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Clubstudie bietet Einzelauswertungen der Bundesländer

Die Initiative Musik legt bei der Auswertung der jüngst vorgestellten Clubstudie nach. Dank Einzelauswertungen der Bundesländer gibt es nun weitere Erkenntnisse zur ökonomischen Lage und der sozialen Bedeutung der Musikspielstätten in Deutschland.

20.09.2021 15:18 • von Dietmar Schwenger
Zeigt die Anzahl der Musikspielstätten je 100.000 Einwohner: regionale Auswertung der Clubstudie (Bild: Initiative Musik)

Die Initiative Musik legt bei der Auswertung der jüngst vorgestellten Clubstudie nach. Dank Einzelauswertungen der Bundesländer liegen nun weitere Erkenntnisse zur ökonomischen Lage und der sozialen Bedeutung der Musikspielstätten in Deutschland vor.

Als Ergänzung zur Clubstudie sind auf der Webseite der Initiative Musik ab sofort detaillierte Auswertungen zu den einzelnen Bundesländern verfügbar. Diese liefern Vergleichswerte zu den bundesweiten Ergebnissen. Die im Mai 2021 veröffentlichte Clubstudie zeigt die Bedeutung der Musikspielstätten als "zentrale Stützen unseres Kulturlebens", heißt es aus Berlin.

"Die regionale Auswertung zeigt einmal mehr, dass Livemusikkultur kein reines Großstadtphänomen ist. Auch in weniger stark besiedelten Regionen gehört ein gemeinsames Musikerlebnis in den Clubs zu einem wichtigen sozialen Anker und ist oft erster kultureller Kontakt", erklärt Ina Keßler, Geschäftsführerin Initiative Musik. "Mit diesen wichtigen Einzelauswertungen können wir dem Wunsch der regionalen Partner:innen nachkommen, die diese für ihre kulturpolitischen Debatten zur Stärkung der Livemusikkultur nutzen können."

Der Blick in die verschiedenen Länder verdeutliche die große Vielfalt und die unterschiedlichen Rahmenbedingungen, unter welchen Musikspielstätten betrieben werden. In allen Regionen des Landes böten Musikspielstätten abwechslungsreiche Kulturprogramme und seien so wichtige Plattformen für künstlerische Kreativität und Innovation. Das zeige sich durch eine große Bandbreite an musikalischen Genres in jedem Bundesland - von Singer/Songwriter über Rock und Heavy Metal bis hin zu Jazz und Hip-Hop sowie elektronischer Musik.

Der direkte Vergleich der Bundesländer macht auch Unterschiede deutlich. Unter den Flächenländern hat zum Beispiel Sachsen die größte Dichte an Spielstätten und führt mit 240 jährlichen Musikveranstaltungen je 100.000 Einwohnern, gefolgt von Hessen (183) und Niedersachsen (166). Unter den Millionenstädten, die nicht mit den Flächenländern vergleichbar sind, ist München die Metropole mit der höchsten Spielstättendichte - und liegt somit vor Hamburg, Köln und Berlin.

Strukturelle Herausforderungen, wie das hohe Durchschnittsalter der Musikstättenbetreiber, zögen sich über das gesamte Land, analysiert die Initiative Musik. "Die Betreiber der Musikspielstätten seien im Bundesdurchschnitt 48 Jahre alt. Damit stehen viele Musikclubs vor einem Generationenwechsel. Unter den Bundesländern verteilt sich das Durchschnittsalter von 39 Jahren (Mecklenburg-Vorpommern) bis 52 Jahre (Hessen).

Unterschiede seien insbesondere auch bei den Förderstrukturen festzustellen. Förderungen aus Landesmitteln spielen etwa in Rheinland-Pfalz (66,7 Prozent), Niedersachsen (54,8 Prozent) und Hamburg (53,5 Prozent) eine besondere Rolle. Dazu unterstützten zahlreiche Kommunen im gesamten Bundesgebiet die lokalen Musikspielstätten finanziell. Auf Bundesebene fördere die Initiative Musik die Musikclubs am häufigsten. Insgesamt machen die Erlöse der öffentlichen Zuschüsse - von Kommunen, Ländern und Bund - im Durchschnitt für Musikclubs lediglich zehn Prozent der Einnahmen aus.

Die Clubstudie ist ein Projekt der Initiative Musik, finanziert durch Mittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Im Rahmen einer gemeinsamen Präsentation stellen die Initiative Musik und die LiveKomm die neuen regionalen Ergebnisse beim Reeperbahn Festival am 23. September 2021 um 13:30 Uhr im LiveKomm House (Kastanienallee 9) mit einem besonderen Fokus auf Norddeutschland vor.