Livebiz

Festspiele MV zählten 37.500 Konzertgäste

37.500 Besucherinnen und Besucher konnten die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern in diesem Festpielsommer begrüßen - wegen der Corona-Auflagen deutlich weniger als zuletzt vor der Pandemie.

20.09.2021 15:52 • von Frank Medwedeff
Erfreut über ein "wichtiges Zeichen für die Künstlerinnen und Künstler und das gemeinsame Erleben von Live-Konzerten": Intendantin Ursula Haselböck (Bild: Oliver Borchert)

Nach insgesamt 14 Wochen ging am 18. September 2021 der diesjährige Festspielsommer der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern zu Ende. Mit 37.500 Besucherinnen und Besuchern der Konzerte im gesamten Bundesland sei die Gästezahl bedingt durch die Corona-Auflagen deutlich hinter der vergangener Jahren zurückgeblieben. So erlebten 2019 84.500 Gäste den Festspielsommer 2019, den letzten vor der Coronakrise. Durch die Doppelung nahezu aller Konzerte in der ersten Hälfte des Festspielsommers konnte das Veranstaltungsteam diesmal 200 Veranstaltungen durchführen, von denen 52 ausverkauft waren, wie es aus Schwerin heißt.

Der diesjährige Preisträger in Residence, der Bratschist Nils Mönkemeyer, war mit nahezu 40 Konzerten vertreten und habe dabei Mecklenburg-Vorpommern von Zarrentin bis Grünz im äußerten Vorpommern durchmessen. Weitere Höhepunkte waren die Konzerte auf dem Landgestüt Redefin, bei denen internationale Stars wie Nigel Kennedy oder Sol Gabetta zu Gast waren, sowie das traditionelle Open Air auf Schloss Bothmer in Klütz mit Daniel Müller-Schott, Emmanuel Tjeknavorian und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Vladimir Jurowski.

Erst nach dem Kulturgipfel des Landes am 25. Mai dieses Jahres hatten die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern Gewissheit über die Durchführbarkeit des Festspielsommers erhalten. Nur mit auf die Hälfte reduzierten Platzkapazitäten und nach vorheriger Erteilung einer Sondergenehmigung durch die zuständigen Gesundheitsämter konnte das Festival dann am 12. Juni beginnen. Sukzessive Lockerungen der Vorgaben - darunter der Wegfall der Testpflicht in Landkreisen mit geringer Infektionsrate oder die Ermöglichung größerer Veranstaltungen - führten dazu, dass die geplanten Konzerte "bis auf einige wenige Ausnahmen" stattfinden konnten.

Intendantin Ursula Haselböck resümiert: "Der Festspielsommer 2021 war in vielerlei Hinsicht einzigartig. Natürlich blicke ich auf unvergessliche Konzertmomente in den großen und kleinen Spielstätten unseres Bundeslandes zurück. Zugleich bin ich froh, dass wir mit dem dreimonatigen Konzertreigen ein so wichtiges Zeichen für die Künstlerinnen und Künstler und das gemeinsame Erleben von Live-Konzerten setzen konnten. Mein großer Dank gilt unseren Künstlern und Künstlerinnen sowie unseren Sponsoren und Unterstützern, die uns auch im zweiten Pandemiejahr treu zur Seite gestanden haben. Und nicht zuletzt bedanke ich mich bei unserem Publikum, das mehr und mehr in die Konzertsäle zurückkehrt und uns so gezeigt hat, wie wichtig Konzerte und Veranstaltungen für die Menschen sind. Nur mit Publikum hat die Kultur eine Zukunft; nur mit Publikum kann die gesamte Branche weiter existieren."

Nach Abschluss des Fespielsommers bieten die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern bereits im Oktober wieder Konzerte an: Am 8. Oktober 2021 um 19:30 Uhr gastiert der österreichische Pianist Rudolf Buchbinder mit Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven in der Konzertkirche Neubrandenburg. Eine Woche später wird der "einmalig stattfindende" Festspielherbst Rügen 2021 eröffnet. Unter der Künstlerischen Leitung des Armida Quartetts werden vom 15. bis 24. Oktober 2021 dabei Musikerinnen und Musiker wie Kit Armstrong, Eckart Runge, Nils Landgren, das Heath Quartet, Martina Gedeck oder Sebastian Knauer auf der Insel Rügen zu Gast sein. Aufgrund der weiterhin geltenden Vorgaben zur Durchführung von Veranstaltungen gebe es kleinere Modifikationen im Vergleich zum im Februar vorgestellten Programm, über die man Kartenkäuferinnen und -käufer direkt informiere.