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Streit um Münchner Leutgeb-Shows

Münchner Konzertveranstalter, aber auch der Olympiapark kritisieren, dass sie bei den bislang geplanten drei Groß-Open-Airs von Leutgeb Entertainment auf dem Messegelände nicht zum Zuge kommen.

07.10.2021 12:28 • von Dietmar Schwenger
Lösen Streit in München aus: Robbie Williams (links) und Klaus Leutgeb (Bild: Leutgeb Entertainment)

Münchner Konzertveranstalter, aber auch der Olympiapark kritisieren, dass sie bei den bislang geplanten drei Groß-Open-Airs von Leutgeb Entertainment auf dem Messegelände nicht zum Zuge kommen.

In der "Süddeutschen Zeitung" erklärt Frank Bergmeyer. Geschäftsführer des örtlichen Veranstalters Propeller Music & Event und langjähriger Livepartner von Robbie Williams in München, er sei bereits vor Wochen enttäuscht worden, "auch von Robbie persönlich. Wenn das große Geld winkt, pfeift der auf Loyalität."

Der Verband der Münchner Konzertveranstalter VdMK betonen in seiner Kritik an den Shows von Andreas Gabalier, Robbie Williams und Helene Fischer einen anderen Punkt. "Uns Münchnern bleibt die Messe verschlossen, angeblich gibt es einen Exklusivvertrag für die nächsten fünf Jahre mit Leutgeb und der Messe", so der Verband in der "SZ".

Die Tageszeitung lässt auch den zuständigen Wirtschaftsreferenten Clemens Baumgärtner zu Wort kommen. Dieser weist die Vorwürfe "verärgert" zurück: "Ich mache das, wofür ich bezahlt werde, Geschäfte nach München zu holen." Der Konzerttourismus brächte der Stadt zum Beispiel durch Übernachtungen 250 bis 300 Millionen Euro.

Auch die Messe München verteidigt das Vorgehen. "Die Zukunft der Messen liegt nicht mehr allein im Verkauf von Quadratmetern. Als Eventveranstalter möchte die Messe München besondere Erlebnisse für Kunden schaffen. Großveranstaltungen mit bis zu 150.000 Besuchern auf dem Freigelände sind daher nächsten Sommer ein Highlight", erläutert Messe-Chef Klaus Dittrich in der "SZ".

Dagegen sieht Olympiapark-Chefin Marion Schöne die neue Location "sehr kritisch": "Die Geschäftsfelder zwischen Messe und Olympiapark waren bis dahin klar abgesteckt und sollten das auch weiterhin sein."

Klaus Leutgeb, Geschäftsführer des in Graz sitzendenden Unternehmens Leutgeb Entertainment, führt in der Zeitung aus, dass er vielleicht auch auf den Hockenheimring oder das Berliner Flugfeld gegangen wäre, aber die Messe, die schon Papst Benedikt und 250.000 Gäste bewältigt habe, sei "ein Rohdiamant für Konzerte und die Leitung hochprofessionell", das habe ihn überzeugt. Nicht bestätigen wollte der Österreicher in der "SZ" hingegen die Gerüchte, wonach auch die Rolling Stones im Sommer 2022 auf das Messegelände kommen würden.