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Revolverheld: Neue Tiefe zwischen den Zeilen

Mit ihrem letzten Album, "Zimmer mit Blick", gelang der Formation 2018 die höchste Chartsplatzierung ihrer Karriere. Mit "Neu erzählen", ihrem sechsten Longplayer, dürften Revolverheld nahtlos an die bisherigen Erfolge anknüpfen.

12.10.2021 10:11 • von Norbert Schiegl
Revolverheld wollen mit ihrem sechsten Album "Neu erzählen" an bisherige Erfolge anknüpfen (Bild: Sony Music)

Mit ihrem letzten Album, "Zimmer mit Blick", gelang der Formation 2018 die höchste Chartsplatzierung ihrer Karriere. Mit "Neu erzählen" (Columbia/Sony Music), ihrem sechsten Longplayer, dürften Revolverheld nahtlos an die bisherigen Erfolge anknüpfen.

Seit fast 20 Jahren ist die Band um Sänger Johannes Strate jetzt bereits aktiv. Mit anhaltendem Erfolg. Die Arbeiten an der neuen Platte begann die Band bereits im Festivalsommer 2019. In dieser Zeit entstanden Backstage und im Tourbus erste Songskizzen und Textfragmente. Unfertige Anfänge, angedachte Ideen. Als Revolerheld gerade daran gehen wollten, die vorhandenen losen Enden zu Songs und einem Album zu verdichten, kommt die Pandemie dazwischen.

»Neu erzählen« ist trotzdem kein Pandemie-Album geworden, und doch haben die letzten Monate die Songs nachhaltig geprägt. Man hört Nummern wie "Vom Suchen und Finden" oder "Dahinten wird's schon wieder hell" an, dass sie das Ergebnis einer ganz bestimmten Zeit sind, in der vielen anders war und sich wohl auch für immer verändert hat. Vieles davon hört man den Stücken auf "Neu erzählen" auch an und das auf oft ganz unterschiedliche Weise.

Viele Nummern auf dem Album zeichnen sich durch eine neu gewonnene Tiefe aus, manchmal ganz eindeutig, dann aber auch wieder sehr subtil zwischen den Zeilen. Zu den herausragenden Songs der Platte zählt neben dem gemeinsam mit dem US-Act The Night Game eingespielten Titel "Na ihr wisst schon" vor allem das enthusiastische Plädoyer für neue Möglichkeiten, "Abreißen", sowie die Ballade "Das Größte", eine Liebeserklärung von Johannes Strate an seinen Sohn.

Trotz aller Eingängigkeit der zwölf Nummern gelingt es Revolverheld, wie schon auf den vielen Alben zuvor, eine feine Balance zu halten zwischen musikalischer Leichtigkeit und inhaltlicher Substanz.