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Musik- und Veranstaltungswirtschaft kooperieren beim Green Deal

Um dem Klimawandel zu begegnen und zur Erreichung der Ziele des Green Deals der EU beizutragen, haben die Verbände des Forums Veranstaltungswirtschaft und des Forums Musikwirtschaft einen Schulterschluss vereinbart.

27.10.2021 14:42 • von Frank Medwedeff
Für ihn müssen "alle" prüfen, welchen Beitrag sie für Nachhaltigkeit und gegen den Klimawandel leisten können: Jens Michow, mit dem BDKV sowohl im Forum Veranstaltungswirtschaft als auch im Forum Musikwirtschaft aktiv (Bild: Klaus Westermann)

Um dem Klimawandel, "der größten Herausforderung unserer Zeit", zu begegnen, haben die Verbände des Forums Veranstaltungswirtschaft und des Forums Musikwirtschaft, "die Allianzen maßgeblicher Verbände des jeweiligen Wirtschaftszweigs", einen Schulterschluss vereinbart. Damit wollen sie gemeinsam dazu beitragen, die Ziele des sogenannten Green Deals der Europäischen Union zu erreichen. Alle 27 EU-Mitgliedstaaten haben sich mit dem Green Deal verpflichtet, die EU bis 2050 "zum ersten klimaneutralen Kontinent" zu machen. Sie vereinbarten hierzu, die Emissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken.

Der Green Deal soll aber zugleich eine Chance für die Entwicklung eines neuen Wirtschaftsmodells bieten. Unternehmen in allen Wirtschaftssektoren sind dabei aufgefordert, öffentliche und überprüfbare Verpflichtungen einzugehen, um ihren gesamten CO2-Fußabdruck zu verringern, nachhaltigere Produkte herzustellen und zu vermarkten und ihre Bemühungen zu verdoppeln, um die Verbraucher über die Auswirkungen ihrer Konsumentscheidungen zu sensibilisieren.

Die dazu in den nächsten Jahren zu verabschiedenden Gesetze werden somit nicht nur die Bürger, sondern auch die Unternehmen für kommende Generationen betreffen. Sie werden nicht nur die Strukturen der produzierenden Industrie, sondern auch den Dienstleistungsbereich inklusive der Veranstaltungs- und Musikwirtschaft "fundamental verändern", wie die beteiligten Verbände betonen. Dazu zählen Künstler, Hallen- und Musikclubbetreiber, Konzert- und Künstleragenturen, Künstlermanager, Messeveranstalter, der Musikalienfachhandel, die Tonträgerindustrie und alle Dienstleister der beiden Wirtschaftsbereiche.

Zur Vorbereitung ihrer Maßnahmen führe die EU momentan Konsultationsprozesse durch, "an denen sich die Verbände der beiden Foren mit von ihnen entsandten Experten beteiligen werden". Die Organisationen wollen damit ihr Branchen-Know-how in die Prozesse der EU einbringen, um einerseits die größte Effizienz für ihre Bereiche zu erreichen, anderseits aber auch beratend tätig zu werden, "damit branchenrelevante Entscheidungen praxisgerecht gestaltet werden". Die Verbände wollen aber auch eine Diskussion über strukturelle Änderungen anstoßen, um deutlich zu machen, "dass wirklich alle betroffen sind".

"Die Frage, was der Rigger für die Nachhaltigkeit tun kann, hat in unserem Verband viele Folgefragen aufgeworfen, und gezeigt, dass dieses Thema alle angeht. Egal ob Soloselbstständige oder Arbeitgeber: Alle müssen Ihren Teil beitragen. Die ISDV-Mitglieder haben dies erkannt und begonnen, zu handeln", sagt Marcus Pohl, Vorsitzender der Interessengemeinschaft der selbständigen Dienstleisterinnen und Dienstleister in der Veranstaltungswirtschaft (ISDV).

Linda Residovic, Geschäftsführerin vom VPLT, dem Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik, erklärt: "Schon bei der Ökodesign-Verordnung und RoHS-Richtlinie konnten wir wichtige Bausteine für nachhaltiges Wirtschaften in der Veranstaltungswirtschaft in Brüssel verhandeln. Nun sind wir dabei, grundlegende Voraussetzungen für die kommenden ordnungspolitischen Maßnahmen mitzugestalten. Schön, dass das Forum Musikwirtschaft mit dem Forum Veranstaltungswirtschaft gemeinsam handelt."

Jens Michow, Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV), betont: "Wir werden alle prüfen müssen, welchen Beitrag wir zur Erreichung von Nachhaltigkeit, der Wiederverwendbarkeit von Produkten und Produktionsstoffen sowie zum Kampf gegen den Klimawandel leisten können. Im Schulterschluss werden die Verbände der Veranstaltungs- und Musikwirtschaft dazu nun branchenspezifische Konzepte entwickeln und ihre Mitglieder dabei unterstützen, diese umzusetzen."

Timo Feuerbach, Geschäftsführer des Europäischen Verbands der Veranstaltuns-Centren (EVVC), fügt an: "Im kommenden Jahr startet die Erarbeitung des Umweltzeichens Blauer Engel für nachhaltige Veranstaltungen. Diese Arbeit wollen wir langfristig auch auf die europäische Ebene heben und dabei unsere langjährigen Erfahrungen im nachhaltigen Betrieb von Veranstaltungsstätten im Rahmen des Green Deal einbringen."

BDKV, EVVC, ISDV und VLPT bilden mit der LiveMusikKommission (LiveKomm) und dem Fachverband Messen und Ausstellungen (FAMA) die Allianz des Forums Veranstaltungswirtschaft. BDKV und LiveKomm sind auch im Forum Musikwirtschaft dabei - zusammen mit dem Bundesverband Musikindustrie (BVMI), dem Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT), dem Deutschen Musikverleger-Verband (DMV), dem Interessenverband Musikmanager & Consultants (IMUC) und der Society Of Music Merchants (SOMM).