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Opus Klassik fürs Lebenswerk geht an Reri Grist

Christa Ludwig, Mariss Jansons und Rudolf Buchbinder hießen zuletzt die Sieger*innen in der Kategorie Lebenswerk beim Opus Klassik. 2021 nun macht der deutsche Klassikpreis einen Schritt nach vorn in Sachen Diversität. Denn die Auszeichnung fürs Lebenswerk geht an Reri Grist, die als eine der ersten afro-amerikanischen Opernsängerinnen auch international Karriere machte.

04.10.2021 10:34 • von
Erzhält den Opus Klassik fürs Lebenswerk 2021: die US-Sängerin Reri Grist (Bild: privat)

Christa Ludwig, Mariss Jansons und Rudolf Buchbinder hießen zuletzt die Sieger*innen in der Kategorie Lebenswerk beim Opus Klassik. 2021 nun macht der deutsche Klassikpreis einen Schritt nach vorn in Sachen Diversität. Denn die Auszeichnung in der Kategorie "Würdigung des Lebenswerkes" geht an Reri Grist: "Die Sopranistin ist eine der ersten afroamerikanischen Sängerinnen mit einer internationalen Karriere im Opern- und Konzertbereich", teilten die Opus-Klassik-Macher am 4. Oktober mit. Die Jury lobte Reri Grist zudem als "eine beeindruckende Künstlerin mit einer außergewöhnlichen Geschichte".

Den "beispiellosen Werdegang" der US-amerikanischen Opernsängerin würden Auftritte an der Bayerischen und der Wiener Staatsoper, an der Mailänder Scala, der Royal Opera in London, bei den Salzburger Festspielen oder an der New Yorker Met markieren, erinnert der Verein zur Förderung der klassischen Musik: "Reri Grist ist eine Legende der Oper", urteilt Jurysprecherin Kerstin Schüssler-Bach mit Verweis auf eine über 30 Jahre währende aktive Karriere der Koloratursopranistin.

"Dass der Opus Klassik für das Lebenswerk in diesem Jahr Reri Grist überreicht wird, freut mich besonders, weil es zeigt, wie sehr ihr sängerisches Schaffen auch 30 Jahre nach Beendigung ihrer aktiven Laufbahn uns immer noch berührt und im kollektiven Gedächtnis geblieben ist", ergänzt Clemens Trautmann als Vorstandsvorsitzender des Vereins zur Förderung der Klassischen Musik.

Die Künstlerin selbst wertet die Auszeichnung als "eine große Ehre für mich": "Als Lehrerin und Mentorin von jungen begabten Gesangsschülerinnen und -schülern liegt mir die Förderung des Nachwuchses sehr am Herzen. Ich wünsche mir, dass sich künftig mehr junge Menschen für die Vielfalt der klassischen Musik begeistern." Die 1932 in New York geborene Reri Grist ist seit 1966 mit Ulf Thomson vereheiratet, der unter anderem Intendant des Radio-Symphonie-Orchesters Berlin war, und lebt in Hamburg.

Der Verein zur Förderung der Klassischen Musik verleiht den vierten am 10. Oktober 2021 erneut im Konzerthaus Berlin. Das ZDF überträgt die Gala zeitversetzt ab 22.15 Uhr. Désirée Nosbusch präsentiert die Verleihung des Klassikpreises und tritt damit die Nachfolge von Thomas Gottschalk an. Für die Gala haben unter anderem Sonya Yoncheva, Daniel Hope, Martin Fröst, Piotr Becza?a, Lucienne Renaudin Vary, Pablo Ferrández, Daniil Trifonov und Fatma Said Auftritte zugesagt.

Text: Knut Schlinger