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Hannover Concerts setzt auf Corona-Spürhunde

Am 19. September beginnt mit einer Show von Fury In The Slaughterhouse auf der Gilde Parkbühne in Hannover eine Reihe von vier Testkonzerten, bei denen Corona-Spürhunde zum Einsatz kommen. Die Organisation der Konzerte übernehmen Hannover Concerts und ProEvent Hannover

14.09.2021 10:27 • von Dietmar Schwenger
Soll infizierte Personen erschnüffeln: Spürhund Otto (Bild: Sebastian Meller)

Am 19. September 2021 beginnt mit einer von Hannover Concerts ausgerichteten Show von Fury In The Slaughterhouse auf der Gilde Parkbühne in Hannover eine Reihe von vier "Back To Culture"-Testkonzerten, bei denen Corona-Spürhunde zum Einsatz kommen. Die Organisation der Konzerte und die Auswahl der Acts übernehmen Hannover Concerts und ProEvent Hannover

Die Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), Hannover Concerts und ProEvent Hannover untersuchen, finanziell unterstützt vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, in einem gemeinsamen Projekt, ob ausgebildete Corona-Spürhunde im Alltag eingesetzt werden können, um mit SARS-CoV-2 infizierte Personen aufzuspüren.

Die Show mit Fury In The Slaughterhouse ist der Auftakt einer kleinen Reihe mit vier Veranstaltungen. Im Laufe der Konzertreihe werden die coronabedingten Sicherheitsmaßnahmen immer weniger, während die Anzahl der Konzertbesucher steigt. Eine Impfung ist für die Teilnahme an einem der Konzerte nicht erforderlich, allerdings werden alle Gäste gebeten, drei Schweißproben abzugeben, indem sie sich mit einem Wattepad über die Armbeuge streichen.

Zudem dürfen an den Konzerten nur Gäste teilnehmen, die tagesaktuell in einem nahegelegenen Schnelltestzentrum getestet wurden - das gilt auch für vollständig geimpfte Personen. Die weiteren Konzerte sind: Bosse (Gilde Parkbühne, 27. September), Alle Farben (Swiss Life Hall, 2. Oktober) und Sido (9. Oktober, Swiss Life Hall).

Schon im Juli 2020 hatte ein Forschungsteam der Klinik für Kleintiere in einer Pilotstudie gezeigt, dass Hunde mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn in der Lage sind, Speichelproben SARS-CoV-2-infizierter und gesunder Menschen mit rund 94-prozentiger Sicherheit unter Laborbedingungen zu unterscheiden. Eine Folgestudie ergab, dass auch Schweiß und Urin geeignetes Probenmaterial sind.

Für das Projekt "Back To Culture" stellt das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel des gemeinsamen Projekts sei es, zu prüfen, wie und ob Großveranstaltungen durch den Einsatz von Corona-Spürhunden sicherer werden können. Die Studienergebnisse sollen zudem eine Aussage darüber erlauben, ob die Tiere auch in anderen Alltagssituationen eingesetzt werden können.

"Ich freue mich, dass die Machbarkeitsstudie jetzt an den Start geht", sagt Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. "Es wird Zeit, etwas mehr Normalität zu wagen. Dieses wird für Künstlerinnen und Künstler, Veranstalter und Teilnehmende an den vier Konzerten möglicherweise zu mehr Sicherheit und ein Schritt aus der Pandemie heraus bedeuten. Wer sich an der Studie beteiligt, genießt freien Eintritt."