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Charts KW 39: Maffay steigert seine Rekorde

Peter Maffay schnellt mit "So weit" direkt auf die Pole Position der deutschen Longplaycharts und baut seine Bestmarken als erfolgreichster Act hier auf nunmehr 20 Nummer-eins-Alben und 308 Wochen Gesamtpräsenz in den Top 10 aus. Bei den Singles hat gegen Katja Krasavices "Pussy Power" niemand eine Chance.

24.09.2021 16:21 • von Frank Medwedeff
Kann sich über seinen 20. Longplayspitzenreiter in Deutschland freuen: Peter Maffay mit dem Nummer 1 Award für "So weit" (Bild: Stefanie Kresse_Rocket Studios_Red Rooster)

Peter Maffay schnellt mit "So weit" direkt auf die Pole Position der deutschen Longplaycharts. Wie die Chartsermittler von GfK Entertainment bestätigen, baut der "Kultrocker" damit seine "unfassbare" Rekordmarke auf nunmehr 20 Nummer-eins-Alben in den Offiziellen Deutschen Charts aus. Zugleich schraube er den All-Time-Bestwert in der Kategorie des am längsten in den Album-Top-10 platzierten Acts weiter nach oben, und zwar auf nunmehr 308 Wochen.

Für "So weit" nahm Maffay bereits den Nummer-1-Award entgegen und sagte: "Dass es ein Nummer-eins-Album wird, lag weit außerhalb meiner Vorstellungskraft und jenseits meiner Erwartungen. Diese enorm positive Resonanz bedeutet mir aber sehr viel. Denn dieses Album wurde mehr noch als die vorherigen aus dem Bauch gemacht. Die Bedenken und Zweifel habe ich zuvor in den Lockdown geschickt."

Auf "So weit" komponierte Peter Maffay erstmals alle Songs selbst und spielte sie ohne seine Band, sondern nur mit dem Multiinstrumentalisten J.B. Meijers als Begleitmusiker ein. Die Texte stammen von Johannes Oerding und dessen Kreativ-Partner Benni Dernhoff, bei zwei Songs wirkte zusätzlich Maffays Lebensgefährtin Hendrikje Balsmeyer mit.

Patrick Mushatsi-Kareba, CEO Sony Music Entertainment GSA, erklärt: "Das gesamte Sony-Music-Team und ich persönlich sind nicht nur stolz, die Musiklegende Peter Maffay bis hierhin begleitet zu haben. Vielmehr sind wir mindestens ebenso stolz, ihm auch künftig als sein Team bei den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung ein innovativer und starker strategischer Partner zu sein."

Markus Hartmann, Vice President RCA & Ariola bei Sony Music, fügt an: "Die Königsklasse in der Musik sind Künstler, bei deren Konzerten man jeden Song einer 90-Minuten-Show kennt. Darüber gibt es nur noch Peter Maffay, der 20-mal auf #1 in die Charts ging. Allergrößter Respekt vor Peter für dieses imposante Lebenswerk. Danke an das Team in Tutzing, das hervorragende Management um Dieter Viering, an Daniel Maurer für die Beratung und Projektbegleitung und Dank an das RCA/SonyTeam um Marc Huttenlocher."

In dieser Woche als Wiedereinsteigerin auf zwei katapultiert sich Sarah Connor mit "HerzKraftWerke", nachdem Universal Music ihren Spitzenreiter von 2019 in einer um sechs neue Stücke ergänzten "Special Deluxe Edition" noch einmal auf den Markt gebracht hat.

Iron Maiden nehmen mit "Senjutsu" eine Rangstufe nach unten auf die Drei. Bob Dylan entert die deutsche Albumhitliste mit "Springtime In New York: The Bootleg Series Vol. 16 1980 - 1985" auf Rang vier. Kerstin Otts "Nachts sind alle Katzen grau" sinkt derweil um zwei Positionen auf die Fünf.

Metallica ziehen sich mit "Metallica", dem wiederaufgelegten sogenannten "Black Album", von eins auf sechs zurück.

Danach folgen vier Neueinsteiger hintereinander: Silly kommen mit "Instandbesetzt" auf dem siebten Platz an, und Genesis platzieren den Sampler "The Last Domino" auf Anhieb auf Rang acht - vor der Liverpooler Death-Metalband Carcass mit "Torn Arteries" und Philipp Poisels "Neon".

Der Buena Vista Social Club taucht mit seinem gleichnamigen Albumklassiker, den es jetzt als Wiederauflage gibt, als Re-Entry auf Rang elf auf.

Eine geschlossene Neueinsteigerriege teilt sich dann die Ränge zwölf bis 17 untereinander auf: Brainstorm errichten ihre "Wall Of Skulls" auf der zwölften Position, gefolgt von Lil Nas X und seinem Werk "Montero", Rage mit "Resurrection Day", dem Konzerttributmitschnitt "Mr. Luck - A Tribute To Jimmy Reed: Live At The Royal Albert Hall" von Ronnie Wood und seiner Band, den K-Poppern NCT 127 und deren "Sticker - The 3rd Album" sowie "Eternal Blue" von den kanadischen Metallern Spiritbox.

An 20. Stelle greift dann José González, der schwedische Sänger und Songwriter mit argentinischen Wurzeln (auch bekannt als Mitglied der Band Junip), ins Geschehen ein mit seinem neuen Soloalbum "Local Valley".

Die Vertriebsrangliste im Segment "Longplay" sieht Universal Music anhand eines Marktanteils von 38,1 Prozent in der aktuellen Erhebungswoche vorn - vor Sony Music (29,8 Prozent), Warner Music (16,2 Prozent), Believe/GoodToGo (11,5 Prozent) und 375 Media (1,7 Prozent).

"Pussy Power" demonstriert Katja Krasavice mit der Direktlandung ihres so benannten Tracks auf Platz eins der Top 100 Singles. The Kid Laroi und Justin Bieber bleiben mit "Stay" an zweiter Stelle stehen, und auch Ed Sheeran rührt sich nicht vom Fleck und bleibt Dritter des Klassements.

Die Glass Animals schieben sich mit "Heat Waves" von acht auf vier vor; und um einen Platz auf fünf verbessern kann sich Montez mit "Auf & ab".

Die nächsthöchsten Neuzugänge nach Katja Krasavice finden sich auf den Positionen 14 ("Polizei" von KC Rebell und Gzuz) und 15 ("Ozean" von Kalim und Haftbefehl - eine weitere Deutschrap-Kollaboration).

Universal Music kann mit einem Wochenanteil von 32,8 Prozent Sony Music (31,3 Prozent) im Distributorenranking zu den Singlescharts gerade noch am Überholen hindern. Die Top 5 vollzählig machen Warner Music (16,9 Prozent), Believe/GoodToGo (11,4 Prozent) und Ingrooves (2,4 Prozent).

Zwei von Telamo im Vertrieb von Warner Music veröffentlichte Kopplungen schießen in den Top 30 Compilations als Neueinsteiger nach vorn: Die "Schlager Hits 2021" übernehmen die Tabellenführung vor den "Volksmusik Hits 2021". Somit fallen die "Bravo Hits 114" von eins auf drei zurück.

Aus dem Stand in die Top 10, und zwar exakt auf Rang sechs, bringt es noch "Techno Club Vol. 63" aus dem Hause Zyx.

Warner Music hat per Marktanteil von 57,7 Prozent deutlich die Oberhand in der Vertriebswertung zu den Compilations und hält Universal Music (21,5 Prozent) Sony Music (14,1 Prozent) und Zyx (4,3 Prozent) auf Abstand.