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Reeperbahn Festival entscheidet sich gegen 2G

Die Veranstalter wollen das Reeperbahn Festival vom 22. bis 25. September als 3G-Veranstaltung umsetzen. Zwar begrüßen sie 2G als Rückkehr zum regelmäßigen Kulturbetrieb, jedoch sei diese Regelung für das Reeperbahn Festival noch nicht umsetzbar.

02.09.2021 14:32 • von Dietmar Schwenger
Solche Bilder sind vielleicht 2021 doch wieder möglich: das Reeperbahn Festival, hier ein Bild von 2019 (Bild: MusikWoche)

Die Veranstalter wollen das Reeperbahn Festival vom 22. bis 25. September 2021 als 3G-Veranstaltung umsetzen. Zwar begrüßen sie 2G als "Rückkehr zum regelmäßigen Kulturbetrieb", jedoch sei diese Regelung für das Reeperbahn Festival mit seinen vielen unterschiedlichen Spielorten, Programmformaten und Besuchergruppen noch nicht umsetzbar.

"Mit einer erhöhten Anzahl internationaler Acts im Konzertprogramm, der wieder in Präsenz stattfindenden Konferenz und nicht zuletzt der vollzählig in Hamburg anwesenden Jury unseres internationalen Musikwettbewerbs Anchor spiegelt sich das allmähliche Wiederaufleben des weltweiten Musikgeschehens im 16. Reeperbahn Festival wider", lassen die Veranstalter wissen.

"Gleichzeitig wird deutlich, dass die Umstände der Pandemie nicht nur die Kulturveranstaltungen noch lange begleiten werden und somit einen Umgang mit ihnen nach wie vor unerlässlich machen", heißt es aus Hamburg. "Wenngleich fortschreitende Impfkampagnen das allmähliche Wiederaufleben des internationalen Bühnenbetriebs ermöglichen, ist nach wie vor deutlich, dass live aufgeführte Musik noch einen langen Weg vor sich hat, bis ein Zustand wie vor der Pandemie wiederhergestellt ist."

"Deshalb sind wir nach reiflicher Überlegung zu dem Entschluss gelangt, das Reeperbahn Festival in diesem Jahr in der sogenannten 3G-Variante durchzuführen und somit allen geimpften, genesenen und getesteten Gästen die Möglichkeit des Besuchs zu bieten", betonen die Ausrichter des Hamburger Branchentreffs. Einher mit dieser Regelung geht die eingeschränkte Kapazität der Veranstaltung, weshalb in einigen Kategorien nur noch wenige Tickets für das allgemeine Publikum zur Verfügung stehen.

Derweil laufen die Planungen für das Showcasefestival mit angeschlossener Konferenz weiter. Das Konferenzprogramm, das wieder "Schnittmengen der Musikwirtschaft mit benachbarten Branchen wie Film, Games und Werbung anbietet und das Beste aus echter und digitaler Welt vereint", soll live vor Ort über die Bühne gehen. Vorgesehen sind rund 150 Konferenz-Sessions mit 300 Sprechern. Und auch "zahlreichen Partnerveranstaltungen in den Spielstätten rund um die Reeperbahn" sollen steigen, kündigen die Festivalmacher an..

Auch wächst das Konferenzprogramm. Beim Panel "How To Get Creative On TikTok" geht es um das Onlineportal und wie Kreative davon profitieren kölnnen. Um eine ähnliche Zielsetzung geht es auch bei der Runde "Instagram & WhatsApp: Best Cases". Zudem wird es einen "TikTok Trend Talk" mit Michael Kümmerle (Head of Music Operations TikTok Germany) geben und eine weitere Runde zum Thema "How To Master TikTok Live" mit Yasmina Banaszczuk (Head of Content Programming & Strategy TikTok Germany).

Bei "Brands On Music: O2" will Hans Jordan, Head of Media, Sponsoring & Brand Analytics - Telefónica Germany, erklären, welche Rolle Musik für das Marketing des Kommunikationsunternehmen spielt. Die Session "Female Music Management" will der Frage nachgehen, warum es so wenige Managerinnen gibt, die männliche Künstler betreuen.

Unter dem Motto "Transform Or Die" soll es um die Herausforderungen der Branche durch Corona gehen und inwiefern eine Krise auch eine Möglichkeit für innovative Wege sei. Solche Themen will das Reeperbahn Festival auch beim "Future Playground" anbieten, der wieder Fachbesuchern und dem normalen Publikum offensteht. Hier gibt es Runden etwa zu "Music Declares Emergency - Tools & Good Practice Examples For Sustainable Festivals" oder "BioEconomy Now! - Mobile Escape Game For A Sustainable Society And Economy" oder das "Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit - 11 Theses For A Green Deal With Culture".

Auch Formate wie der Helga! Festival Award und die VUT Independent Awards kehren als Live-Events zurück. Wer nicht persönlich anreisen könne, habe die Möglichkeit, sich via der digitalen Konferenz-Plattform zuzuschalten und hierbei entweder das gesamte Programm live im Stream zu verfolgen oder im Nachgang abzurufen. Zusätzlich bietet die digitale Plattform allen Delegierten die Gelegenheit, die Chat-, Meeting- und Networking-Optionen zur virtuellen Vernetzung zu nutzen.

Geplant sind zudem 300 Konzerte in rund 35 Spielstätten. Über die Hälfte der Künstler*innen reisen dabei aus dem Ausland an. Dazu gehören etwa RY X aus Australien, Daughters Of Reykjavík aus Island, Working Men's Club aus Großbritannien oder Suzane aus Frankreich. Wie bereits im vergangenen Jahr, als das Reeperbahn Festival überwiegend virtuell stattfand, erfolgt die Umsetzung des Events 2021 erneut in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden und den teilnehmenden Spielstätten, für die jeweils individuelle Schutzkonzepte zum Tragen kommen.