Events

Musikbranche sendet positives Echo zum neuen deutschen Musikpreis

Am 27. Juli bestätigten BKM und Initiative Musik ihre Bemühungen um einen neuen deutschen Preis für Popmusik. In ersten Reaktionen zeigen sich die Akteure bei den Branchenverbänden BVMI, DMV und VUT, den Verwertungsgesellschaften GEMA und GVL sowie beim Deutschen Musikrat erfreut vom Vorstoß.

28.07.2021 11:18 • von
Von Balbina bis Shirin David, von Herbert Grönemeyer bis zu Roland Kaiser: die 25 Gründungsmitglieder der Akademie für den neuen deutschen Popmusikpreis (Bild: Initiative Musik)

Schon Anfang 2020 stand fest, dass BKM und Initiative Musik an neuen Musikpreisen für die Bereiche Jazz und Pop arbeiten, zum Musikpreis seien zumindest erste vorbereitende Maßnahmen angestoßen worden, hieß es damals. Nachdem der Jazzpreis zwischenzeitlich seine Premiere erlebte, folgte nun der erste offizielle Schritt hin zu einem potenziellen Nachfolger für den eingestellten Echo.

Am 27. Juli 2021 bestätigten Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Initiative Musik nämlich ihre Bemühungen um einen neuen deutschen Preis für Popmusik. Als Auftakt stand zunächst die Gründung einer Akademie auf der Agenda, mit 25 Gründungsmitgliedern, die von Balbina bis zu Birgit Böcher sowie von Herbert Grönemeyer bis zu Dieter Gorny reichen. Diese Akademie soll "über den Preis hinaus", als ein "offenes Forum die Entwicklung der deutschen Musikszene begleiten und mitgestalten".

In ersten Reaktionen zeigen sich die Branchenverbände BVMI, DMV und VUT, die Verwertungsgesellschaften GEMA und GVL sowie der Deutsche Musikrat erfreut vom Vorstoß.

So sieht die GVL als Hauptgesellschafterin der Initiative Musik die deutsche Popmusikszene bereits "bereichert um einen neuen Preis, der die Vielfalt und Qualität der verschiedenen Genres Populärer Musik auszeichnen soll". Der Preis für Popmusik ergänze die bereits von der Initiative Musik organisierten Preise Applaus und Deutscher Jazzpreis "um eine weitere wichtige Auszeichnung für die Musikszene in Deutschland".

Als Aufsichtsratsmitglied der Initiative Musik und Vorsitzender der Gesellschafter- und Delegiertenversammlung der GVL erklärt Detlev Tiemann: "Mit der Gründung der Akademie hat die Initiative Musik das Fundament für eine künftige Verleihung eines Preises für Popmusik gelegt. Ich freue mich sehr, dass so viele Kreative mit breitem künstlerischem Sachverstand bereit sind, sich einzubringen. Die hochkarätige Besetzung der Akademie stellt sicher, dass der Preis eine Auszeichnung von Künstler*innen für Künstler*innen wird. Für mich als Vertreter der GVL ein erfreulicher Nebenaspekt: Die meisten der 25 prominenten Gründungsmitglieder sind GVL-Berechtigte."

"Das Thema stand ja schon seit einiger Zeit im Raum, nun soll es also ganz bald losgehen", sagt derweil Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI), der beim Niedergang des Echo heftig unter öffentlichen Beschuss geraten war. "Als am Prozess Unbeteiligte ist es für uns spannend zu beobachten, wie sich das Vorhaben entwickelt und wie sich ein neuer Preis in die Vielzahl der existierenden Preise einfügt. Es gibt jedenfalls genug Gründe, die herausragenden Werke der Künstler:innen und ihrer Partner auszuzeichnen und dadurch besonders hervorzuheben."

