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Apple Music will DJ-Sets fair vergüten

DJ-Mixes erlebten in der digitalen Welt einen Schub, in Hinblick auf die Vergütung aber steckten die Sets oft zwischen Geduldet und Gebannt fest. Bei Apple Music will man das nun ändern und baut dabei auf ein Shazam-Tool. Passend dazu hievt !K7-Gründer Horst Weidenmüller das Archiv der "DJ Kicks"-Reihe auf den Dienst.

10.09.2021 10:27 • von
Archivschätze gefunden: bei Apple Music bringt !K7-Gründer Horst Weidenmüller nun das Archiv der "DJ Kicks"-Reihe ans Netz und macht damit 14 Editionen verfügbar, die es seit 15 Jahren nicht mehr auf dem Markt gab (Bild: Apple Music, Screenshot)

Die Verbreitung von DJ-Mixes erlebte in der digitalen Welt einen Schub, in Hinblick auf die Vergütung aber steckten die Sets oftmals zwischen Geduldet und Gebannt fest. Bei Apple Music will man das nun ändern und die Mixsets aus der Grauzone holen. Dazu baut der Konzern auf ein Tool auf Shazam-Basis.

Passend zur offiziellen Vorstellung des Verfahrens hievt !K7-Gründer Horst Weidenmüller ab dem 10. September 2021 das Archiv der "DJ Kicks"-Reihe auf den Dienst: "Das ist ein großer Moment für !K7", sagt Weidenmüller. "Durch die Partnerschaft mit Apple haben wir endlich einen Ort, an dem wir DJ-Kicks mit zusätzlichen 14 Editionen feiern können, die es seit über 15 Jahren nicht mehr auf dem Markt gab."

Laut Apple-Angaben habe man in Zusammenarbeit mit Major- und Independent-Labels ein neues Verfahren entwickelt, "mit dem die Rechteinhaber in einem DJ-Mix korrekt identifiziert und direkt bezahlt werden können". DJ-Mixe hätten somit "zum ersten Mal einen langfristigen monetären Wert für alle beteiligten Musiker und Produzenten - ein bis heute scheinbar unmögliches Kunststück."

Um das zu ermöglichen, habe man aufbauend auf der Shazam-Technologie - Apple hatte das vor allem für seine Musikerkennungs-App bekannte Unternehmen Shazam Ende 2017 übernommen, im Herbst 2018 nickte die EU den Deal ab - ein eigenes Tool entwickelt. Diese konzerneigene Blackbox soll es nun ermöglichen, beim Abruf von DJ-Sets über Apple Music "alle an der Erstellung eines bestimmten DJ-Mixes beteiligten Urheber zu identifizieren und zu vergüten - einschließlich aller Künstler, die hinter der Musik im Mix stehen".

An ersten Testläufen waren unter anderem die Macher hinter dem Boiler Room und die Festival-Veranstalter Tommorowland beteiligt. "Wir arbeiten auch mit den DJs und den Anbietern der DJ-Mixe, einschließlich Festivals, Clubs, Veranstaltern, Kuratoren und unabhängigen Labels zusammen, um sicherzustellen, dass sie fair entlohnt werden", verspricht man bei Apple.

Text: Knut Schlinger