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101.000 Besucher beim SHMF 2021

Das Schleswig-Holstein Musik Festival hat bereits einige Tage vor Abschluss der 2021er Ausgabe die diesjährige Bilanz vorgelegt. 101.000 abgesetzte Karten und 89 Prozent Auslastung melden Intendant Christian Kuhnt und sein Team.

27.08.2021 12:57 • von Frank Medwedeff
Wurde im Rahmen des SHMF 2021 mit dem Leonard Bernstein Award geehrt: Isata Kanneh-Mason (Bild: John Garve)

Das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) hat bereits einige Tage vor Abschluss des Festivals 2021 die Bilanz der 36. Ausgabe vorgelegt. Die Stiftung Schleswig-Holstein Musik Festival blickt auf eine "erfolgreiche Saison" zurück: Von den 113.000 verfügbaren Karten wurden demnach rund 101.000 bei den rund 200 Veranstaltungen, darunter fünf Musikfesten auf dem Lande, zwei Kindermusikfesten und dem Werftsommer, abgesetzt. Kostenfrei zu besuchen waren sechs Konzerte auf dem Anhänger des Musikfest-Treckers, der auf öffentlichen Plätzen in Schleswig-Holstein Halt machte. Mit einer Auslastung von 89 Prozent bespielte das Festival 79 Spielstätten an 51 Orten in Schleswig-Holstein, Hamburg, Süddänemark und dem nördlichen Niedersachsen. 110 Veranstaltungen waren ausverkauft.

SHMF-Intendant Christian Kuhnt erklärt: "Das ist ein unglaublicher Erfolg, von dem wir im Frühjahr nicht zu träumen gewagt hätten. Ein großer Dank gilt unserem Publikum, das uns grenzenloses Vertrauen entgegengebracht, gemeinsam mit uns herausragende Konzertmomente gefeiert und sich auf eine hochspannende Entdeckungsreise rund um unseren Schubert-Schwerpunkt eingelassen hat."

Die Komponisten-Retrospektive mit Werken Franz Schuberts umfasste allein 64 Konzerte, unter anderem von Janine Jansen, Elisabeth Leonskaja, Daniel Hope, Sabine Meyer, Christoph und Julian Prégardien, Christian Gerhaher und Ivo Pogorelich oder auch von Konstantin Wecker mit dem Ensemble Philharmonix.

Die Retrospektive des großen österreichischen Komponisten Franz Schubert nahm das SHMF zudem zum Anlass, einen Blick "auf die heutige musikalische Prominenz" der Alpenrepublik zu werfen mit Auftritten der Austropop-Helden Wolfgang Ambros und Rainhard Fendrich, des Ensembles Faltenradio und von Mnozil Brass.

Rund zwei Drittel aller Konzerte fanden unter freiem Himmel statt, viele an erstmals für das Festival genutzten Spielstätten. Premiere feierte auch der "Werftsommer" auf dem Gelände der Lübecker Kulturwerft Gollan - mit der elfköpfigen Techno-Marching-Band Meute, Reggae-Sänger Patrice, der Indiepop-Band Die Höchste Eisenbahn, Wallis Bird und Dota.

Aufgrund anhaltender Reisebeschränkungen infolge der fortwährenden Covid-19-Pandemie musste indes die französiche Pianistin Hélène Grimaud hre 14 vorgesehenen Auftritte als Porträtkünstlerin beim SHMF absagen. "Ich bin sehr traurig, nicht mit Ihnen allen in meinem geliebten Deutschland und der magischen Region Schleswig-Holstein zu sein", so Grimaud.

Im Rahmen des Festivals wurden wieder Preise verliehen: Mithatcan Öcal aus der Türkei erhielt den Hindemith-Preis 2021. Seit 1990 wird dieser mit 20.000 Euro dotierte Preis an herausragende junge, zeitgenössische Komponisten vergeben. Neben Öcal wurde auch SJ Hanke, Träger des Preises aus dem vergangenem Jahr, geehrt, dessen geplantes Preisträgerkonzert 2020 coronabedingt ausgefallen war. Die 25-jährige britische Pianistin Isata Kanneh-Mason erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Leonard Bernstein Award, und die erst 16-jährige Bratschistin Céline Eberhardt gewann im Duo mit der 17-jährigen Pianistin Danai Vogiatzi den mit 5000 Euro Dotierung verbundenen Förderpreis.

Einige Konzerte stehen noch an, so das offizielle Abschlusskonzert mit Starpianist Daniil Trifonov mit dem Elbphilharmonie Orchester am 29. August im Kieler Schloss. Dies ist ebenso bereits ausverkauft wie die "Verlängerung" in der Elbphilharmonie Hamburg vom 30. August bis zum 5. September mit Konzerten von Ivo Pogorelich, Milow, Sabine Meyer & Friends sowie Alice Sarah Ott. Am 30. August ist in der Lübecker Musik- und Kongresshalle außerdem Anne-Sophie Mutter mit ihrem Klavierpartner Lambert Orkis zu erleben. Die für diese Konzerte verkauften Tickets sind in der Gesamtbilanz von 101.000 verkauften Karten bereits mitgezählt.