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Umfrage Home Office vs. Büro: Klare Mehrheit für flexible Modelle

Wegen der Corona-Pandemie hat auch die Musikbranche ihre Beschäftigten vielfach ins Home Office beordert. Aktuell und für die Zukunft zeichnet sich ein Mix aus Büro- und Heimarbeit als favorisiertes Arbeitsmodell ab, wie eine Branchenumfrage von MusikWoche ergibt.

12.08.2021 10:12 • von Frank Medwedeff
- (Bild: Foto: Stocksnap/Pixa Bay, Layout: MusikWoche)

Wegen der Corona-Pandemie hat auch die Musikbranche ihre Beschäftigten vielfach ins Home Office beordert. Aktuell und für die Zukunft zeichnet sich ein Mix aus Büro- und Heimarbeit als favorisiertes Arbeitsmodell ab, wie eine Branchenumfrage von MusikWoche ergibt.

MusikWoche fragte bei Firmen und Verbänden aus diversen Bereichen der Musikbranche nach, wie sie es im Zuge der Lockerung der Corona-Maßnahmen nach Ende der "Notbremse" halten: Holen sie die Mitarbeiter*innnen nun verstärkt ins Büro zurück? Oder setzen Sie angesichts wieder steigender Fall- und Inzidenzzahlen in den kommenden Monaten doch eher weiter auf Home Office oder eine Kombination aus Büropräsenz und Heimarbeit?

Angélique Thranberend, Director Human Resources Warner Music Central Europe: "Mobile Work ist gekommen, um zu bleiben, und wir werden ab sofort eine Kombination 'best of both worlds' etablieren. Bereits zu Beginn des ersten Lockdowns im letzten Jahr konnten wir vollständig und erfolgreich auf Mobile Work umstellen, da wir rechtzeitig die nötige IT-Infrastruktur hergestellt hatten. Nun adaptieren wir das, was die Pandemie uns Positives gelehrt hat und werden bei Warner Music Central Europe ab August auf einen Mix aus Präsenztagen im Büro und Tagen, an denen auch von anderswo gearbeitet werden kann, setzen. Die Präsenztage im Büro sind dabei frei wählbar.

Die Anzahl der Desks werden wir in diesem Zuge an allen Standorten künftig reduzieren und die freiwerdenden Flächen zum Ausbau von Kollaborationsmöglichkeiten nutzen. Denn darum geht es doch, wenn Menschen ins Büro kommen - Zusammenhalt, Zusammenarbeit & Spirit. Damit kommen wir auch dem Wunsch unserer Kolleg:innen nach, die sich in einer weltweiten Mitarbeiterbefragung genau dies gewünscht haben - ein hybrides Arbeitskonzept. Bei alledem denken wir Covid selbstverständlich immer mit, denn die Sicherheit und Gesundheit unserer Teams steht für uns an erster Stelle. Mit einem Arbeitsplatz-Buchungssystem, einem Testkonzept, einer Maskenpflicht sowie der konsequenten Einhaltung allseits bekannter Hygieneregeln sehen wir uns auch bei wieder ansteigenden Zahlen gut aufgestellt.

Bei uns kann im Prinzip jeder seinen Job von zu Hause aus erledigen - das haben alle eindrucksvoll bewiesen. Aber in unserer Branche geht es doch um so viel mehr, als nur darum einen Job zu machen. Emotionen transportieren sich eben immer noch am besten über persönliche Begegnungen - darauf wollen und werden wir auch künftig nicht verzichten."

Mathias Giloth, Geschäftsführer GfK Entertainment: "Es ist in der Tat eine spannende Frage, wie wir die Zusammenarbeit organisieren, in den nächsten Wochen und Monaten und auch dauerhaft. Wir bei der GfK Entertainment werden es bis Ende September den Mitarbeitern weiterhin freistellen, ob sie im 'home office' oder im Büro arbeiten möchten. Da die technischen Gegebenheiten von Videokonferenzen bis hin zu Cloud-Speichern vorhanden sind, besteht keine Not, hier schnell den Status Quo zu verändern. Dann werden wir die Situation neu bewerten. Ziel für die Zukunft ist dabei eine Kombination aus Büropräsenz und mobile work zu erreichen, die die Vorteile aus beiden Welten kombiniert."

Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie: "Die Mischung aus überwiegend Remote-Work und deutlich reduzierter Büropräsenz hat in der letzten Pandemiephase gut funktioniert. Wir wollen jetzt den grundsätzlichen Mix zwar beibehalten, werden aber das Gewicht wieder stärker in Richtung Büro verlagern, wenn es die weitere Entwicklung der Pandemie zulässt. Online-Termine haben sich bewährt, und ich bin überzeugt, dass wir viele Aspekte aus dieser Zeit mitnehmen und weiterführen werden, nicht nur um die Reisetätigkeit zu reduzieren. Gleichwohl haben physische Zusammenkünfte sehr häufig einen Mehrwert, auf den man meines Erachtens nicht ohne Not verzichten sollte."

Ken Otremba, Geschäftsführer Telamo: "Wir haben auch schon vor Corona ein sehr flexibles Arbeitsplatzmodell gelebt - zahlreiche Mitarbeiter*innen arbeiten schon immer aus dem Home Office oder haben gesplittete Arbeitsplätze (ein bis zwei Präsenztage im Büro pro Woche). Insofern spielen die Inzidenzzahlen nur eine geringe Rolle - gerade die Pendler greifen auch weiterhin gerne auf das Angebot zurück, verstärkt aus dem Home Office arbeiten zu können. Das ist aber von Job zu Job und von Person zu Person verschieden. Uns als Firma ist es wichtig, dass es eine faire Balance zwischen den Interessen der Arbeitnehmer*innen und den Jobinhalten gibt. Als Arbeitgeber bemühen wir uns, ein transparentes, auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittenes Arbeitsplatzmodell anzubieten."

Eine Unternehmenssprecherin von Universal Music: "Für uns hat der Schutz unseres gesamten Teams allerhöchste Priorität. Deshalb haben wir bereits Mitte des vergangenen Jahres einen Stufenplan entwickelt, mit dem wir auf jede Veränderung der pandemischen Lage dynamisch reagieren können und jegliche Regularien (über)erfüllen - von 100 Prozent Home Office über mehrere Stufen bis zur kompletten Rückkehr ins Büro. Verantwortlich hierfür zeichnet unsere bereits zu Beginn der Pandemie eingesetzte Taskforce, die auch mit externen Experten arbeitet. Darüber hinaus haben wir schon im Frühjahr des vergangenen Jahres für unsere Mitarbeitenden auch medizinische Angebote implementiert, die damals von der Beratung und späteren Testmöglichkeiten bis zum heutigen konkreten Impfangebot reichen. Wir sind überzeugt, dass kreative Prozesse besser face-to-face funktionieren und werden daher hybrides Arbeiten auch in Zukunft bei uns weiter etablieren."

Nikola Holle-Spiegel, Executive Vice President Global Human Relations, Diversity & Inclusion BMG: "Das BMG-Team hat die Pandemie mit viel Widerstandsfähigkeit und Einigkeit gemeistert und in einer sehr herausfordernden Zeit tolle Erfolge erzielt, darauf sind wir wahnsinnig stolz. Natürlich wünschen wir uns, dass wir schnellstmöglich ins Büro zurückkehren können. Unser Business lebt schließlich davon, dass unsere kreativen Köpfe nicht nur digital, sondern auch face-to-face zusammenarbeiten können. Aber es ist kein Wettrennen, die Sicherheit der Mitarbeitenden hat oberste Priorität. Daher werden wir an jedem unserer Standorte entsprechend auf die lokalen Bedingungen reagieren. Aktuell arbeiten wir mit einer Ausnahmeliste, die Mitarbeitenden die Möglichkeit gibt, ins Büro zu kommen, wenn es hierfür persönliche oder geschäftliche Gründe gibt. Um auch diesen Kolleg:innen maximale Sicherheit zu geben, haben wir unser Personal geschult, um selbst regelmäßig zu testen. Eine Umfrage hat zudem ergeben, dass wir künftig mit einem Hybridmodell planen, das das Arbeiten sowohl im Büro als auch von zu Hause aus vorsieht. Dem entsprechend bauen wir unsere Räumlichkeiten am Berliner Standort aktuell um."

