß schnell zu erreichen sei. Der Freisinger Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher sprach gegenüber der "SZ" von einem "durchaus interessanten Projekt", von dem auch die Freisinger Hotellierie profitieren könnte.

Marion Schöne, Geschäftsführerin Olympiapark München, sagte: "Das wird eine Herausforderung für uns, aber wir nehmen die Herausforderung an". Sie glaube aber im Gegensatz zu den Planern der neuen Arena nicht daran, dass mit deren Errichtung kein Verdrängungswettbewerb drohe: "Es ist nicht so, dass der Kuchen automatisch größer wird, wenn am Flughafen eine neue Halle kommt ... Er wird nur anders verteilt." Größere Umbauten, die die Olympiahalle wettbewerbsfähiger machen könnten, seien jedenfalls nicht möglich: "Die Halle steht ja unter Denkmalschutz, da dürfen wir nichts verändern. Wir können zum Beispiel keine Logen einbauen", wie Schöne betont.

SWMUNICH Real Estate plant die neue Arena unter dem Projektnamen "MUCcc - Multifunktionales Konzert- und Kongresszentrum in der Metropolregion München". Das MUCcc soll eine speziell auf Konzerte ausgerichtete Veranstaltungsstätte mit perfekter Akustik, "sehr guten Sichtverhältnissen" mittels einer 270-Grad-Hufeisenform und "höchstem Komfort" werden. Ziel sei es zudem, "die nachhaltigste Konzertarena in Deutschland zu werden".

"Durch das multifunktionale Konzert- und Kongresszentrum MUCcc soll München als Veranstaltungsort zu anderen deutschen und europäischen Metropolregionen aufschließen", so die beiden Geschäftsführer Lorenz Schmid und Gert Waltenbauer auf der Webseite des Projekts.