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Hipgnosis-Chef schiebt Gründung von Songwritergilde an

Merck Mercuriadis, CEO des Hipgnosis Song Fund, hat gegenüber dem US-Branchenmagazin "Billboard" die Gründung einer Songwritergilde in den USA angekündigt - unter Beteiligung von Größen wie Nile Rodgers oder Ryan Tedder.

21.09.2021 14:04 • von Frank Medwedeff
Machen sich für eine Songwritergilde stark: Nile Rodgers (links) und Merck Mercuriadis (Bild: Zuma Wire, Imago)

Merck Mercuriadis, CEO des Copyright- und Songmanagement-Unternehmens Hipgnosis Song Fund, hat gegenüber dem US-Branchenmagazin "Billboard" die Gründung einer Songwritergilde in den USA angekündigt - ähnlich der Hollywood's Writers Guild of America für Drehbuchautorinnen und - autoren. Für die Vereinigung seien bereits Hunderte von Songschreiberinnen und -schreibern mit an Bord, darunter Größen wie Nile Rodgers, Ryan Tedder, Andrew Watt, Ali Tamposi oder Tayla Parx.

"Es ist kein Geheimnis, dass der Songwriter die am schlechtesten bezahlte Person in der Kette ist", sagte Mercuriadis. "Keine Verhandlung, die Einfluss darauf hat, wie ein Songwriter bezahlt wird, sollte jemals stattfinden, ohne dass der Songschreiber dabei vertreten ist", bekräftigte der Hipgnosis-Chef. Die geplante Songwritervereinigung werde unabhängig von Hipgnosis operieren unter eigener Führung. Die Organisation kann sich allerdings nicht als Gewerkschaft aufstellen, da nach der Regelung durch das National Relations Labor Board von 1980 Komponisten und Songtexter als "unabhängige Gewerbetreibende" eingestuft sind.

"Billboard" erinnert daran, dass in den letzten Monaten auch bereits andere Vereinigungen wie Songwriters Of North America, 100 Percenters und The Pact einen höheren Anteil der Songautor*innen am Kuchen der Einnahmen im Bereich Recorded Music angemahnt hatten.

Merck Mercuriadis forderte dies jüngst unter anderem mit den in "Music Business Worldwide" zitierten Worten: "Keiner von uns sollte guten Gewissens nachts schlafen können, bevor der wahre Wert der Beiträge der Songwriter zu diesem Business gewürdigt wird". Mercuriadis kritisierte in diesem Zusammenhang die Major-Plattenfirmen und -Publishing-Unternehmen, da sie desinteressiert seien, ihre Macht für eine Veränderung der Verhältnisse zugunsten der Songautorinnen und -autoren einzusetzen.

Dem widersprach David Israelite, CEO der National Publishers' Association (NMPA) in den USA, indes vehement: Indem Mercuriadis "die größten Musik-Publisher der Welt beschuldigt, nicht für die Songwriter einzutreten, liegt er völlig falsch", wie "Music Business Worldwide" Israelite zitiert. Publisher und Songwriter stünden auf der gleiche Seite, und sie mittels unwahren Beschuldigungen auseinanderdivieren zu wollen schade der Sache. Das Verhältnis der Einnahmen der Labels zu den Publishern habe sich immerhin schon von zwölf zu eins auf heute 3,8 zu eins verschoben. Diese Value-Gap-Reduzierung sei zwar noch nicht genug, aber doch ein Beleg dafür, "was wir erreichen können, wenn wir zusammenstehen."