Guido Evers und Tilo Gerlach, Geschäftsführer GVL: "Die GVL hat im März 2020 von einem Tag auf den anderen auf das remote Arbeiten umgestellt. Das bedeutete nicht nur, vollständig vom heimischen Schreibtisch aus zu arbeiten, sondern auch alle Prozesse der rein digitalen Arbeitsweise anzupassen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen, und wir zollen unseren Mitarbeiter*innen Anerkennung dafür, wie sie trotz der sehr unterschiedlichen Lebens- und Wohnsituationen den gesteigerten Anforderungen gerecht wurden. Die Gesundheit unserer Belegschaft hatte für uns die gesamte Zeit höchste Priorität - das gilt auch weiterhin. Bis mindestens Ende September sind unsere Mitarbeiter*innen angehalten, weiter von zu Hause aus zu arbeiten. Danach werden wir die Lage erneut einschätzen und unsere Maßnahmen entsprechend anpassen.

Grundsätzlich haben wir trotz des Home Offices keine Effizienz- und Serviceverluste wahrgenommen. Im Gegenteil: Wir konnten 2020 und im ersten Halbjahr 2021 nicht nur die zeitgerechte Durchführung aller Verteilungen gewährleisten, sondern weitere Verteilungen außerhalb der Reihe durchführen. Unser Fazit aus den vergangenen 1,5 Jahren im Home Office ist überwiegend positiv. Aus diesem Grund erarbeiten wir derzeit ein flexibles Arbeitsmodell für unsere Belegschaft, das auch nach Corona eine Kombination aus Büro- und Heimarbeit vorsieht."

Martin Staudigl, Vice President Human Resources GSA Sony Music: "Sony Music GSA setzt weiterhin auf hybride Lösungen beim Thema Arbeitsort. Unsere Büros waren auch während der Pandemie nie komplett geschlossen, um Kolleg:innen ein Arbeiten auch im Büro zu ermöglichen - auf freiwilliger Basis und in ihren jeweiligen Schichten. Soweit es die Umstände erlauben, wird die Belegschaft ab September an den Schichttagen vom Büro aus arbeiten, um besser netzwerken und kreativer zusammenarbeiten zu können. Gerade im neuen HQ in Berlin haben wir über 100 neue Kolleg:innen eingestellt, die bisher hauptsächlich remote gearbeitet hatten. Die meisten freuen sich sehr, nun öfters in unser neues und supermodernes Büro kommen zu können. Für die Zeit nach der Pandemie arbeiten wir an einer permanenten, hybriden und flexiblen Lösung mit Fokus auf Arbeit im Büro sowie Möglichkeiten zur remote Arbeit."

Benjamin Budde, Geschäftsführer Budde Music Publishing: "Die Lockerungen der Corona-Maßnahmen sind zwar für uns alle erfreulich, besonders da mehr und mehr Menschen nun vollständig geimpft sind, aber die Büropräsenz ist für die meisten unserer Mitarbeiter:innen immer noch freiwillig. Wir unterstützen natürlich, dass so viele Menschen wie möglich den Weg zurück ins Büro finden. Voraussetzung ist die Berücksichtigung der Hygienemaßnahmen, die wir aber schon nach dem ersten Lockdown in 2020 - nachdem unsere Mitarbeiter:innen im Home Office waren - eingeführt haben. In dem Fall haben wir die Mitarbeiter:innen in zwei Gruppen aufgeteilt, und diese können sehr gerne jeden zweiten Tag im Büro arbeiten. Wir bieten also seit letztem Jahr eine Kombination an, die aber freiwillig ist."

Wir sehen, dass in den letzten zwei Monaten immer mehr Mitarbeiter:innen wieder im Büro arbeiten und sich freuen, wieder im Büro zusammenzukommen. Die Gespräche mit den Kolleg:innen und der schnelle, persönliche Austausch zu diversen Themen vereinfachen das Arbeiten enorm. Hinzu kommt, dass man generell in den letzten 1,5 Jahren einen sehr eingeschränkten Kontakt zu anderen Menschen hatte, und da tut es einfach gut, auch andere Menschen zu sehen. Wir haben auch die Zeit des Lockdowns genutzt, unser 2. OG auszubauen. Dadurch haben wir deutlich mehr Raum, und es können gleichzeitig mehr Kolleg:innen vor Ort arbeiten - was das Büroleben angenehmer gestaltet. Dennoch möchten wir es jedem selbst überlassen, vor allem denjenigen, die sich noch immer unwohl fühlen mit der aktuellen Corona-Situation, ob sie sich dem Risiko (auch wenn es aktuell gering ist) aussetzen, vor Ort zu arbeiten."

