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IFPI sieht wachsendes Interesse an Musik

Audiostreaming und Kurzvideoplattformen wie TikTok schieben den Konsum von Musik weltweit an. Das zeigt die jüngste Musiknutzungsstudie der IFPI. "Engaging With Music 2021" liefert auch abseits der großen Zahlen interessante Details, zum Beispiel zum Kaufverhalten bei Vinyl oder zum Interesse von Gamern an virtuellen Konzerten.

21.10.2021 14:48 • von
Kurzvideoplattformen und Streamingkonzerte im Blick: die IFPI fühlte in ihrer Studie "Engaging With Music 2021" dem Nutzerverhalten auf den Zahn (Bild: IFPI, "Engaging With Music 2021", Screenshot)

Audiostreaming und Kurzvideoplattformen wie TikTok schieben den Konsum von Musik weltweit an. Das zeigt die jüngste Musiknutzungs-Studie der IFPI, die ihre Erhebungen unter dem Namen "Engaging With Music 2021" am 21. Oktober 2021 in London vorstellte.

Demnach wuchs die Zeit, die Hörer*innen international mit Musik in ihren verschiedenen Darreichungsformen verbrachten, von noch 18 Stunden pro Woche im Jahr 2019 auf nunmehr 18,4 Stunden pro Woche im Sommer 2021.

Mehr als zwei Drittel der Umfrageteilnehmer*innen gaben an, Plattformen wie TikTok auch wegen Clips mit Musikbezug wie Dance-Challenges oder Lip-Synchs zu nutzen. Immerhin 29 Prozent sahen in den vergangenen zwölf Monaten den Livestream eines Konzerts. Für den Bericht ließ die IFPI in Zusammenarbeit mit den britischen Marktforschern von AudienceNet im Juni und Juli 2021 insgesamt 43.000 Onlinenutzer im Alter zwischen 16 und 64 aus 21 Nationen befragen. Bei der IFPI spricht man von nicht weniger als der größten Erhebung dieser Art.

"Engaging With Music erzählt die Geschichte, wie Fans auf der ganzen Welt sich auf eine noch nie dagewesene Weise mit den Künstlern und der Musik verbinden, die sie lieben", kommentiert IFPI-CEO Frances Moore die Ergebnisse der Studie. Die in der IFPI organisierten Musikfirmen hätten es Künstler*innen in den vergangenen Jahren ermöglicht, "ihre Visionen zu entwickeln", dafür Musik an eine breite Vielzahl an Plattformen lizenziert und neue Technologien genutzt, um Musikfans auf der ganzen Welt den Weg dafür zu ebnen, auf immer neue Weise mit Musik zu interagieren. Um auch künftig diese Möglichkeiten in einem wachsenden Marktumfeld nutzen zu können, wolle sich die IFPI auch weiterhin bei den Gesetzgebern weltweit für faire Rahmenbedingungen einsetzen.

"Engaging With Music 2021" liefert aber auch abseits der großen Zahlen und der politischen Dimensionen interessante Details, zum Beispiel zum Kaufverhalten bei Vinyl oder zum Interesse von Gamern an virtuellen Konzerten: So gaben immerhin elf Prozent der Umfrageteilnehmer*innen im Alter von 26 bis 34 Jahren an, im Laufe des letzten Monats vor der Befragung eine Schallplatte käuflich erworben zu haben, und 52 Prozent aller Nutzer*innen von Videospielen zeigten auch Interesse an Liveshows auf den verschiedenen Gaming-Plattformen.

Text: Knut Schlinger