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Stadl Post ist in weiblichen Händen "ein gutes Zeichen"

Gregor Nebels Firma Deutsche Medienportale hat jüngst die "StadlPost" übernommen. MusikWoche sprach mit dem neuen Führungstrio - Patrizia Bartels, Brigitta Langhoff und Katrin Voigt - über die Vorzüge eines mit Frauen besetzten Führungsteams.

28.10.2021 11:04 • von

Gregor NebelsFirma Deutsche Medienportale hat jüngst die "StadlPost" übernommen. MusikWoche sprach mit dem neuen Führungstrio - Patrizia Bartels, Brigitta Langhoff und Katrin Voigt - über die Vorzüge eines mit Frauen besetzten Führungsteams.

____Wie ist die Arbeit an der neuen "StadlPost" angelaufen?

KATRIN VOIGT: Sehr gut! Mit Patrizia Bartels als Chefredakteurin und ihrer Stellvertreterin Brigitta Langhoff haben wir das beste Team für Unterhaltung und Boulevard. Wir leben unseren Slogan "Heimat Deiner Stars": mit spannenden Promi-Themen,­ ­exklusiven Inhalten und allem, was dazugehört. Ich bin stolz auf unser Team.

BRIGITTA LANGHOFF: Sehe ich auch so. Das Ergebnis der ersten Ausgabe zeigt einmal mehr, dass wir mit Schlager.de nicht nur sehr gut online können, sondern mit der "StadlPost" auch Print. Das freut mich persönlich sehr, da ich aus dem Print-Segment komme.

PATRIZIA BARTELS: Für mich war der Beginn voller Enthusiasmus und neuen Ideen gefüllt. Spannend war der Prozess, das Heft grafisch neu zu gestalten - die Qual der Wahl bei der Fotosuche und aus allem eben ein modernes, helles, freundliches und einladendes Heft zu "bauen".

____Könnten Sie schon ein konkretes Beispiel nennen für redaktionelle Synergien zwischen "StadlPost" und Schlager.de?

PATRIZIA BARTELS: Natürlich gibt es viele inhaltliche Synergien. Trendiger Online-Content hilft bei der Auswahl für Print sowie deren Gewichtung.

BRIGITTA LANGHOFF: Der Vorteil von Schlager.de und "StadlPost" ist, dass beide Medien die gleiche Zielgruppe bedienen. Nur eben in anderer Nutzungspräferenz. Die Redaktion muss sich thematisch nicht voneinander entfernen, geschweige denn völlig neu erfinden.

KATRIN VOIGT: Schlager.de ist über 20 Jahre alt und verfügt nicht nur über ein riesiges Archiv, sondern produziert täglich mehr als 50 aktuelle Beiträge. Die "StadlPost" schöpft aus Inhalten, wie sonst nur eine nationale Nachrichten-Zentralredaktion. Nur: Unsere Inhalte sind im Print gänzlich exklusiv.

____Wie hat man sich in Zeiten von Home Office und Zoom-Konferenzen die räumliche Zusammenarbeit von Schlager.de, "StadlPost" und den übrigen DTMP-Unternehmungen vorzustellen?

KATRIN VOIGT: Eigentlich ganz einfach: Wir sitzen täglich zusammen. Ob persönlich oder virtuell. Während der gesamten Corona-Pandemie hat es Gregor Nebel den Mitarbeitern freigestellt, ob aus dem Home Office oder vor Ort gearbeitet wird. Der gemeinsame Austausch vor Ort ist enorm wichtig.

PATRIZIA BARTELS: Das stimmt, mittlerweile sind auch alle geimpft. Und machen wir uns nichts vor: Kreative Köpfe brauchen Nähe! Man muss sich beim Entwickeln reiben können. Ich ziehe die persönliche Konferenz vor.

BRIGITTA LANGHOFF: Was die redaktionelle Arbeit angeht, ist es besser, wenn alle vor Ort sind, weil der kreative Austausch und die direkte Kommunikation besser werden. Der Austausch und die Planung der verschiedenen Medien sind so kürzer, schneller und besser.

____Welche Themen wird es in der ersten "StadlPost"-Ausgabe geben?

PATRIZIA BARTELS: Wir haben spannende Geschichten über den Welt-Star Maria Schell, Andreas Gabalier, Beatrice Egli, Andrea Berg, und natürlich geht es um die Schwangerschaft von Helene Fischer. Wir vermuten ja, dass sie in diesem Jahr noch heiraten wird ...