Stephan Jaekel, Director Communications Stage Entertainment: "Wir haben nach dem 30. Juni 2021 - dem Ablauf der Arbeitgeber-Verpflichtung zur Ermöglichung von Home-Office-Arbeit - unseren Mitarbeiter*innen weiterhin und bis auf weiteres empfohlen, ihrer Arbeit nach wie vor von zu Hause aus nachzukommen. Dennoch haben wir natürlich auch in unseren Büros in der Zentrale in der Hamburger Speicherstadt sowie in allen ­Stage-Theatern deutschlandweit durch verstärkte Hygiene- und Abstandregeln für sichere Präsenz-Arbeitsplätze gesorgt."

Carsten Stricker, Geschäftsführer verstärker medienmarketing: "Wir haben einen Großteil unserer schönen Bürofläche im Prenzlauer Berg langfristig untervermietet und nutzen aktuell nur einen Raum. Dort sind die Kollegen abwechselnd vor Ort, um Verschickungen und Ähnliches zu organisieren. Wir werden, unabhängig von den Inzidenzen, auf absehbare Zeit beim Remote-Work-Modell bleiben, das hat sich in den letzten 1,5 Jahren bewährt. Hinzu kommt, dass ich aus privaten Gründen seit einigen Monaten zwischen Berlin und München pendele - da kommt mir dieses Arbeitsmodell natürlich entgegen, genau wie meinen Kolleg:innen mit Kindern."

Fred Handwerker, CEO handwerker promotion: "Wir gehen nach heutigem Stand davon aus, dass wir im September noch aus dem Home Office arbeiten und ab Oktober wieder Büropräsenz haben werden."

Maik Klokow, CEO & Produzent Mehr-BB Entertainment: "Wir haben in den letzten Monaten gelernt, dass wir auch sehr gut miteinander arbeiten können, wenn wir nicht im Büro sind. Die Kolleg*innen sind sehr diszipliniert, selbst größere Meetings funktionieren via Videochat sehr gut. Wir sehen die Verantwortung für unsere Mitarbeitenden und appellieren an sie, alle Aufgaben, die keine Anwesenheitspflicht erfordern, nicht im Büro zu erledigen. Manche Tätigkeiten erfordern dennoch eine Anwesenheit, wie beispielsweise im Theater. Hier konnten wir glücklicherweise bereits allen über die Betriebsärzte ein Impfangebot unterbreiten, zusätzlich gilt bei uns natürlich auch die Testpflicht."

Jörg Heidemann, Geschäftsführer VUT: "Beim VUT entscheidet aktuell jede*r unserer sechs Mitarbeitenden eigenverantwortlich, ob das Home Office oder unser Büro in Berlin-Charlottenburg das richtige Modell für ihn*sie ist. Planen mehr als zwei Personen, ins Büro zu kommen, lassen wir uns vorher testen oder führen Selbsttests vor Ort durch. Um für unsere Mitglieder erreichbar zu sein, ist die VUT-Geschäftsstelle zu den Kernzeiten in der Regel besetzt, beziehungsweise arbeiten wir mit Telefonumleitungen. Unsere Ausschuss- und Vorstandssitzungen fanden schon vor der Pandemie via Videokonferenzen statt, und dank Digitalisierung können wir auch von zu Hause effektiv das Alltagsgeschäft bestreiten."

