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Die Branche im Parlament Teil 1: Julia Frank über politisches Engagement

Nicht zuletzt wegen der Corona-Krise sind die Verbindungen zwischen Musikbranche und Politik enger geworden. Für einige Akteure war die Pandemie ­sogar ein Anlass, sich politisch zu engagieren oder ihre Arbeit zu verstärken. Für MusikWoche spricht Julia Frank von Wizard Promotions exklusiv über ihre Beweggründe und Ziele in der Politik.

03.08.2021 12:38 • von

Nicht zuletzt wegen der Corona-Krise sind die Verbindungen zwischen Musikbranche und Politik enger geworden. Für einige Akteure war die Pandemie ­sogar ein Anlass, sich politisch zu engagieren oder ihre Arbeit zu verstärken. Für MusikWoche spricht Julia Frank von Wizard Promotions exklusiv über ihre Beweggründe und Ziele in der Politik.

Warum und wann sind Sie in die Politik gegangen?

Als sich im vergangenen Jahr nicht nur unser Leben, sondern auch unser Arbeitsalltag von heute auf morgen veränderte, wurde sehr schnell deutlich, dass die Kultur nicht gesehen wird. Wir erinnern uns alle an die Zeilen "Kultur ist kein Luxusgut" und "Kultur ist systemrelevant". Sicherlich richtig, aber bis heute ist diese Tatsache nicht durch das Handeln der Politik gestützt. Das war für mich einer von vielen Gründen, politisch aktiv zu werden.

Welche Ziele wollen Sie erreichen?

Da ich als Frankfurter Stadtverordnete gewählt wurde, konzentrieren sich meine unmittelbaren Ziele auf die kommunale Ebene. Ich möchte gemeinsam mit meinen Kolleg*innen im Stadtparlament und unter Beteiligung der Kulturinstitutionen, Kulturschaffenden und Bürger*innen in Frankfurt einen Kulturentwicklungsplan erarbeiten.

Was könnte die Musikbranche von der Politik lernen ? und was umgekehrt?

Wir können von der Politik lernen, besser für uns selbst einzutreten. Leider gibt es in der Musikbranche zu viele Einzelkämpfer, und so hat es viel zu lange gedauert, bis alle - oder zumindest viele - an einem Strang gezogen haben. Wir haben keine Lobby wie die Autoindustrie oder eine Fluggesellschaft. Wir müssen uns besser organisieren und dafür sorgen, dass es Fördertöpfe gibt, auf die in Krisenzeiten zurückgegriffen werden kann. Die Politik wiederum muss noch einiges über die Kulturbranche lernen, um auch in Zukunft Förderungen zielgerichteter einzusetzen. Wichtig dabei ist, dass Berater*innen aus allen Bereichen der Industrie angehört werden.

Was haben Sie bislang bewirkt?

Wir fangen als Parlament erst im September an zu arbeiten, aber ich konnte mich bereits bei den Koalitionsverhandlungen in den Bereichen Bildung sowie Planen, Bauen & Wohnen einbringen.

zur Person

Julia Frank arbeitet als Senior Executive Manager Touring beim Frankfurter Veranstalter Wizard Promotions. Sie ist jüngst als Frankfurter Stadtverordnete für die Grünen gewählt worden.