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Britische Kartellwächter wollen Musikmarkt genauer untersuchen

Ob es um die Verteilung von Streamingerlösen oder die Regulierung des Zweitmarkts für Konzerttickets geht - die Musikwirtschaft stand zuletzt häufiger im Fokus der Competition & Markets Authority (CMA). Nun kündigen die britischen Wettbewerbshüter eine Untersuchung zum Musikmarkt und zum Digitalgeschäft an.

19.10.2021 11:51 • von
Neuer Vorstoß: die britischen Wettbewerbshüter wollen sich die Entwicklung im Musikmarkt genau anschauen (Bild: gov.uk, Screenshot)

Ob es um die Verteilung von Streamingerlösen oder die Regulierung des Zweitmarkts für Konzerttickets geht - seit Andrea Coscelli Mitte 2020 die Leitung bei den britischen Wettbewerbshütern übernommen hat, steht die Musikwirtschaft häufiger im Fokus der Competition & Markets Authority (CMA). Nun kündigt die Behörde eine Studie zum Musikmarkt und vor allem zum Digitalgeschäft an.

Der Schritt ist eine Reaktion auf die Untersuchung des Streamingmarkts durch den Ausschusses für Digitales, Kultur, Medien und Sport (DCMS). Der hatte nach zahlreichen Befragungen Reformbedarf in diesem Bereich erkannt und die britische Regierung gebeten, die Angelegenheit wiederum den Wettbewerbshütern zu übertragen.

"Wir wollen alles versuchen, um sicherzustellen, dass dieser Sektor wettbewerbsfähig ist, weiter wächst und sich zudem im Interesse der Musikliebhaber entwickelt", lässt CEO Andrea Cocelli bei seiner Ankündigung der anstehenden Untersuchung wissen. In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Musikindustrie schließlich so entwickelt, dass sie kaum noch wiederzuerkennen sei. Und auf Streaming entfalle mittlerweile mehr als 80 Prozent der in UK gehörten Musik: "Eine Marktstudie wird uns helfen, diese radikalen Veränderungen zu verstehen und uns ein Bild davon zu machen, ob der Wettbewerb in dieser Branche gut funktioniert oder ob weiterer Handlungsbedarf besteht", schlussfolgert Cocelli.

Obwohl die Ankündigung einer solchen Untersuchung zunächst einmal völlig wertfrei zu betrachten sein sollte, macht Cocelli in einem Schreiben an die für den DCMS-Bereich zuständige Ministerin Julia Lopez aber doch deutlich, dass hier Handlungsbedarf zu erkennen sei und man diese Studie bei der CMA an die Spitze der Priorisierungsliste setze.

Text: Knut Schlinger