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VUT richtet Mentoring neu aus

Mit seinem Mentoringprogramm Music Industry Women lieferte der Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen seit 2015 ein Best-Practice-Beispiel für gezielt angelegte Fortbildungsangebote. Nun hieven die Indies das Projekt mit einem erweiterten Fokus und mit finanzieller Unterstützung vom Bund und aus Europa auf eine neue Stufe.

21.07.2021 13:17 • von
Betont die Bedeutung von Vorbildern für die persönliche Entwicklung besonders von Frauen: Birte Wiemann, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des VUT (Bild: VUT)

Mit seinem Mentoringprogramm Music Industry Women lieferte der Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen in bislang drei Runden zwischen 2015 und 2019 ein Best-Practice-Beispiel für gezielt angelegte Fortbildungsangebote. Nun hieven die Indies das Projekt mit einem erweiterten Fokus und mit finanzieller Unterstützung vom Bund und aus Europa auf eine neue Stufe. So kündigt der VUT unter dem Namen MEWEM den Start des "deutschlandweit ersten Mentoringprogramms für den weiblichen, trans und nicht-binären Nachwuchs in der Musikbranche" an. MEWEM steht dabei als Kürzel für Mentoring Programme for Women Entrepreneurs in the Music Industry.

"Aktuelle Studien unterstreichen die eklatante Wichtigkeit von Vorbildern für die persönliche Entwicklung besonders von Frauen", weiß Birte Wiemann, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des VUT: "Genau an dieser Stelle setzten schon unsere vergangenen Mentoringprogramme an und brachten Branchenneulinge gezielt mit Spezialist*innen aus der Musikwirtschaft zusammen, deren Expertise, Sichtbarkeit und Netzwerkaffinität sie ganz klar zu solchen Role Models machten, wie sie derzeit in der Literatur gefordert werden."

In dieser neuen Runde freue man sich nun besonders darüber, "dass wir Mentees und Mentor*innen bundesweit zusammenbringen können und damit als eins von sechs Ländern im MEWEM Europa-Netzwerk agieren". Ziel des europäischen MEWEM-Projekts ist es, den Zugang von Frauen zu Führungspositionen und zum Unternehmertum europaweit zu fördern. Wiemann betont: "Da nicht nur Frauen bislang in der Musikwirtschaft unterrepräsentiert sind, richtet sich das Mentoringprogramm in Deutschland auch an trans und nicht-binäre Personen."

Starten soll das bundesweite Programm im September, ab sofort können sich Interessent*innen auf Mentee-Plätze bewerben.

Schon das VUT-eigene Mentoringprogramm brachte seit 2015 Branchenkenner*innen aus den verschiedenen Geschäftsbereichen der Musikwirtschaft mit Menschen zusammen, die noch am Anfang ihres Berufsweges in der Branche stehen: "Im Rahmen des EU-geförderten Projektes MEWEM Europa wurde das bislang nur auf Berlin beschränkte Fortbildungsprogramm weiterentwickelt und für den hiesigen Ableger MEWEM Deutschland auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet", fasst der VUT zusammen. "Im Rahmen des viermonatigen Programms werden zwölf sich als Frau, trans oder non-binär identifizierende Menschen, die über langjährige Erfahrung in unter anderem den Bereichen Label, Verlag, Vertrieb, Booking, Promotion und selbstvermarktende Künstler*innen verfügen, mit zwölf Nachwuchskräften zusammengebracht, um diese nachhaltig bei ihrer beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung zu unterstützen."

Im Rahmen von MEWEM Europa entstehe "in Kooperation mit sieben Partnerorganisationen ein an den Musiksektor angepasstes Ausbildungsprogramm, welches in sechs Ländern parallel durchgeführt wird". Am Ende des Projekts soll dann die Entwicklung des Modells eines Mentoringprogramms stehen, "von dem auch weitere europäische Organisationen profitieren können". Langfristiges Ziel von MEWEM Europa sei es, dass künftig Frauen auch in Führungspositionen und als Gründerinnen die Branche vermehrt mitgestalten.

Impala-Geschäftsführerin Helen Smith fungiert auf europäischer Ebene als Patin des Projekts: "Wir sind stolz, die Patenschaft für MEWEM Europa zu übernehmen, da dieses ambitionierte Programm unterstreicht, dass der unabhängige Sektor bei diesen grundlegenden Themen eine Vorreiterrolle einnimmt." Impala habe das Projekt schon im Rahmen des European Diversity Months begleitet, nun freue sie sich darauf, "konkrete Ergebnisse des VUT-Programms in Deutschland zu sehen", sagt Smith: "Diese Art von Projekt stellt ein echtes Symbol für Empowerment auf EU-Ebene dar."

Fördermittel für MEWEM Europa kommen aus dem Creative-Europe-Programm der Europäischen Union. Als Partner des VUT sind hier Indie-Organisationen aus Frankreich (FELIN, Le LABA), aus Belgien (Wallonie-Bruxelles Musiques), Rumänien (RAW), Spanien (Mujeres de la Industria de la Música) und aus Österreich (MICA) mit an Bord. MEWEM Deutschland kann zudem auf Unterstützung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Initiative Musik bauen.