"Dass die Kulturstaatsministerin neben dem neuen Deutschen Jazzpreis nun zusätzlich einen Pop-Preis aus ihrem Etat finanziert, begrüßen wir und bedanken uns im Namen der von uns repräsentierten Künstler*innen und ihrer Partner", fasst beim Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) Geschäftsführer Jörg Heidemann zusammen. "Mutige Popmusik hat immer eine Bühne unabhängig von Algorithmen, Klicks und Verkaufszahlen verdient und auch der Akademie-Gedanke ist ein spannender Ansatz." Aber die VUT-eigenen Auszeichnungen möchte Heidemann doch nicht vergessen wissen: "Nichtsdestotrotz freuen wir uns weiterhin am meisten auf die VUT Indie Awards!"

"Musik ist ein unschätzbarer Wert für die Gesellschaft", betont Ursula Goebel, Direktorin Kommunikation der GEMA. "Dieser Wert muss nicht nur geschützt und gefördert werden, sondern auch sichtbar gemacht werden." Die GEMA bringe "ihre Anerkennung und Wertschätzung der musikalischen Leistung durch den Deutschen Musikautorenpreis zum Ausdruck", betont Goebel.

"Seit 2008 würdigt der Deutsche Musikautorenpreis das kreative Schaffen herausragender Komponistinnen und Komponisten sowie Textdichterinnen und Textdichter. Die Fachjury, jährlich neu berufen durch die Akademie Deutscher Musikautoren, legt in ihr ehrenamtliches Engagement sehr viel Energie, Hingabe und Leidenschaft." Das mache diesen Preis zu etwas Besonderem. "Ihre Arbeit garantiert, dass nicht nur der kommerzielle Erfolg, sondern gleichermaßen der künstlerische Wert des kreativen Schaffens anerkannt wird", so Goebel weiter.

Dass nun "der neue Preis für Popmusik diesem Geist folgen will und statt Verkaufszahlen und kommerziellen Erfolg die Vielfalt und Qualität des Schaffens auszeichnen will, freut uns sehr", ergänzt Goebel. "Denn jeder einzelne Beitrag, der die Wertschätzung der künstlerischen Vielfalt in den Vordergrund stellt, stärkt die gesellschaftliche Anerkennung für ebendiese Leistung - und ist damit ein Gewinn für uns alle."

"Gut, dass es endliche eine (Pop)Musikakademie gibt, bei der die Musikschaffenden im Mittelpunkt stehen", macht Patrick Strauch klar, Präsident des Deutschen Musikverleger-Verbands (DMV). "Die Akademie soll ja nicht nur den Preis gestalten, sondern auch Diskursraum für die Branchenbeteiligten sein und Ansprechpartner für die Politik darstellen. Der Preis für Popmusik wird dabei der erste Aufschlag und wird zeigen, wie die Akademie sich findet und agiert."

Strauch gibt dem neuen Award aber auch eine Erwartung mit auf den Weg: "Als Musikverlage hoffen wir darauf, dass auch Autorinnen und Autoren und ihr Schaffen entsprechend berücksichtigt werden. Es wäre wünschenswert, wenn langfristig auch andere Genres in der Akademie ihren Platz finden."

Auch beim Deutschen Musikrat begrüßt man die Initiative von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, "eine Akademie und einen neuen Preis für Popmusik ab 2022 aus Bundesmitteln zu etablieren", wie Generalsekretär Christian Höppner formuliert. Damit werde "eine weitere Lücke in der Förderlandschaft geschlossen" und "ein kreativer Raum geschaffen, in dem die Popmusikszene auf künstlerisch hohem Niveau gedeihen und sich entwickeln" könne.

"Mit der Initiative Musik, die die Verleihung des neuen Preises durchführen wird, steht für dieses Projekte ein hoch kompetenter Partner mit großem Netzwerk und langjährigen Erfahrungen im Bereich der Popmusik zur Verfügung. Der Deutsche Musikrat gratuliert zur gelungenen und vielfältigen Auswahl der Gründungsmitglieder der neuen Akademie und freut sich auf die wertvollen neuen Impulse, die die Arbeit der Akademie und der Popmusikpreis für Deutschland und darüber hinaus für ganz Europa mit sich bringen werden."

Zusammenstellung: Knut Schlinger