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#AlarmstufeRot kritisiert Bund-Länder-Beschlüsse

Bei einem Gipfeltreffen am 10. August haben die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten neue Corona-Regeln für den Herbst beschlossen. Das Bündiss #AlarmstufeRot und die Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft kritisieren, dass dabei Veranstaltungen, Feiern, Bars und Clubs pauschal mit dem Stigma "Superspreading Events" etikettiert werden.

11.08.2021 16:33 • von Jonas Kiß
AlarmstufeRot (Bild: Screenshot, facebook.com)

Bei einem Gipfeltreffen am 10. August 2021 haben die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Bundesländer neue Corona-Regeln für den Herbst beschlossen.

Demnach bleiben Veranstaltungen unter Einhaltung der 3-G-Regel prinzipiell erlaubt, es seien aber auch Einschränkungen, wie eine begrenzte Teilnehmerzahl für Clubs und Partys weiter möglich, und die Veranstalter*innen müssten Hygienekonzepte vorlegen. Vor allem die Länder seien nun in der Pflicht, "angemessene Lösungen für Großveranstaltungen, Feiern in geschlossenen Räumen und Zusammenkünften in Clubs und Diskotheken" zu finden. Laut den Politiker*innen seien Veranstaltungen in geschlossenen Räumen die Bereiche, die mit einem besonders hohen Risiko für Mehrfachansteckungen verbunden seien.

Kritik kommt von Christian Eichenberger, Mitinitiator von #AlarmstufeRot und Vorstand von fwd: Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft: "Veranstaltungen, Feiern, Bars und Clubs werden pauschal mit dem Stigma 'Superspreading Events' etikettiert. Trotz vieler erfolgreicher Testevents in Deutschland und Europa. Das beschädigt das Vertrauen der Besucher dauerhaft. Außerdem werden damit Schreckensszenarien gezeichnet, die den Behörden nahelegen, Anlässe doch zu limitieren. So droht erneut ein deutscher Flickenteppich in der Umsetzung durch die Länder. Alle Ebenen müssen das Prinzip der Vorsicht zu einem Prinzip des Möglichmachens weiterentwickeln."

Für Jan Kalbfleisch, Geschäftsführer von fwd: Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft, würden die staatlichen Maßnahmen wie Lockdown nun klar in Verbindung mit den Hilfen stehen. "Maßnahmen zu ertragen und zugleich auf Hilfen verzweifelt zu warten, darf nicht mehr passieren", sagt Kalbfleisch. "Allerdings bleibt zu befürchten, dass dies nach der Bundestagswahl - erstmal ohne Bundesregierung - wieder so kommt. Diese Finanzhilfen müssen jetzt umgehend im Detail definiert werden und sind bis ins Frühjahr zu verlängern, bis eine neue Regierung handlungsfähig ist. Die Länder fordern zurecht auch eine Verlängerung des Kurzarbeitergelds. Es ist daher nötig, jetzt staatliche Hilfen für den gesamten Zeitraum festzulegen, in dem als Folge der politischen Pandemiemaßnahmen massive Umsatzeinbrüche fortbestehen."