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MTV Europe Music Awards finden trotz Kritik in Ungarn statt

Am 14. November verleiht der Musiksender MTV die Europe Music Awards (EMA). Obwohl Ungarn im Juni ein Gesetz verabschiedet hat, das Inhalte, die als Werbung für Homosexualität und Geschlechtsumwandlung gelten, zur Hauptsendezeit verbietet, will MTV die EMAs in Ungarn aus Solidarität mit der LGBTQ+-Gemeinschaft über die Bühne bringen.

21.10.2021 11:38 • von Jonas Kiß
Ist in acht Kategorien nominiert: Justin Bieber (Bild: Joe Termini)

Am 14. November 2021 verleiht der Musiksender MTV erneut die Europe Music Awards (EMA). Nachdem die Show 2020 virtuell stattfinden musste, wird die Verleihung der EMA-Trophäen nun live aus der Papp László Budapest Sportaréna in Ungarn übertragen.

Justin Bieber ist in gleich acht Kategorien nominiert, zum Beispiel als "Bester Künstler", "Best Pop" oder "Bestes Video" mit dem Song "Peaches".

Auf jeweils sechs Nominierungen kommen Doja Cat und Lil Nas X. Auch The Kid Laroi und Ed Sheeran sind jeweils in fünf Sparten nominiert. Als "Best German Act" gehen Badmómzjay, Alvaro Soler, Provinz, Tokio Hotel und Zoe Wees ins Rennen. Fans können online abstimmen, an wen die Preise gehen sollen.

Obwohl Ungarn im Juni ein Gesetz verabschiedet hat, das Inhalte, die als Werbung für Homosexualität und Geschlechtsumwandlung gelten, zur Hauptsendezeit verbietet, will MTV die EMAs in Ungarn aus Solidarität mit der LGBTQ+-Gemeinschaft über die Bühne bringen.

"Nachdem ich von der Verabschiedung dieses Gesetzes erfahren hatte, war meine erste Reaktion, dass wir die Veranstaltung in ein anderes Land verlegen sollten", erklärt Chris McCarthy, Präsident und Geschäftsführer der MTV Entertainment Group Worldwide.

Nach einigen Überlegungen will McCarthy die Show aber nicht verschieben, sondern als Gelegenheit nutzen, "um uns mit der LGBTQ+-Gemeinschaft in Ungarn und auf der ganzen Welt zu solidarisieren, während wir weiterhin für die Gleichberechtigung aller kämpfen".