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Die Branche im Parlament Teil 6: Felix Grädler über politisches Engagement

Nicht zuletzt wegen der Corona-Krise sind die Verbindungen zwischen Musikbranche und Politik enger geworden. Für einige Akteure war die Pandemie ­sogar ein Anlass, sich politisch zu engagieren oder ihre Arbeit zu verstärken. Für MusikWoche spricht Felix Grädler von der halle02 exklusiv über seine Beweggründe und Ziele in der Politik.

10.08.2021 09:27 • von

Nicht zuletzt wegen der Corona-Krise sind die Verbindungen zwischen Musikbranche und Politik enger geworden. Für einige Akteure war die Pandemie ­sogar ein Anlass, sich politisch zu engagieren oder ihre Arbeit zu verstärken. Für MusikWoche spricht Felix Grädler von der halle02 in Heidelberg exklusiv über seine Beweggründe und Ziele in der Politik.

MusikWoche: Warum und wann sind Sie in die Politik gegangen?

Felix Grädler: Ich bin in die Politik gegangen, weil ich gemerkt habe, dass junge Menschen zu wenig Lobby in der Gesellschaft haben. Außerdem wollte ich nicht nur jemand sein, der sich beschwert, wenn etwas nicht gut läuft, sondern aktiv an der Veränderung teilhaben. Vor allem habe ich festgestellt, dass in meinem Umfeld viele Personen politikinteressiert sind, aber niemand die Möglichkeit für sich sah, sich politisch zu engagieren. Ich konnte mir als Selbstständiger das »erlauben«, mich politisch zu engagieren.

MusikWoche: Welche Ziele wollen Sie erreichen?

Felix Grädler: Ich will dazu beitragen, die Gesellschaft bunter, gerechter und nachhaltiger zu gestalten. Ich will jungen Menschen eine Stimme geben und ich will der jungen Kultur eine Stimme geben.

MusikWoche: Was könnte die Musikbranche von der Politik lernen - und was umgekehrt?

Felix Grädler: Die Politik könnte lernen, dass es manchmal auch die leisen Töne sind, die ein Stück ausmachen. Aber auch, dass hier tatsächlich »mit den Füßen« abgestimmt wird - sprich: Man merkt direkt, ob ein Angebot akzeptiert wird - oder nicht. Die Musikbranche muss leider lernen, sich stärker durchzusetzen und vor allem miteinander für die Ziele einzustehen und sich nicht im »Kleinklein« zu verlieren.

MusikWoche: Was haben Sie bislang bewirkt?

Felix Grädler: Ich konnte sowohl durch meine Tätigkeit als Stadtrat in Heidelberg wie auch im Bundesverband der Clubs, der LiveKomm, viele Projekte anschieben und somit die Club-szene und ihre Bedürfnisse stärker sichtbar machen. Sicherlich ist hier noch viel zu tun, aber wir wurden beispielsweise im Bundestag gehört, und auch auf Landes- oder kommunaler Ebene spielt das Thema "Clubs" nun eine stärkere Rolle und wird auch bei Stadtentwicklung mitgedacht. Es war auch wichtig, Clubkultur aus der Schmuddelecke rauszubekommen.

zur Person

Felix Grädler ist geschäftsführender Gesellschafter der halle02 in Heidelberg. Seit 2014 sitzt der gebürtige Heidelberger für Bündnis 90/Die Grünen im Heidelberger Gemeinderat und engagiert sich im Speziellen für die Themen Kultur- und Kreativwirtschaft, Mobilität und Digitalisierung.