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Streit um Absage der "Kaisermania"-Konzerte in Dresden

Nach der Absage der von Semmel Concerts veranstalteten "Kaisermania"-Konzerte von Roland Kaiser gibt es eine Auseinandersetzung zwischen dem zuständigen Gesundheitsamt Dresden und Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping, die sich für eine Rettung der Shows am Elbufer stark gemacht hatte.

21.07.2021 14:02 • von Dietmar Schwenger
Darf nach 2020 auch 2021 keine "Kaisermania"-Shows spielen: Roland Kaiser (Bild: Steffen Schmid)

Nach der Absage der von Semmel Concerts veranstalteten "Kaisermania"-Konzerte von Roland Kaiser gibt es eine Auseinandersetzung zwischen dem zuständigen Gesundheitsamt Dresden und Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping, die sich laut "Bild"-Angaben für eine Rettung der Shows am Elbufer stark gemacht hatte.

Dieter Semmelmann, Geschäftsführer Semmel Concerts Entertainment hatte erklärt, man habe der Stadt Dresden angeboten, statt wie in den Vorjahren viermal mit je 11.000 stehenden Zuschauern in diesem Jahr sechs Shows mit 3500 sitzenden Zuschauern auszurichten und nur Geimpften und Genesenen Zutritt zu gewähren. Doch das Dresdener Gesundheitsamt habe das Konzept wegen der aktuellen Corona-Beschränkungen abgelehnt.

Auch die Tatsache, dass das Gesundheitsamt auf Kontakterfassung und Mindestabständen bestanden habe, hätte letztlich zur Absage der für August geplanten Shows geführt, da zu dieser Veranstaltung "Party und Anfassen dazugehören", so Semmelmann gegenüber der "Bild".

Zugleich zitiert die Boulevardzeitung Petra Köpping, die bei der Stadt angerufen und sich für die Rettung der Shows eingesetzt hätte. Wenn nur Geimpfte und Genesene Zutritt hätten, sei das doch eine gute Gelegenheit, fürs Impfen zu werben, soll Köpping laut "Bild" gesagt haben. Daraufhin erläuterte die Stadt Dresden gegenüber "Bild", dass Köppings eigene Corona-Verordnung schlicht den Spielraum nicht hergebe. Denn dort stehe klipp und klar: Einhalten von Mindestabständen, die Kontakterfassung und sogar eine Maskenpflicht.

In einer Mitteilung von Semmel Concerts betont der Veranstalter: "Umfassende Schutzmaßnahmen und ein erarbeitetes Hygienekonzept haben leider als Entscheidungshilfe für eine Genehmigung durch die zuständige Behörde in Dresden nichts bewirken können. Auch Überlegungen, die Konzerte ausnahmsweise im Dresdner Stadion durchzuführen, ließen sich nicht sinnvoll umsetzen."

"Wir haben in den zurückliegenden Wochen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln für eine Durchführung der Konzerte gekämpft und müssen uns nun leider geschlagen geben. Die Kaisermania kann auch 2021 nicht stattfinden und muss somit erneut um ein weiteres Jahr verschoben werden. Die Enttäuschung bei Roland Kaiser und seinem gesamten Live-Team ist riesengroß, zumal uns zwischenzeitlich Signale aus der Politik durchaus zuversichtlich gestimmt hatten", lässt Semmel Concerts wissen.

"Trotz aller Enttäuschung werden wir die behördliche Entscheidung selbstverständlich akzeptieren, die sich strikt an der vorgegebenen sächsischen Corona-Verordnung orientiert. Lediglich die Ablehnung der Möglichkeit, bei den Konzerten mit 50 Prozent Kapazität nur Geimpfte (und evtl. Genesene) zuzulassen, hat uns irritiert und muss sicherlich kurzfristig auch für die nächsten Wochen dringend überdacht werden."