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Michow äußert sich zur Impffrage bei Konzerten

In der Debatte um die Impfpflicht betont Jens Michow, dass Konzerte wirtschaftlich durchgeführt werden müssten. Er glaubt, dass es juristisch möglich sei, dass ein Veranstalter sich auf sein Hausrecht berufe und den Zutritt zu einer Veranstaltung abhängig vom Impfstatus mache. Zudem kritisiert der BDKV-Präsident das Verhalten von Nena.

27.07.2021 11:22 • von Dietmar Schwenger
Kritisiert das Verhalten von Nena: Jens Michow (Bild: Klaus Westermann)

Dem Deutschlandfunk sagte Jens Michow, dass Konzerte wirtschaftlich durchgeführt werden müssen. "Wenn aus Pandemieschutzgründen aber Konzerte mit Getesteten nicht möglich sind, dann können Konzerte aber eben zumindest von Geimpften und von Genesenen besucht werden."

Gegenüber dem Radiosender führte der BDKV-Präsident aus, um zum normalen Leben zurückzukehren, müsse man wenigstens denjenigen, die das Impfangebot des Staates annehmen, die Möglichkeit geben, Veranstaltungen wie Konzerte in Zukunft wieder ohne Abstandsregelungen zu nutzen. Die Politik müsse nun regeln, dass Veranstaltungen ohne Einschränkungen stattfinden können.

Für Michow steht fest, dass nicht auf alle Zeiten wegen Impfverweigerern Restriktionen hingenommen werden könnten. "Wir werden ja nicht mehr tun können, als alle Menschen, im besten Fall 100 Prozent unserer Bevölkerung, durchzuimpfen." Michow glaubt, dass es juristisch möglich sei, dass ein Veranstalter sich auf sein Hausrecht berufe und den Zutritt zu einer Veranstaltung abhängig vom Impfstatus mache. "Sofern es von den Ländern erlaubt ist, dass Veranstaltungen mit Geimpften durchgeführt werden dürfen", so Michow weiter.

Weiter erläuterte er, dass es "absolut zumutbar" sei, dass man hier differenziere. "Man gibt den Menschen das Impfangebot - und wenn sie das nicht wahrnehmen, dann muss man hinnehmen, dass der Staat sie davor schützt, dass sie selbst infiziert werden oder Infektionen weiter übertragen. Das haben wir auch in anderen Bereichen: Wer keinen Führerschein macht, der darf eben nicht Auto fahren."

Kritik übt der BDKV-Präsident an Nena, die bei einem Open-Air-Konzert ihre Fans dazu aufgerufen hat, sich über Hygieneregeln hinwegzusetzen. Dem Sender sagte er: "Nena sollte sich im Klaren darüber sein, dass sie ihrer Branche einen Bärendienst erwiesen hat mit solchen Bemerkungen: Weil man, glaube ich, nichts Destruktiveres tun kann, als sich auf eine Bühne zu stellen und die Leute dazu anzuhalten, im Zweifel sich nicht an Hygienevorschriften zu halten."

Deswegen halte er Nenas Aktion für "völlig daneben und schädlich für den gesamten Kulturbetrieb". Er hofft, dass "das nicht noch weitere Künstler kopieren. Dann darf sich keiner wundern, dass es noch länger dauern wird, bis wieder etwas gehen wird."

Update:

Per Facebook meldet sich Jens MIchow zu Wort und bezieht sich auf eine Meldung der Tageszeitung "Die Welt": "Ich stelle hiermit klar: Ich habe zu keiner Zeit eine Impflicht gefordert! Wenn eine Zeitung dies für eine plakative Überschrift eines Beitrags hält, kann ich sie nicht daran hindern. Gesagt habe ich das allerdings nie! Ich fordere allerdings, dass es erlaubt werden muss, dass Veranstaltungen für Geimpfte und Genesene ohne Abstandsregeln und zahlenmäßige Begrenzung stattfinden dürfen. Und es muss klar sein, dass dann auch die Mitarbeiter:innen der Veranstaltungsunternehmen ebenfalls geimpft sein müssen. Jeder Mensch muss für sich selbst entscheiden, ob er sich impfen lässt oder nicht, und natürlich weiß ich auch, dass sich viele Menschen gar nicht impfen lassen dürfen. Deshalb wäre es für mich - vor allem auch als Jurist - abwegig, eine allgemeine Impflicht zu fordern. Nicht hinnehmbar ist es jedoch, dass die Geimpften und Genesenen auch weiterhin Einschränkungen ihrer Grundrechte hinnehmen müssen, obwohl sie alles derzeit Mögliche getan haben, um sich und andere vor einer Infektion zu schützen. Mit einer allgemeinen Impfpflicht hat das alles absolut nichts zu tun."