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Reeperbahn Festival entschuldigt sich

In Reaktion auf die Beschwerden der Besucher*innen, dass es vor den Spielstätten zu langen Wartezeiten und mitunter zu Einlass-Stopps kam, entschuldigt sich das Reeperbahn Festival und verweist auf die Einschränkungen bei den Kapazitäten wegen der aktuellen Lage.

29.09.2021 15:09 • von Dietmar Schwenger
Erklärt, warum es zu Wartezeiten kam: das Reeperbahn Festival (Bild: Screenshot, Facebook Reeperbahn Festival)

In Reaktion auf die Beschwerden der Besucher*innen, dass es vor den Spielstätten zu langen Wartezeiten und mitunter zu Einlass-Stopps kam, entschuldigt sich das Reeperbahn Festival. "Wir haben Eure Kritik bezüglich der Umsetzung insbesondere der langen Wartezeiten vor den Spielstätten deutlich vernommen und nehmen sie sehr ernst", schreiben die Reeperbahn-Veranstalter auf Facebook.

"Deshalb möchten wir uns zuallererst bei allen entschuldigen, die kein gutes Festival-Erlebnis hatten und durch Einlass-Stopps wenig oder gar keine Konzerte sehen konnten - und teilweise sogar von weit her angereist sind. So soll es definitiv nicht sein, weshalb wir in die interne Fehleranalyse eingestiegen sind und eure häufigsten Kritikpunkte gesammelt haben, um an dieser Stelle darauf einzugehen."

Als erstes nennen die Veranstalter das Thema Kapazitäten: "Wir haben die diesjährige und bis zuletzt in vielerlei Hinsicht schwer einschätzbare Ausgabe, mit einer Auslastung von maximal 80 Prozent der Gesamtkapazität geplant und zwei große Open Air Spielorte (Draußen im Grünen & arte Concert Stage) mit ins Programm genommen."

"Dazu haben wir Acts, bei denen eine größere Nachfrage zu erwarten war, in diesem Jahr mehrfach auftreten lassen, damit die Besucher*innen mehrere Möglichkeiten hatten, diese auch erleben zu können. Leider mussten wir feststellen, dass dieses Konzept nicht wie erhofft aufgegangen ist. Dadurch entstand der Eindruck, wir hätten über Kapazität verkauft, was nicht zutrifft. Es gab neben den vollen Clubs auch Spielorte mit größerer Kapazität, die trotz starkem Programm leider nur halbvoll geblieben sind."

Gleichwohl müsse man zugeben: "Der Run auf die Indoor-Clubshows hat uns überrascht. Als wir dies festgestellt haben, haben wir umgehend versucht, die Besucher*innenströme mittels der App zu den Spielorten zu leiten, in denen noch jede Menge Platz war - was leider nicht besonders erfolgreich war."

Auch wissen die Veranstalter: "Wenn man sich ein Ticket kauft und am Ende nur einen oder gar keinen Programmpunkt erleben kann, den man sich vorgenommen hatte, ist das frustrierend. Das ist absolut nachvollziehbar."

Zudem schreiben sie: "Viele monieren, dass das Problem der langen Wartezeiten und Einlass-Stopps durch den bevorzugten Einlass von Inhaber*innen eines Delegates-Passes erheblich verstärkt worden sei. Im Laufe des Festivals haben wir die Delegates-Lanes teilweise aufgeweicht, da sie, anders als in "normalen Jahren", aufgrund der geringen Kapazitäten nicht überall funktioniert haben. Wir möchten aber dennoch um Verständnis werben."

Auch auf den Kritikpunkt, warum das Reeperbahn Festival nicht unter 2G-Bedingungen stattfand, gehen die Veranstalter ein: "Wir haben im Vorfeld in zahlreichen Interviews zu Protokoll gegeben, dass wir sehr gern in 2G veranstaltet hätten. Als sich diese Möglichkeit mittels der 50. Eindämmungsverordnung Ende August bot, haben wir alle sich daraus ergebenden konkreten Anwendungs-Optionen in Bezug auf unsere Veranstaltung in Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt detailliert geprüft. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass eine Einhaltung der mit der 2G-Wahloption verbundenen Auflagen für eine derart komplexe und internationale Veranstaltung wie das Reeperbahn Festival mit dem gegebenen Vorlauf nicht genehmigungsfähig ist, weshalb für uns letztlich nur die Durchführung 3G in Frage kam."

"Um es deutlich zu sagen: Die 3G Umsetzung bedeutete für uns einen erheblichen Mehraufwand in Sachen Erstellung individueller Hygienekonzepte für jeden Spielort, erheblich größeren Personalaufwand für unter anderem Ordnungsdienst, Bühnentechnik und Reinigung -bei gleichzeitig erheblich geringeren Kapazitäten", so die Veranstalter.

Abschließend formuliert das Festival: "Wir haben Eure Kritik verstanden und werden künftig vieles besser machen. Dennoch hoffen wir, dass Euch unser Statement hilft, einige Umstände ein wenig besser nachvollziehen zu können. Wir haben große Hoffnung, dass dies die vorerst letzte Pandemie-Ausgabe war und wir im kommenden Jahr endlich wieder gemeinsam und ohne Abstand auf dem Reeperbahn Festival die beste neue Musik feiern können."