Ilona Jarabek, Präsidentin des Europäischen Verbands der Veranstaltungs-Centren (EVVC): "Im Veranstaltungsgeschäft funktioniert Home Office natürlich auch nur bedingt. Zum Beispiel im Bereich Technik müssen auch Hausanlagen betreut werden, und da noch nicht alles digitalisiert ist, muss dies vor Ort geschehen. Daher bin ich überzeugt, und so wird es auch in meinem Haus (Musik- und Kongresshalle Lübeck) gehandhabt: Es bleibt eine Kombination von Präsenz und Home Office, je nach Situation und Arbeitsbedarf. Auch im Team wird dies sehr unterschiedlich bewertet. Manche Mitarbeiter*innen finden Home Office eine gute Ergänzung, andere fühlen sich mit Präsenz besser. Gut, dass beides mittlerweile möglich und eingespielt ist. Wir werden hier sicher flexibel bleiben."

Niko Papadopoulos, Geschäftsführender Gesellschafter Chimperator Productions: "Prinzipiell wollen wir auch in Zukunft das Modell Home Office beibehalten (unabhängig von der Corona-Situation). Es hat sich gezeigt, dass die Mehrzahl der Mitarbeiter die Heimarbeit als positiv bewerten. Wir stellen den Mitarbeitern allerdings frei, weiterhin im Büro zu arbeiten, wenn die häusliche Umgebung das Arbeiten nicht zulässt. Sollte sich die Corona-Situation weiter verschärfen, werden wir die Heimarbeit wieder verpflichtend einführen."

Tobias Gruber, Marketing Goodlive Artists: "Wir bitten unser Team weiterhin darum, wenn möglich von zuhause zu arbeiten und die Präsenzzeiten im Büro auf das notwendige Minimum zu reduzieren. Die Frage, wie wir uns die Arbeit im "Normalbetrieb" künftig vorstellen, haben wir noch nicht abschließend beantwortet."

Christian Goebel, General Manager Motor Entertainment: "Bei uns hat Remote Work während der Pandemie sehr gut funktioniert, aber wir freuen uns auch sehr, unsere Kolleg*innen, Künstler*innen und Partner*innen wieder persönlich zu sehen, daher werden wir künftig 50/50 im Büro und Remote arbeiten."

Teamstatement D Live: "Wir handhaben die Kombination aus Mobile Office und Präsenz in unseren Büros sehr flexibel. Veranstaltungen oder event-ähnliche Tätigkeiten, die wir auch während der Pandemie durchgeführt haben und durchführen, wie zum Beispiel den Betrieb des Düsseldorfer Impfzentrums in der Merkur Spiel-Arena, den Ligabetrieb im Fußball und Eishockey oder auch das aktuell laufende Open Air Kino am Rhein, machen natürlich eine gewisse Präsenz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort notwendig. Dort achten wir aber mit größter Sorgfalt auf die Hygiene- und Abstandsregeln sowie regelmäßige Tests. Inzwischen können wir auch eine Impfquote von mehr als 90 Prozent aufweisen."

Ben Mitha, Geschäftsführer Karsten Jahnke Konzertdirektion: "Im Zuge der Aufhebung der ­Home-Office-Pflicht und gestützt durch den Umstand, dass der Großteil unserer Belegschaft bereits geimpft ist, fahren wir langsam den Bürobetrieb wieder hoch. Wir sind der Meinung, dass die Strukturen des Bürobetriebes für die Produktivität, die Motivation und die mentale Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen nur förderlich sind. Nichtdestotrotz befinden wir uns immer noch in Kurzarbeit, so dass auch ein verstärkter Bürobetrieb aktuell immer noch weit von der Auslastung des Büros vor Corona entfernt ist.

KJ hat seinen Mitarbeiterinnen schon seit Jahren eine Kombination aus Büropräsenz und Home-­Office-Tagen angeboten, und plant, dies auch künftig beizubehalten. Mit Ausblick auf das zu erwartende Veranstaltungsvolumen in 2022 und dem damit einhergehenden Workload halten wir es jedoch für unerlässlich, die Mitarbeiterinnen in den nächsten Monaten sukzessive wieder an einen strukturierten Büroalltag heranzuführen und damit auf die kommenden Aufgaben und Arbeitsbelastung vorzubereiten."

