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Initiative Musik kann neue Neustart-Millionen verteilen

Im Rahmen von Neustart Kultur hat die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, für die Künstler:innenförderung der Initiative Musik 2021 und 2022 zusätzliche 26 Millionen Euro zugesagt. Laut deren Geschäftsführerin Ina Keßler sei somit eine "deutliche Ausweitung" der Unterstützung in den nächsten Förderrunden möglich.

22.07.2021 16:39 • von Frank Medwedeff
Freut sich, die Künstler*innenförderung noch ausweiten zu können: Ina Keßler (Bild: Stefan Wieland)

Die Initiative Musik könne jetzt "weiterhin besondere Konditionen bieten, um die Musikschaffenden in der anhaltend schwierigen Lage verstärkt zu unterstützen". Denn die Organisation erhalte für das Programm Künstler:innenförderung für die Jahre 2021 und 2022 nun zusätzliche Mittel in einer Höhe von 26 Millionen Euro. Durch diese "wichtige Unterstützung" der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Monika Grütters, im Rahmen von Neustart Kultur seien "essenzielle Anpassungen für das Programm Künstler:innenförderung möglich".

Ina Keßler, Geschäftsführerin der Initiative Musik, erklärt: "Weitere 26 Millionen Euro für Musiker:innen - wir sind Kulturstaatsministerin Monika Grütters sehr dankbar, dass wir in dieser und den nächsten Förderrunden unsere Unterstützung noch einmal deutlich ausweiten können. Die Pandemie hat professionelle Künstler:innen hart getroffen und in ihrer schöpferischen Arbeit ausgebremst. Wir freuen uns sehr, dass wir mit diesen Neustart-Kultur-Mitteln Musikschaffenden helfen können, unter den weiterhin schwierigen Umständen ihre Ideen zu verwirklichen und dadurch auch ihre wirtschaftliche Existenz zu stützen."

Oliver von Felbert, Vorsitzender der Jury zur Künstler:innenförderung und Betreiber des Labels Melting Pot Music, merkt an: "Vor Corona finanzierten sich Musiker:innen über Musikverkäufe, Gagen, GEMA und GVL. Wobei die Gagen für die meisten die Miete zahlten. In normalen Zeiten haben wir Projekte unterstützt, die dank der Initiative Musik ihr volles Potenzial ausschöpfen konnten. Heute kann eine Zu- oder Absage existenzentscheidend sein. Die Verantwortung, die wir aktuell als Jury tragen, ist um ein Vielfaches größer. Gleichzeitig motiviert es ungemein, wenn du weißt, dass du den Artists und beteiligten Musikunternehmen substanziell helfen kannst, was wir mit den zusätzlichen Mitteln definitiv können."

In der 53. Förderrunde kann die Initiative Musik aktuell 323 Musik-Acts und ihre Partnerunternehmen mit insgesamt fünf Millionen Euro fördern. Mit dabei sind zum Beispiel das experimentelle Pop-Trio Mayuko aus Mannheim und Berlin oder die Kölner Band Gong Wah, die ihre Musik selbst als "Fuzz Wave" bezeichnet - eine laut der Initiative Musik "wilde Mischung aus Shoegaze, New Wave, Punk, Kraut- und Psychedelic Rock".

Finanziell unterstützt werden unter anderen auch das Pop-Quartett Die Kerzen aus Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern oder Evin aus Dresden, eine Sängerin mit kurdischen Wurzeln, deren Musik zwischen Soul, R&B und Hip-Hop oszilliere, und die in ihren Texten "inspirierende Geschichten von Vertrauen, Selbstzweifeln und Stärke erzählt".

Am 14. Juli 2021 ging außerdem bereits die Antragsphase der 54. Runde der Künstler:innenförderung "erfolgreich zu Ende". Die knapp 600 Anträge werden demnach aktuell formell geprüft. Im Anschluss gehen diese an die Förderjury. Die Förderentscheidung will die Initiative Musik Mitte September bekanntgeben. Anträge für die kommende 55. Runde der Künstler:innenförderung können Anfang Oktober - "weiterhin zu den besonderen Konditionen" - gestellt werden. Abgabeschluss hierfür ist der 13. Oktober 2021.

Mit Neustart Kultur hatte die Bundesregierung im Sommer 2020 ein Rettungs- und Zukunftsprogramm für den Kultur- und Medienbereich aufgelegt. Gefördert werden pandemiebedingt unter anderem Projekte verschiedener Kultursparten. Aus diesem von Kulturstaatsministerin Monika Grütters initiierten Programm wird auch die Initiative Musik als die zentrale Fördereinrichtung der Bundesregierung und der Musikbranche für die deutsche Musikwirtschaft mit zusätzlichen Mitteln ausgestattet.

Die Neustart-Kultur-Teilprogramme für Musikclubs, für Veranstalter:innen & Festivals und für kleinere und sogenannte "Umsonst & Draußen"-Festivals unterstützen die von der Corona-Pandemie besonders betroffene Livemusikbranche, damit diese mit Konzerten und Festivals "endlich wieder unser Kulturleben bereichern" könne.

Im Rahmen von Neustart Kultur fördere die Initiative Musik aktuell insgesamt mehr als 2000 Projekte mit einem bewilligten Fördervolumen von 102 Millionen Euro.

Die verbesserten Rahmenbedingungen für die Künstler:innenförderung 2021 gestatten einen Förderanteil von 75 Prozent der Gesamtkosten (anstatt der ursprünglichen 40 Prozent). Der Eigenanteil, den die Künstler:innen mit ihren professionellen Partnerunternehmen aufbringen müssen, beträgt somit 25 Prozent.

Die mögliche Fördersumme pro Projekt reicht von mindestens 7500 Euro bis maximal 30.000 Euro. Auch "Werkkreation und Vorproduktion gelten weiterhin als förderfähig". Neben Künstler:innen sind auch weiterhin Autor:innen der Musikwirtschaft (Songwriter:innen/ Liedtexter:innen, Komponist:innen) antragsberechtigt.