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Universal Music kratzt nach neun Monaten an der Sechs-Milliarden-Marke

Am 27. Oktober legte die Universal Music Group ihre erste Quartalsbilanz als börsennotiertes Unternehmen vor. Das Zahlenwerk zeigt zweistellige Zuwächse bei Umsatz und EBITDA. Nach neun Monaten ist zudem fast die Umsatzmarke von sechs Milliarden Euro erreicht - 2018 brauchte der Konzern dafür noch das ganze Geschäftsjahr. Chairman Lucian Grainge räumte zudem Helene Fischer einen prominenten Platz ein.

27.10.2021 18:58 • von
Zuwächse im prozentual zweistelligen Bereich: die Umsatz- und Ertragszahlen der Universal Music Group für das dritte Quartal 2021 (Bild: Universal-Music-Präsentation, Screenshot)

Am 27. Oktober 2021 zu Handelsschluss an der Euronext in Amsterdam legte die Universal Music Group ihre erste Quartalsbilanz als nun seit September börsennotiertes Unternehmen vor. Das Zahlenwerk zeigt fürs dritte Quartal prozentual zweistellige Zuwächse bei Umsätzen und beim Vorsteuerergebnis.

Demnach wuchsen die konzernweiten Einnahmen des Unternehmens im dritten Quartal auf 2,153 Milliarden Euro, was einem Umsatzplus von16,1 Prozent zum Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht oder, bereinigt um Wechselkursschwankungen, einem Plus von 17,4 Prozent. Das EBITDA-Ergebnis vor vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wuchs in den drei Monaten von Anfang Juli bis Ende September im Vorjahresvergleich um 12,1 Prozent auf 426 Millionen Euro, bei einer Marge, die mit nunmehr 19,8 Prozent knapp unter dem Vorjahreswert von 20,5 Prozent lag. Bereinigt zum Beispiel um einmalige Kosten im Zusammenhang mit dem Börsengang lag das Adjusted EBITDA im dritten Fiskalquartal bei 461 Millionen Euro, ein Plus von 20,7 Prozent.

"Unsere operativen und finanziellen Ergebnisse im zurückliegenden Quartal - unserem erstem als eigenständig börsennotiertem Unternehmen - belegen, dass UMG das weltweit erfolgreichste Musikunternehmen ist, aber auch, dass sich unser Engagement für die Entwicklung der Karrieren von Künstler*innen und zur Förderung von Innovation das Wachstum im gesamten Musik-Ökosystem anschiebt", sagte Lucian Grainge als Chairman & CEO der UMG bei der Präsentation der Quartalszahlen.

Es gebe keine andere Firma im Musikgeschäft, der dies so gelinge, betonte Grainge kurz nach Börsenschluss in einer Runde vor Investoren und Medienvertretern. Das belege auch die große Zahl von Künstler*innen auf all den verschiedenen Stufen der Karriereleiter, die Verträge mit Universal Music unterzeichnen oder verlängern würden.

An erster Stelle, noch vor Aerosmith und Andrea Bocelli, nannte Grainge hier das Beispiel der deutschen Künstlerin Helene Fischer, die ihre bereits langjährige Zusammenarbeit mit Universal Music erst kürzlich langfristig verlängerte. Dass auch die koreanischen Weltstars von BTS erst jüngst eine nun globale Zusammenarbeit mit Universal Music vereinbart hätten, bestätigte der Chairman & CEO dann einige Augenblicke später.

Boyd Muir, CFO & President of Operations, verwies zudem darauf, dass die jüngsten Ergebnisse auf der Stärke des Künstlerstamms und des Katalogs von Universal Music basieren würden, aber auch auf den "zunehmend diversifizierten Einnahmequellen unseres Geschäfts".

Im Bereich Recorded Music bedeuten Umsätze in Höhe von 1,711 Milliarden Euro Zuwächse von währungsbereinigten 16,9 Prozent. Hier wuchsen die Einnahmen aus der Vermarktung von Musik über Abo- und Streamingdienste um 15,2 Prozent und blieben damit zum Beispiel hinter den kurz zuvor präsentierten Zuwächsen um rund 27 Prozent bei Spotify zurück. Aber auch der Verkauf physischer Tonträger, vor allem angeschoben vom Vinyl und dem D2C-Geschäft, legte um 11,6 Prozent zu. Das Verlagsgeschäft von Universal Music Publishing sorgte bei Einnahmen in Höhe von 363 Millionen Euro für ein Plus von 21,4 Prozent. Und auch die Einnahmen aus der Sparte "Merchandising and Other" legten um 13,5 Prozent auf 84 Millionen Euro zu.

Nach neun Monaten ist zudem schon fast die Umsatzmarke von sechs Milliarden Euro erreicht: 5,984 Milliarden Euro an Umsätzen weist die Universal Music Group nach zunächst noch vorläufigen Zahlen für den Zeitraum von Anfang Januar bis Ende September aus. Zur Erinnerung: 2018 brauchte der Konzern dafür noch das ganze Geschäftsjahr, nachdem gerade einmal zwei Jahre zuvor erstmals Umsätze von mehr als fünf Milliarden Euro erreicht werden konnten.

Text: Knut Schlinger