Michael Bisping und Dieter Schubert, Geschäftsführer ass concerts & promotion: "Bei uns wird Home Office die überwiegende Arbeitsweise bleiben, bis wieder verlässlich Tourneen planbar sind und stattfinden können. Wir hoffen, dass wir im Herbst wieder den Betrieb hochfahren können. Dann werden wir mit einem Mischmodell arbeiten: Jeder Mitarbeiter wird rund seine halbe Arbeitszeit im Home Office und die andere Hälfte in Präsenz verbringen. Dies hat zwei Gründe: Einerseits hat sich die Home-Office-Situation bei einigen sehr bewährt, und andererseits mussten wir uns aufgrund der Krise verkleinern, was das Büro betrifft. Wir werden es uns zunächst zeitlich teilen müssen. Aktuell sind die Mitarbeiter für einzelne Arbeitstage unregelmäßig im Büro anzutreffen. Dabei sind die Geschäftsführer, die Buchhaltung und die Auszubildenden mehr anwesend als zum Beispiel Booker und andere Mitarbeiter. Momentan gibt es noch keine verbindliche Präsenzpflicht."

Simona Kühndel, Marketing/PR COFO Entertainment: "Wir hatten während der ganzen letzten Monate die Kollegen fast ausschließlich im Büro. Home Office wird bei uns zwar schon auch gemacht, zum Beispiel wenn es wegen der Kinderbetreuung nicht anders geht, aber es ist nicht die Norm, daher sind wir da fast der falsche Ansprechpartner. Wir sind eigentlich immer alle da."

Christian Diekmann, COO/CDO Deutsche Entertainment AG (DEAG): "Bei der DEAG gelten traditionell flexible Regelungen mit Bezug auf Arbeitszeit und -ort. Eine Kombination aus Home Office und Büropräsenz boten unserem Team bereits vor der Corona-Pandemie grundsätzlich einen überdurchschnittlichen Spielraum hinsichtlich, wer von wo wann arbeitet. Dies liegt natürlich auch darin begründet, dass unsere Konzerte und Events überwiegend abends und in der Nacht stattfinden. Die Erfahrungen diesbezüglich, die wir nun in den vergangenen eineinhalb Jahren gesammelt haben, sind gut und werden in der Post-Corona-Zeit einen positiven Effekt auf die erwähnten flexiblen Regelungen haben. Angesichts der vorsichtigen Rückkehr des Livegeschäfts, die aktuell beobachtet werden kann, sowie der VVK-Starts der Konzerte und Veranstaltungen für 2022 konnten wir in den letzten Wochen die Kurzarbeit endlich reduzieren."

Michael Löffler, Geschäftsführer Target Concerts: "Auch vor der Pandemie war bei uns Home Office schon eine gängige Praxis, oder "Venue Office", "Train Office" oder ähnliches - je nachdem, was unsere Arbeitsumstände eben für die einzelnen Mitarbeiter*innen gerade in vollen Konzertmonaten erfordert haben. Mit Beginn der Pandemie wurde dann für einige Zeit auf reines Home Office umgestellt, was auch nahtlos gut funktioniert hat, weil eben jede*r bereits mit Serverzugängen und mobilen Arbeitsgeräten ausgestattet war. Auch unsere regelmäßigen Teammeetings haben in dieser Zeit rein digital per Zoom stattgefunden, letztes Jahr im Sommer dann auch beispielsweise mal auf Abstand in unserem Büroinnenhof oder im Biergarten - nach all den Monaten war es für alle schön, sich endlich auch mal wieder 'live' zu sehen.

Aktuell können alle Mitarbeiter*innen für sich entscheiden, ob und wie häufig sie ins Büro kommen möchten - ein Muss gab und wird es hier allerdings nicht geben. Gerade für Kolleg*innen mit Kindern kann das Büro durchaus mal hilfreich sein, oder - je nach Themengebiet - verabredet man sich in Kleingruppen zu spezifischen Meetings. Das wöchentliche Status-Update bleibt aber beispielsweise weiterhin digital, und auch der Großteil der Arbeit erfolgt remote. Solange wir keinen regulären Veranstaltungsbetrieb aufnehmen können, wird auch kein voller Bürobetrieb stattfinden - es befinden sich immer noch alle in Kurzarbeit, und die jeweiligen Tätigkeiten erfordern eher eine regelmäßige, punktuelle Erreichbarkeit als jetzt volle achtstündige Bürotage."

Zusammenstellung: Frank Medwedeff, Knut Schlinger