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BKM und Initiative Musik geben Startschuss für neuen deutschen Musikpreis

Gerade noch hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters erste Infos zu einem Echo-Nachfolger durchsickern lassen, nun folgt die Bestätigung der Initiative Musik: Als Auftakt für einen neuen Preis für Popmusik gründet sich zunächst eine Akademie, deren Mitglieder von Balbina bis zu Birgit Böcher sowie von Herbert Grönemeyer bis zu Dieter Gorny reichen.

27.07.2021 12:52 • von
Von Balbina bis Shirin David, von Herbert Grönemeyer bis zu Roland Kaiser: die 25 Gründungsmitglieder der Akademie für den neuen deutschen Popmusikpreis (Bild: Initiative Musik)

Gerade noch hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Gespräch mit der "Rheinischen Post" erste Infos zu einem Echo-Nachfolger durchsickern lassen, nun folgt die Bestätigung aus den Reihen der Initiative Musik: Als Auftakt für einen neuen Preis für Popmusik gründet sich zunächst eine 25-köpfige Akademie, die sogenannten "Start25", deren Mitglieder von Künstlerin Balbina bis zu DMV-Geschäftsführerin Birgit Böcher reichen, vom Künstler Herbert Grönemeyer bis zum Musikfunktionär Dieter Gorny oder vom Musikverleger Benjamin Budde über die Funktionärin Katja Lucker bis zur Künstlerin Ebow und dem Produzenten Moses Schneider.

Die deutsche Popmusikszene erhalte künftig "einen neuen Preis, der die Vielfalt und Qualität der verschiedenen Genres Populärer Musik auszeichnen soll", lässt die Initiative Musik in einer Mitteilung wissen. Der neue Preis - einen Namen hat das Projekt zumindest offiziell noch nicht, Echo oder Lola dürften aber aus dem Rennen sein - solle "frei von kommerziellen Aspekten" fortan "künstlerische Leistungen und den kreativen Prozess" in den Vordergrund rücken.

Die Initiative Musik soll die Preisverleihung umsetzen und auch für die organisatorischen Rahmenbedingungen für die Akademie sorgen. Die finanziellen Mittel stellt Kulturstaatsministerin Monika Grütters zur Verfügung.

Damit ergänzen beide Seiten ihr bereits aus dem Spielstättenprogrammpreis Applaus und dem erst kürzlich erstmals verliehenen Deutschen Jazzpreis bestehendes Portfolio um einen weiteren Award. Mit Details zur Ausgestaltung des Preises aber hält man sich zunächst bedeckt. Hier soll ganz offenbar bereits die gerade erst neu gegründete Akademie entscheidend mitbestimmen dürfen, ob es sich eher um eine quasi brancheninterne Auszeichnung für heimische Produktionen handeln soll, oder ob man einen Musikpreis samt fernsehtauglicher Award-Gala mit internationaler Strahlkraft anstrebt.

"Popmusik in Deutschland zeichnet sich durch künstlerische Vielfalt und enorme Kreativität aus", kommentiert Kulturstaatsministerin Monika Grütters. "Es ist nun an der Zeit für einen Preis, der frei von kommerziellen Aspekten ausschließlich künstlerische Leistungen würdigt." Grütters betont, dass der neue Preis "die Musikerinnen und Musiker in den Mittelpunkt stellen und ein großes Spektrum an musikalischen Genres abdecken" solle, und räumt ein, dass sie sich bei der Ausgestaltung von ihren Erfahrungen aus dem Filmbereich hat inspirieren lassen: "Zugleich gründen wir nach dem Vorbild der Deutschen Filmakademie eine neue Akademie für Popmusik, die sich für die Branche stark machen soll. Ich bin mir sicher: Sowohl der Preis als auch die Akademie für Popmusik werden wichtige Impulse für die Musikszene setzen."

Die Akademie solle in ihrer Zusammensetzung die popmusikalischen Bereiche in all ihrer Vielfalt widerspiegeln, lässt das Haus der Kulturstaatsministern noch wissen, "von der experimentellen Nische bis zum Mainstream". Die Gründungsmitglieder sollen dabei zudem "den musikalischen Schaffensprozess in allen Facetten" repräsentieren, "für einen Preis von Musikschaffenden für Musikschaffende". Die Akademie soll zudem, "über den Preis hinaus", als ein "offenes Forum die Entwicklung der deutschen Musikszene begleiten und mitgestalten".

Interessant dürfte es nun sein, zu beobachten, ob die von Monika Grütters selbst angesprochene Parallele zum Vorbild der Deutschen Filmakademie sich mittelfristig auch im personellen Umfang des Gremiums oder gar in der Dotierung des neuen deutschen Preises für Popmusik niederschlägt: Schließlich stimmen bei der Deutschen Filmakademie inzwischen mehr als 2100 Mitglieder über die Nominierungen für die Verleihung des Deutschen Filmpreises ab, die in diesem Jahr am 1. Oktober stattfinden soll. Der Deutsche Filmpreis, die sogenannte Lola, ist zudem mit Preisgeldern und Nominierungsprämien in Höhe von zusammen fast drei Millionen Euro der "höchstdotierte Kulturpreis" Deutschlands, wie es auf den Onlineseiten des Filmpreises heißt.

Alle Gründungsmitglieder der Akademie für den neuen Preis für Popmusik:

Balbina, Sängerin/Songwriterin

Lex Barkey, Mixing & Mastering Engineer

Birgit Böcher, Geschäftsführerin Deutscher Musikverleger-Verband e.V.

Benjamin Budde, Inhaber/Geschäftsführer Budde Music

Shirin David, Rapperin

Ebow, Rapperin

Sarah Farina, DJ/Produzentin und Aktivistin

Markus Ganter, Produzent

Dieter Gorny, Aufsichtsratsvorsitzender Initiative Musik

Herbert Grönemeyer, Sänger/Komponist und Texter

Alex Grube, Bassist/Gitarrist

Roland Kaiser, Sänger/Komponist und Texter

Reiner "Kallas" Hubert, Studio- und Tour-Schlagzeuger

Jenniffer Kae, Sängerin und Songschreiberin

Eric Krüger, Musical Director/Keyboarder/Produzent

Michelle Leonard, Sängerin/Songwriterin

Katja Lucker, Geschäftsführerin Musicboard Berlin GmbH

Nura, Rapperin

Johannes Oerding, Sänger/Songwriter

Rin, Rapper

Moses Schneider, Produzent

Karo Schrader, Songwriterin/Sängerin

Lillo Scrimali, Pianist MD/Arrangeur/Producer

Suena, Produzentin/Songwriterin

Sara Torchani, Künstlermanagement und Creative Consultant

Text: Knut Schlinger