Events

Dialog.Pop diskutierte Pandemieerfahrungen

Der Verband für Popkultur in Bayern (VPBy) veranstaltete in Partnerschaft mit der Initiative Musik am 20. und 21. Juli die Dialog.Pop in der Bayerischen Musikakademie Schloss Alteglofsheim bei Regensburg. Das Motto der Fachkonferenz für Popmusikfördernde und -fördergebende lautete "Corona als Chance?!".

23.07.2021 12:16 • von Dietmar Schwenger
Coronakonformes Abschlussfoto: die Konferenz Dialog.Pop in Schloss Alteglofsheim (Bild: VPBy)

Der Verband für Popkultur in Bayern (VPBy) veranstaltete in Partnerschaft mit der Initiative Musik am 20. und 21. Juli 2021 die Dialog.Pop in der Bayerischen Musikakademie Schloss Alteglofsheim bei Regensburg. Das Motto der Fachkonferenz für Popmusikfördernde und -fördergebende lautete "Corona als Chance?!".

"Alle Beteiligten waren sich einig: Dieser erste Präsenzdialog war enorm motivierend und konstruktiv. Das historische Ambiente und das schöne Wetter rundeten den Erfolg ab", teilen die Veranstalter mit. Inhaltlich ging es um die Pandemiebewältigung. So fokussierte das Panel mit dem Untertitel "Bis zum Horizont und weiter ... sich verstehen, vernetzen und?" den Blick auf Nachhaltigkeit.

Insbesondere die finanzielle Fragilität der Kulturbranche müsse aus den anstehenden Kürzungsdiskussionen bei Bund, Ländern und Kommunen herausgehalten werden, forderten die Panelisten. Kultur brauche im Gegenteil gerade jetzt mehr Budgetausstattung. Ähnlich lautete auch das Resümee "dranzubleiben am bisher Erreichten" beim zweiten Panel mit Bundestagsabgeordneten aller demokratischen Parteien unter dem Titel "Wir haben die Wahl! Bundespolitik und Popkulturförderung - wer will wo lang?".

Zudem gab es einen eigenen Themenstrang zu Mental Healtht, bei dem Problematiken und Lösungsansätze diskutiert wurden. Ein weiterer Themenblock beschäftigte sich mit der Rolle der Verbände in der Kommunikation auf allen relevanten Krisenebenen - und deren Fortschreibung auch nach Corona. In einem dritten Strang wurden verschiedene Studienergebnisse vorgestellt - unter anderem die aktuelle Clubstudie mit einem zusätzlichen Fokus auf Bayern.

Auch die hauptsächlich von der Initiative Musik ermöglichte Studie "Ökonomische Wirkungsanalyse des Musikökosystems" habe "überaus spannende Ergebnisse" gebracht, die es jetzt umfangreich in den Dialog mit Ländern und Kommunen einzuarbeiten gelte. Die Idee zu dieser Studie war bei der letzten Ausgabe von Dialog.Pop im Jahr 2019 entstanden.

"Um die Musikkultur in Deutschland positiv und strategisch zu bereichern sowie mittel- und langfristig abzusichern, ist der regelmäßige Gedankenaustausch der Expertinnen und Experten auf der Dialog.Pop über Methoden, Projekte und Visionen essentiell", sagt Ina Keßler, Geschäftsführerin Initiative Musik. "Hier werden Erfahrungen schonungslos hinterfragt und analysiert. Spannende Impulsvorträge bringen neue Themen auf die Tagesordnung. Wir alle nehmen großartige Ideen und ganz konkrete Ansätze mit, so zum Beispiel für den anstehenden Generationswechsel in zahlreichen Clubs."

Bernd Schweinar, Geschäftsführer VPBy, betont, dass Kulturmittel insbesondere für die freien Szenen keine Almosen seien. "Sie sind eine Investition in eine friedvolle, ausgeglichene Gesellschaft, in unser aller Zusammenleben und die Gesundheit der Menschen. Kulturmittel sind eine nachhaltige Investition in den Staat. Daher dürfen Kulturmittel nach der Pandemie nicht gekürzt werden! Vielmehr muss insbesondere die Unterstützung für die freien Szenen ausgebaut werden!"

Das jährliche Zusammentreffen in der Bayerischen Musikakademie soll weiter ausgebaut werden, wie Keßler ausführt. "Wir brauchen dringend einen starken Schulterschluss aller Popförderer in Bund, Länder und Kommunen."