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EVVC Fachtagung in Chemnitz fand in Präsenz statt

Nach einer langen Zeit ohne persönliche Treffen ging die 22. EVVC Fachtagung vom 20. bis 21. September 2021 in Chemnitz unter 2G + PCR als Präsenzveranstaltung über die Bühne. Hauptthemen waren Digitalisierung sowie Personal- und Fachkräftemangel.

24.09.2021 11:48 • von Dietmar Schwenger
Hier trafen sich die Teilonehmer der EVVC Fachtagung: das Carlowitz Congresscenter Chemnitz (Bild: HärtelPress, Imago)

Nach einer langen Zeit ohne persönliche Treffen ging die 22. EVVC Fachtagung vom 20. bis 21. September 2021 in Chemnitz unter 2G + PCR als Präsenzveranstaltung über die Bühne. Hauptthemen im Carlowitz Congresscenter Chemnitz waren Digitalisierung sowie Personal- und Fachkräftemangel.

"Ganz bewusst haben wir uns unter den geltenden Voraussetzungen für diese Veranstaltung für ein ausschließlich persönliches Treffen entschieden", sagt EVVC-Präsidentin Ilona Jarabek, Geschäftsführerin MUK Lübeck. "Wären die Einschränkungen zum jetzigen Zeitpunkt größer gewesen, hätten wir auf ein Live-Stream als Backup zurückgreifen können. Doch gerade die MFT Fachtagung des EVVC lebt vom Netzwerk und dem persönlichen Austausch, den wir in diesem Format als optimal gegeben sehen."

Mit einer Impfquote von 98 Prozent konnten sich die rund 190 Teilnehmer ohne Maske und ohne Abstand begegnen. EVVC-Vize-Präsidentin Marion Schöne betont: "Unsere Veranstaltung in Präsenz hier in Chemnitz ist das Zeichen unserer Branche, dass das Geschäft in unseren Häusern nun wieder langsam startet. Wir schauen nach vorne und freuen uns, heute endlich wieder in Gesichter ohne Masken blicken zu können."

Als Metathema zog sich der Themenkomplex Digitalisierung durch die Tagung und wurde in verschiedenen Veranstaltungsformaten mit unterschiedlichen Schwerpunkten, wie zum Beispiel Kommunikation und E-Learning beleuchtet. Cyber-Security-Experte Erwin Markowsky von 8com Cyber Secruity steuerte die Keynote "Tatort WWW - Live Hack" bei.

Markowsky konfrontierte die Zuhörer mit ihrer Leichtgläubigkeit und Leichtsinnigkeit in Sachen Internet-Sicherheit und führte vor Augen, wie einfach es für Experten sei, Mail-Accounts zu hacken, um dann unter falschem Namen Bestellungen zu tätigen und fremde Konten zu belasten. "Jedes Unternehmen ist hackbar", sagte Markowsky. "Versuchen Sie, die Angriffsfläche zu verkleinern. Dabei ist unser Gehirn das beste Antiviren-Programm. Denn die Gutmütigkeit der Menschen auszunutzen, ist die Welt der Hacker."

Impulse für Kulturwandel und Transformation gab Frank Theeg von Q-HUB in seinem Vortrag zum Thema "Digital Leadership". Mit der richtigen Zielsetzung auf höchstem Niveau, digitalen Tools als Unterstützung und jungen Menschen als Ideengeber könne ein Kulturwandel gelingen, dem man jedoch auch seine Zeit einräumen müsse: Jeder Kulturveränderungsprozess dauere drei bis fünf Jahre.

Spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie gehörten hybride Events zum Alltag in der Branche, teilt der EVVC mit. Wie es gelingt, Präsenzveranstaltungen durch digitale Elemente aufzuwerten, war sowohl Inhalt einer Diskussionsrunde von Vertretern der Veranstaltungsbranche als auch des Best Practice aus Osnabrück, wo eine zunächst als analog geplante Firmenfeier aufgrund der Pandemie hybrid umgesetzt wurde. Dass man auf diese Weise mehr Teilnehmer als in Präsenz erreichen könne, ohne an Emotionalität einzubüßen, sei "eindrucksvoll" dargestellt worden.

Mit der zunehmenden Öffnung der Veranstaltungshäuser verdeutliche sich der Personal- und Fachkräftemangel in der Veranstaltungsbranche. Eine Problematik, die schon vor der Corona-Pandemie bestand und sich während des 18 Monate andauernden Lockdowns verstärkt habe, beispielsweise durch die Abwanderung von Personal in anderen Branchen. Innerhalb des kollegialen Austausch berichteten Felix Scharf (Technischer Leiter inRostock GmbH Messen, Kongresse & Events) und Anke Lohmann (Deutsche Event Akademie) von den Herausforderungen aus der Praxis, aber auch über Lösungen und Chancen. Gerade für Fachkräfte und Auszubildene solle innerhalb der Branche die Sicherheit, Stabilität und Attraktivität gesteigert werden, um die Motivation zu steigern.

Den Auftakt des Programms machte Marc Wallert mit seiner Keynote "Stark durch Krisen - von der Kunst, nicht den Kopf zu verlieren". Mit seinen Erfahrungen, wie er als Geisel einer philippinischen Terrorgruppe 140 Tage im Dschungel physisch und psychisch überlebte spannte er einen Bogen zur Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen. Auch der EVVC habe die Krise genutzt und sich mit anderen Verbänden der Veranstaltungsbranche zusammengeschlossen, um gemeinsam Einfluss auf die Corona-Politik der Bundesregierung zu nehmen. "Dieser Zusammenschluss wird sicher auch nach der Pandemie fortbestehen und wäre ohne sie nicht entstanden", so der Verband..

"Die unterschiedlichen Herausforderungen der Corona-Pandemie waren beherrschendes Gesprächsthema der Teilnehmer, sowohl in den Panels als auch beim Netzwerken. Kurzarbeit, Fachkräftemangel, der Betrieb von Impfzentren und der Restart bei Veranstaltungen mit alten und neuen Konzepten unter unterschiedlichen Hygienevorgaben ergaben viel Gesprächsbedarf nach so langer Zeit ohne persönliche Begegnung unter Kolleginnen und Kollegen", lässt der EVVC wissen.