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"Zähl dazu"-Studie sieht hohe Relevanz der Veranstaltungsbranche

Die Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft (IGVW) hat in der Quarterback Immobilien Arena Leipzig die ersten Zahlen und Erkenntnisse aus ihrer Studie "Zähl dazu" präsentiert. So habe die Branche im Jahr 2019 einen Umsatz von 81 Milliarden Euro erzielt.

02.09.2021 16:17 • von Dietmar Schwenger
Hat den Livemarkt analysiert: die Studie "Zähl dazu" (Bild: IGVW)

Die Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft (IGVW) hat in der Quarterback Immobilien Arena Leipzig die ersten Zahlen und Erkenntnisse aus ihrer Studie "Zähl dazu" präsentiert. "Die Ergebnisse bestätigen Zahlen aus anderen Studien zur Veranstaltungswirtschaft und zeigen einen stark verwobenen Wirtschaftssektor, in dessen Kernbereichen im Jahr 2019 ohne Ausstrahlungseffekte auf andere Branchen ein Umsatz von 81 Milliarden Euro generiert wurde", teilt die IGVW mit.

Laut der Studie agierten 243.000 Unternehmen mit über 1,1 Millionen Erwerbstätigen in unterschiedlichsten Anstellungsverhältnissen. "Das ist ein klares Zeichen für die Agilität und Flexibilität innerhalb des weitverzweigten Netzwerkes Veranstaltungswirtschaft," sagt Nicole Behr, Vorstandsmitglied IGVW. Allein auf 115.000 Unternehmen mit einem Jahresumsatz über 22.000 Euro entfällt ein Anteil von fast 43 Prozent Soloselbständigen.

"Insgesamt wird deutlich, dass die Veranstaltungswirtschaft einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige Deutschlands ist. Das gilt umso mehr, wenn Umsätze aus dem weiteren Wirkungskreis von Veranstaltungen hinzugerechnet werden, die in der 'Zähl dazu'-Studie nicht enthalten sind", so Behr weiter.

Im Rahmen der Befragung konnte ermittelt werden, dass innerhalb der Branche für das Jahr 2020 ein durch die Pandemie verursachter Umsatzverlust von 76,6 Prozent zu verzeichnen sei. Über 50 Prozent der Befragten haben sogar einen Umsatzrückgang von mehr als 80 Prozent erlitten.

Ziel der Studie war es auch, den Kernbereich der Veranstaltungswirtschaft zu fokussieren. Dabei werden wesentliche Komponenten betrachtet, die zunächst sechs grundlegenden Teilbereichen zuzuordnen sind. Die Konzentration liegt auf veranstaltenden Unternehmen, Locations und Räumen, Kreativen, Entertainment, Herstellern und dienstleistenden Unternehmen. Da das Cluster der Dienstleister eine hohe Komplexität aufweist, wurde dieses für ein besseres Verständnis in die Teilbereiche Catering, Service, Technik/Bühnen- und Messebau, Agenturen und Vermittlung/Management gegliedert.

Neben den reinen Zahlen wird über die Studie sichtbar, dass die Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft Hotspots in bevölkerungsreichen Gebieten bilden, aber gleichzeitig deutschlandweit aktiv sind. Besonders der große Bereich der Dienstleister und die Hersteller, aber auch Entertainment, Kreative und mit ein wenig Abstand Veranstalter arbeiten in den Wertschöpfungsketten sehr mobil und länderübergreifend. "Deutschland ist ein verflochtenes Veranstaltungsland sowohl im Kontext von Wirtschafts- als auch von Freizeitevents", führt Behr weiter aus.

Erhoben und verarbeitet wurden die Daten in einem dreistufigen Prozess aus erstens der Bildung der Grundgesamtheit durch Recherche, Experteninterviews, Auswertung vorhandener Studien, Systematisierung nach Klassifikation der Wirtschaftszweige und der Umsatzsteuerstatistik. Zweitens herangezogen wurde die quantitative Befragung von über 2500 Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft von April bis Mai 2021. Drittens folgte die Auswertung und Hochrechnung der Daten auf Grundlage der Umsatzsteuerstatistik.

Bezugsgröße war dabei das Jahr 2019, um den Zustand vor der Pandemie abzubilden. Im Vergleich mit früheren Studien (wie zum Beispiel der Meta-Studie "Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Veranstaltungsbranche" R.I.F.E.L, 2020) sei zu beachten, dass Ausstrahlungseffekte auf andere Branchen in den vorliegenden Ergebnissen keine Berücksichtigung fänden. Zugleich sei aber bekannt, dass die Veranstaltungswirtschaft - beispielsweise im Bereich businessinduzierter Veranstaltungen, aber auch im Bereich der Kultur- und Musikwirtschaft - erhebliche wirtschaftliche Effekte in anderen Branchen generiere.

Reise-/Übernachtungs- und Verpflegungskosten nehmen beispielsweise in Tourismus und Gastronomie einen hohen Stellenwert ein. Die Studie zur Landkarte Veranstaltungswirtschaft betrachtet dagegen primär Markteilnehmer, die unmittelbar an der Planung, Organisation, Realisierung und Nachbereitung von Veranstaltungen beteiligt sind.

"Umso mehr unterstreichen und verstärken die vorliegenden Zahlen die bisherige Kommunikation zur Relevanz der Veranstaltungswirtschaft. Vielschichtigkeit der Veranstaltungswirtschaft", bilanziert die IGVW. "Mit der vorliegenden Studie aus der Veranstaltungswirtschaft für die Veranstaltungswirtschaft wird ein tiefer Einblick in die Vielschichtigkeit der Branche geliefert und wichtige Wertschöpfungsketten und Branchendaten systematisch hergeleitet. Zähl dazu liefert einen Blick auf die aktuelle Situation und eröffnet erstmals die Perspektive, die Veranstaltungswirtschaft komplex zu erfassen."

"Die Studie stellt deshalb einen wichtigen Schritt zu einem einheitlichen Branchenverständnis dar. Die Studie legt die Basis für die Agierenden der definierten Kernbereiche, um gemeinsam Transformationsprozessen zu arbeiten. Mit Zähl dazu lässt sich die politische Kommunikation der kommenden Wochen zielgerichtet und wissenschaftlich verifiziert gestalten."