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Charts KW 38: Metallica-Klassiker nach 30 Jahren wieder top

Mit der remasterten Neuauflage bringen Metallica ihr "Black Album" nach 30 Jahren zurück auf die Pole Position der deutschen Longplaycharts und verdrängen in einer metal- und rocklastigen Woche Iron Maiden auf Rang zwei. Den Singles-Thron besteigen Raf Camora und Luciano mit ihrer gemeinsamen Aufnahme "2CB".

17.09.2021 15:59 • von Frank Medwedeff
Hieven ihr berühmtestes Album wieder auf eins: Metallica (Bild: Universal Music)

Metallica platzieren ihr gleichnamiges fünftes Studiolbum, auch bekannt als das "Black Album", nach 30 Jahren wieder auf der Pole Position der deutschen Longplaycharts, nachdem es Universal Music zum Jubiläum frisch abgemischt in diversen Konfigurationen wieder auf den Markt gebracht hat. Erst vor drei Wochen waren James Hetfield und Co. mit dessen Opener "Enter Sandman" auf Rang eins der deutschen Singlescharts gestürmt - als Benefizveröffentlichung zur Unterstützung der von der Hochwasserkatastrophe hierzulande geschädigten Menschen.

Ulf Zick, Managing Director Universal Music International, meldet sich dazu mit folgendem Statement zu Wort: "Die Kampagne um das legendäre 'Black Album' mit einer #1 in den Album-Charts und einer #1 in den Single-Charts (diese dann obendrein noch die erste Single-#1 in der Geschichte der Band) zeigt einmal mehr, dass Deutschland und Metallica einfach zusammengehören. Die Passion der Metallica-Fans bei uns in Deutschland macht uns immer wieder kollektiv sprachlos, und wir sind unheimlich stolz auf diesen tollen Erfolg! Es ist auch wirklich bewegend, zu sehen, dass die Band immer wieder an Menschen denkt, denen es nicht so gut geht. Wir freuen uns, im Namen von und zusammen mit Metallica eine signifikante Spende an die Aktion Deutschland Hilft für die Opfer der Flutkatastrophe beisteuern zu können."

Metallica verdrängen Iron Maiden im Duell der Metallegenden mit deren Album "Senjutsu" an die zweite Stelle. Von null auf drei katapultiert sich Kerstin Ott mit "Nachts sind alle Katzen grau".

Die britische Progrock-Institution Marillion bringt ihr neu aufgelegtes 1984er Werk "Fugazi" als Wiedereinstieg auf Platz vier. Und noch ein Backkatalog-Thema ist Neuzugang auf Rang fünf: "Ultra - The 12'' Singles" von Depeche Mode.

Sotiria, die sich als Sängerin der Band Eisblume einen Namen gemacht hat, kommt mit ihrem neuen Soloalbum "Mein Herz" ohne Anlaufzeit auf Rang sechs. Drakes "Certified Lover Boy" sinkt unterdessen von drei auf sieben.

Jean-Michel Jarres Live-Mitschnitt "Welcome To The Other Side (Concert From Virtual Notre-Dame)" debütiert auf Position acht und schiebt Beatrice Eglis "Alles was du brauchst" um einen Rang zurück auf neun.

Neuzugang auf Rang zehn ist "Surrender Of Silence", der neue Longplayer des früheren Genesis-Gitarristen Steve Hackett.

Nino de Angelo gelingt der Wiedereinzug von "Gesegnet und verflucht" auf Platz elf, wofür vor allem die neue, erweiterte "Helden Edition" des Albums verantwortlich ist.

Die Manic Street Preachers rocken sich mit "The Ultra Vivid Lament" von null auf zwölf, und Gamma Ray untermauern mit dem Einzug von "30 Years - Live Anniversary" auf Rang 14 ihre Stellung als beständige Größe der deutschen Metalszene.

Ein Klassikalbum ist dann der nächste Neueinsteiger auf Rang 16: "On DSCH" von Igor Levit. Damit schafft der Pianist, nach 2019 mit der Gesamtaufnahme der Beethoven-Sonaten und 2020 mit "Encounter", im dritten Jahr in Folge auf Anhieb den Sprung in die Top 20 der deutschen Longplay-Charts.

Michael Brüggemann, Vice President Sony Classical GSA, würdigt dies so: "Der hohe Chartentry ist besonders bemerkenswert, denn mit Levits neuem Album ist erstmals Klassik der Moderne, von Dmitri Schostakowitsch und Ronald Stevenson, hoch in den deutschen Longplay-Charts: Schostakowitschs '24 Präludien und Fugen op. 87', 1951 vollendet, und Ronald Stevensons 'Passacaglia on DSCH', 1963 abgeschlossen, sind zwei herausragende Klavierzyklen des 20. Jahrhunderts."

Universal Music hat anhand eines Marktanteils von 55,5 Prozent die Wochenrangliste der Vertriebe zu den Top 100 Longplay fest im Griff. Warner Music rangiert an zweiter Stelle (20,4 Prozent), gefolgt von Sony Music (16,4 Prozent), Believe/GoodToGo (3,6 Prozent) und Kontor/Edel (2,3 Prozent).

In den Top 100 Singles gehen die Rapper Raf Camora und Luciano mit ihrer gemeinsamen Aufnahme "2CB" sofort an die Tabellenspitze. The Kid Laroi und Justin Bieber verharren mit "Stay" getreu dem Songtitel an zweiter Position, während sich Ed Sheeran mit "Bad Habits" gegenüber der Vorwoche um eine Stelle auf die Drei verbessern kann.

Die Ärzte bringen ihre neue Single "Noise" direkt auf Rang vier unter. Und Pajels "10von10" steigt von acht auf fünf.

Ein dritter neu gelisteter Titel schafft es noch in die Top 10, nämlich "Shivers" von Ed Sheeran auf Platz neun.

Universal Music genügen hier 33,2 Prozent für die Tabellenführung unter den Distributoren. Sony Music lauert dahinter (29,2 Prozent), und die Top 5 komplett machen Warner Music (14,4 Prozent), Believe/GoodToGo (13,5 Prozent) sowie Kontor/Edel (3,0 Prozent).

In den Top 30 Compilations dauert die Dominanz der "Bravo Hits 114" an. Und auch die übrigen Podestplätze belegen wie in der Vorwoche "Ich find Schlager toll - Herbst/Winter 2021/22" (zwei) vor "The Dome Vol. 99".

Höchster und einziger Neuzugang in den Top Ten ist die gleichzeitig zur Wiederauflage von Metallicas schwarzem Album erschienene Hommage "The Metallica Blacklist". Die Box versammelt Coverversionen der Songs des auf Platz eins der Top 100 Longplay zurückgekehrten Klassikers der Band von Künstler*innen und Bands verschiedenster Genres, darunter Juanes, St. Vincent, Portugal. The Man, Weezer, Jason Isbell, Biffy Clyro, Moses Sumney, J Balvin, Volbeat, Phoebe Bridgers, Igor Levit, Dave Gahan, Chris Stapleton, Idles, Imelda May oder Kamasi Washington.

Universal Music hat auch bei den Compilations die Spitzenposition in der Vertriebsrangliste inne (40,5 Prozent Marktanteil), Platz zwei nimmt Warner Music ein (29,5 Prozent). Sony Music findet sich an dritter Stelle (25,2 Prozent) vor Believe/GoodToGo (2,3 Prozent).