BRIGITTA LANGHOFF: Wir setzen unseren Fokus mehr auf Schlager, um eine breite Zielgruppe zu erreichen. Thematisch können sich unsere LeserInnen auf ein buntes Potpourri freuen.

KATRIN VOIGT: Unsere Zielgruppe ist sehr weiblich. Neu im Heft sind daher auch Beauty, Reisen, Horoskope und Rezepte. Wir freuen uns, sehr beliebte Experten wie Alfons Schuhbeck (TV-Koch), Serena Goldenbaum (Styling Helene Fischer und Andrea Berg) oder auch Kirsten Hanser (Astro-Expertin Sat.1 Frühstücksfernsehen) gewonnen zu haben.

____Welche Vorteile ergeben sich aus einer weiblich besetzten Führungsspitze?

KATRIN VOIGT: Die Zeiten sind vorbei, in denen alte weiße Männer in verrauchten Konferenzräumen der weiblichen Zielgruppe erklärt haben, wie sie zu denken haben. Frauen kennen sich selbst am besten. Gerade in der heutigen Zeit, in der viel über die Frauenquote diskutiert wird, finde ich es ein gutes Zeichen, die "StadlPost" in weibliche Hände zu legen. Wir alle drei sind Mütter - teilweise noch von Kleinkindern - und das zeigt doch, dass wir großen Wert darauf gelegt haben, dass Kind und Karriere funktionieren.

PATRIZIA BARTELS: Ich persönlich mache da tatsächlich überhaupt keinen Unterschied. In meinen 30 Berufsjahren habe ich sowohl unter Chefredakteurinnen als auch Chefredakteuren gearbeitet. Es gibt sicher immer Vor- und Nachteile - aber das ist marginal. Schlussendlich geht es um Teamarbeit und um das Blatt. Wir sind auf Augenhöhe, diskutieren nicht lange, sondern sind entscheidungsfreudig!

BRIGITTA LANGHOFF: Bei uns wird "Teamwork" großgeschrieben. Man kann sagen, dass wir trotz unserer Größe weiterhin eine familiäre Atmosphäre haben. Ich denke, der wohl größte Vorteil ist jedoch, dass wir uns gut, wenn nicht sogar besser in unsere vornehmlich weibliche Zielgruppe hineinversetzen können. Allerdings nicht nur, weil wir weiblich sind, sondern auch, weil wir ein Trio aus drei unterschiedlichen Generationen bilden.

____Von Andrea Berg über Beatrice Egli bis Helene Fischer: Die größten und wichtigsten Schlager-Stars sind derzeit Frauen. Ist vielleicht ausgerechnet der Schlager viel progressiver als gemeinhin angenommen?

KATRIN VOIGT: Die aktuellen Top-20-Schlagercharts beinhalten derzeit zwölf Herren. Dennoch finde ich, dass der Schlager progressiver wird. Nehmen wir mal das Beispiel Vanessa Mai, die jetzt einen Song mit Sido, einem der bekanntesten Rapper Deutschlands, veröffentlicht hat. Jetzt könnte man ja meckern und sagen: 'Das ist kein Schlager mehr', aber wer maßt sich denn an, das zu beurteilen? Wer setzt denn die Grenzen? Heutzutage vermischt sich doch vieles, und das ist auch gut so. Andrea Berg war früher auch deutlich konservativer als heute. Die Zeiten ändern sich und mit ihnen auch die Menschen und die Musik.

BRIGITTA LANGHOFF: Ich glaube, der Schlager ist immer noch mit sehr vielen Vorurteilen behaftet, die nicht zeitgemäß sind. Helene Fischer, Beatrice Egli und auch Andrea Berg sind gute Beispiele dafür, dass Schlager keine altbackene Musikrichtung mehr ist, die ausschließlich von Großeltern gehört wird. Die neue Generation hört Pop-Schlager, und dazu haben unter anderem die besagten Künstlerinnen maßgeblich beigetragen.

PATRIZIA BARTELS: In erster Linie sind die drei Ladies sehr hübsch anzuschauen. Und damit ist es ja nicht getan: Sie sind modern, klug, selbstbewusst und absolut professionell! Die Fans können sich identifizieren. Das ist es doch! Egal, ob Mann oder Frau: Sie sind Menschen wie du und ich. Und die Künstler in der Branche entwickeln sich auch weiter, sind Vorbilder.