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Spotify plant 70 Prozent mehr Mitarbeiter ein

Um Einnahmen durch Werbeumsätze zu steigern, will Spotify die Mitarbeiterzahl in Europa, Australien und Kanada um 70 Prozent erhöhen. Die firmeneigene Podcast-Werbeplattform Megaphone soll auch in Deutschland angeboten werden.

19.10.2021 13:03 • von
Möchten mehr Umsatz durch Werbung generieren: Spotify (Bild: Screenshot, Spotify.com)

Spotify plant die Mitarbeiterzahl in Europa, Australien und Kanada um 70 Prozent zu erhöhen, um Einnahmen durch Werbeumsätze zu steigern, da 210 von 365 Millionen aktiven Nutzern keine monatlichen Gebühren zahlen und somit werbefinanziert seien, laut einem Artikel von "Reuters". Die werbefinanzierten Abos würden demnach zwölf Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen.

Laut Morningstar-Analysten schaffe eine Anzeige nicht nur Einnahmen für das Unternehmen, sondern senke auch die Kosten, denn somit würden weniger Songs gespielt und es müssten im Gegenzug geringere Lizenzgebühren gezahlt werden. Der Musik-Streaming-Dienst zielt damit auf die überwiegende Zahl der Nutzer ab, die keine monatliche Gebühr zahlen.

"Wir investieren in unser Werbegeschäft. Was die langfristige Strategie betrifft, so denke ich, sind die Zeiten vorbei, in denen die Werbung weniger als 10 Prozent unseres Gesamtumsatzes ausmacht", sagt Lee Brown, Head of Advertising Spotify. Laut ihm habe Spotify einen Werbemanager mit 25 Jahren Erfahrung im internationalen Vertrieb eingestellt, er nannte jedoch noch keinen Namen.

Ein Anstieg der Podcast-Inhalte im zweiten Quartal mit 2,9 Millionen Podcasts, fast 12 Prozent mehr als in den letzten drei Monaten, habe dazu beigetragen die Werbeeinnahmen zu steigern, da Podcasts weitere Nutzer anziehen würden und somit mehr Zeit für Anzeigen schaffen würde. Für Werbende möchte Spotify Megaphone, seine Werbe- und Publishing-Plattform für Podcasts, in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien anbieten. Megaphone wurde 2020 von Spotify aufgekauft und vermarktet etwa ein Drittel der erfolgreichsten 200 Shows auf Spotify und Apple Podcasts.

Durch Investitionen von Spotify in Podcasts steigerte sich in den vergangenen Jahren der Wettbewerb mit Apple Podcasts. Das schwedische Unternehmen soll dieses Jahr voraussichtlich erstmals die Hörerzahl von Apple Podcasts überholen, laut dem Marktforschungsunternehmen eMarketer.

Text: Jana Moritz