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Sony Publishing legt Fairness-Programm für Songwriter auf

Sony Music Publishing geht in der Debatte um die Verteilung von Streamingerlösen den nächsten Schritt und kündigt eine Initiative unter dem Motto Songwriters Forward an, Sony-Verlagschef Jon Platt will damit den Weg zu mehr Gerechtigkeit und Transparenz in der Musikwirtschaft ebnen.

21.07.2021 11:32 • von
Wirbt um mehr Fairness und Transparenz im Musikgeschäft: Jon Platt (Bild: Warner Chappell)

Sony Music hatte in der Debatte um die Verteilung von Streamingerlösen vorgelegt und Mitte Juni unter dem Namen Artists Forward ein Programm lanciert, dass ausgewählten Künstlern die Möglichkeit eröffnen soll, an aktuellen Geldflüssen zu partizipieren, auch wenn aus alten Verträgen noch Rechnungen offen sind. Ins gleiche Horn stößt nun auch der Verlagsarm des Musikmajors: So kündigte Jon Platt als Chairman und CEO von Sony Music Publishing am 20. Juli 2021 eine Initiative unter dem Motto Songwriters Forward an, samt dem sogenannten "Legacy Unrecouped Balance Program".

Man habe bereits seit einiger Zeit an diesem Vorstoß gearbeitet, der die kürzlich angekündigte Initiative Artists Forward von Sony Music ergänzen solle, schreibt Platt in einer Rundmail an die Songwriter des Sony-Verlagsarms. Kern der Idee ist es, Songwriter rückwirkend ab Anfang 2021 an Streamingeinnahmen partizipieren zu lassen, ohne diese weiterhin gegen noch nicht vollends abbezahlte Vorschüsse aufzurechnen. Der Vorstoß richtet sich dabei an Autoren, die vor dem Jahr 2000 einen Verlagsvertrag mit Sony Music Publishing unterzeichnet hatten, und seit dem Jahrtausendwechsel keine frischen Vorschüsse des Unternehmens erhalten haben. Autoren, die davon profitieren können, wolle man "in den kommenden Wochen" kontaktieren, verspricht Platt.

Der Sony-Verlagschef will damit den "Songwriters First"-Ansatz des Hauses fortschreiben, und die laufenden Modernisierungen im Bereich der Administration, der Daten-Analyse, der Auszahlungen und der Abwicklung von internationalen Lizenzeinnahmen ergänzen. Platt verweist schließlich noch auf neu gedachte Rahmenbedingungen fürs eigene Geschäft, die den Weg zu mehr Gerechtigkeit und Transparenz in der Musikwirtschaft ebnen sollen.

Text: Knut Schlinger